50 Jahre AUTO ZEITUNG: Ford-Technik Große FORDschritte in 50 Jahren

von Jürgen Voigt 14.08.2019
Inhalt
  1. Ford-Technik im 50-Jahre-Special der AUTO ZEITUNG
  2. Ford-Technik: Moderne EcoBoost- & EcoBlue-Motoren
  3. Kölner Klima-Windkanal für innovative Ford-Technik

Mit verbrauchsarmen Motoren, modernen Assistenzsystemen, intelligenter Vernetzung und fortschreitender Elektrifizierung untermauert der global tätige Hersteller mit Entwicklung und Fertigung auch in Köln seinen technischen Anspruch – zum Beispiel im Ford Focus.

Als einer der größten und traditionsreichsten Automobilbauer der Welt hat Ford einen immensen Ein­fluss auf unsere Mobilität. Selbst scheinbar kleine Veränderungen und Verbesserungen multiplizieren sich schlagartig millionenfach und hinterlassen ihre Spuren. Das bedeutet für die Techniker und Ingenieure im Konzern eine riesige Verantwortung – besonders, wenn es zum Beispiel um die Neuauflage einer kompletten Fahrzeugarchitektur geht, die nicht nur für ein, sondern gleich für mehrere Modelle genutzt werden soll. Und das über viele Jahre hinweg. Als Beispiel sei hier die neue C2-Fahrzeugplattform genannt, auf der jetzt der aktuelle Ford Focus oder auch die nächste Generation des Ford Kuga basiert, die 2020 auf den Markt kommt. Die für den weltweiten Einsatz konzipierte C2-Architektur liefert die Voraussetzung für mehr Raum sowie Komfort und zeichnet sich obendrein durch eine um etwa 20 Prozent gesteigerte Verwindungssteifigkeit aus, was sich unter anderem positiv auf das Crashverhalten und die Fahrpräzision auswirkt. Auf der anderen Seite ermöglicht die neue Plattform eine Gewichtseinsparung pro Fahrzeug von bis zu 90 Kilogramm. Die vorteilhafte Auswirkung auf Fahrdynamik und Kraftstoffverbrauch sind damit praktisch jedem Modell in die Wiege gelegt, das auf der C2-Plattform basiert – ohne dass wir hier bisher über die Motorisierung gesprochen haben. Mehr zum Thema: 50 Jahre Technik

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50 Jahre AUTO ZEITUNG: Ford Mustang Bullitt/RS 200/Capri RS Obergeschosse von Ford

Der neue Ford Puma (2019) im Video:

 
 

Ford-Technik im 50-Jahre-Special der AUTO ZEITUNG

Dabei hat Ford gerade in dieser Hinsicht einiges zu bieten, besonders mit den fortschrittlichen EcoBoost-Dreizylindern. Während die 1,0-Liter-Turbo-Benziner bereits seit Jahren etabliert sind und für die aktuellen Fahrzeuggenerationen wie Ford Fiesta und Ford Focus weiter optimiert wurden, steht mit dem 1,5-Liter-Dreizylinder eine komplett neue Größe von Turbo- Dreizylindern bereit. Beide Hubraumvarianten decken beim Ford Focus nun ein Leistungsangebot von 85, 100 und 125 PS ab (1,0-Liter) bzw. 150 und 182 PS im 1,5-Liter-EcoBoost. Eines der neuen Elemente sowohl der 1,0- als auch der 1,5-Liter-Motoren ist die intelligente Zylinder-Steuerung, bei der je nach Betriebszustand ein Zylinder abgeschaltet wird, zum Beispiel, wenn der Fahrer vom Gas geht und beim Dahinrollen keine oder nur wenig Leistung abgefordert wird. Dafür reicht es aber nicht, einfach die Zündung und die Benzinzufuhr eines Zylinders stillzulegen. Damit so eine Zylinderabschaltung tatsächlich den Verbrauch senkt, müssen auch die Ventile geschlossen bleiben. Und spätestens hier wird es dann mechanisch aufwendig, wie das Schnittbild des Ventiltriebs in der Bildergalerie zeigt. Aber auch die Anforderungen an die elektronische Regelung der Zylinder-Steuerung sind hoch. Gibt der Fahrer wieder Gas, braucht es nur 14 Millisekunden, bis der dritte Zylinder seine Arbeit wieder aufgenommen hat. Kombiniert wird die Ventilsteuerung mit einer variablen Phasensteuerung von Ein- und Auslassnockenwelle (Twin-Independent Variable Cam Timing). Beide Dreizylinder sind zudem mit Otto-Partikelfilter ausgerüstet. Während der 1,0-Liter nach wie ein Graugussgehäuse hat, ist der 1.5er ein Voll-Alu-Motor, der nicht nur mit Direkt-, sondern bei Bedarf zudem mit Saugrohreinspritzung arbeitet. Mehr zum Thema: 50 Jahre Porsche-Technik

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Ford-Technik: Moderne EcoBoost- & EcoBlue-Motoren

Auch die Turbodiesel wurden renoviert. Die EcoBlue-Vierzylinder leisten im Ford Focus 95 oder 120 PS und erreichen beide 300 Newtonmeter Drehmoment. Die strengen WLTP-Stickoxid-Grenzwerte unterschreitet der 1,5-Liter dank zweier hintereinander geschalteter NOX-Fallen, der 2,0-Liter (150 PS, 370 Nm) hat einen SCR-Katalysator mit AdBlue-Einspritzung. Zudem reduzieren eine Niederdruck-Abgasrückführung sowie ein Wasser-Luft-Ladekühler die Rohemissionen. In den Zylindern des Zweiliter-Eco-Blue-Motors arbeiten Kolben aus Stahl, die mit weniger Einbauspiel reibungsarm laufen und besser zum Brennraum hin abdichten. Zur Effizienz der Verbrennungs-Antriebe trägt auch die optional lieferbare neue Achtstufen-Automatik bei, die adaptiv agiert und auf Fahrstil, Topografie, Umwelt- sowie Fahrzeugdaten reagiert. Die Elektrifizierung steht ebenfalls auf dem Plan. Den Ford Focus wird es ab 2020 auch als Mild-Hybriden geben, also mit einem Riemen- Starter-Generator, der die beim Bremsen erzeugte Energie in eine luftgekühlte 48-Volt-Li-Io-Batterie schickt. Beim Anfahren kann die E-Maschine dann daraus gespeist werden und unterstützend Drehmoment beisteuern. Für die kommende dritte Kuga-Generation wird Ford darüber hinaus auch einen Vollhybrid-Antrieb anbieten, der kurze Strecken rein elektrisch bewältigen kann und mit einem 2,5-Liter-Benziner arbeitet, der nach dem effizienten Atkinson-Prinzip funktioniert. Um einen größeren, an der Steckdose au­fladbaren Lithium-Ionen-Akku erweitert, wird der Ford Kuga außerdem zum Plug-in-Hybriden, der längere Strecken rein elektrisch zurücklegen kann.

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Kölner Klima-Windkanal für innovative Ford-Technik

Viele technische Innovationen aus den letzten Jahren und Jahrzehnten stammen aus dem Ford-Entwicklungszentrum in Köln, zum Teil auch der erste 1,0-Liter-EcoBoost-Motor. Damit Motoren und Fahrzeuge einwandfrei, sicher und dauerhaft funktionieren, muss man sie testen, und dies möglichst unter allen erdenklichen klimatischen Bedingungen. Um nicht gleich mit den frischen Prototypen um die halbe Welt reisen zu müssen, hat Ford in Köln über 70 Mio. Euro in das Klima-Windkanal-Testzentrum investiert. Hier lassen sich Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit und andere Parameter innerhalb kurzer Zeit simulieren und umfangreiche Testprozeduren fahren. Das spart im Vorfeld Zeit und Kosten – und macht die Autos zuverlässiger sowie sicherer. Ganz ohne reale Erprobungsfahrten geht es jedoch nicht. Hier haben insbesondere die jüngsten Generationen an Assistenzsystemen ihre Tauglichkeit bewiesen, wie sie zum Beispiel auch im neuen Ford Focus zum Einsatz kommen. Die unter dem Oberbegriff Ford Co-Pilot360 geführten Systeme umfassen unter anderem den Ford Intelligent Drive Assist, der die adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsregelung mit Verkehrsschilderkennung, Stauassistenten und dem Fahrspurpiloten kombiniert. So kann das System zum Beispiel auf Tempolimits automatisch regieren und die Geschwindigkeit anpassen. Der Fahrspur- Pilot erfasst per Kamera die Fahrbahnmarkierung, worauf das Auto durch Lenkeingriffe mittig in der Spur gehalten wird – stets unter Überwachung des Abstands zum Vordermann. Der Aktive Park-Assistent Plus erkennt Parklücken und fährt dort quasi selbstständig hinein und auch wieder hinaus. Dazu gibt es noch vieles mehr an Assistenz, etwa Falschfahrer- Erkennung, Rückfahrkamera, Überwachung des Toten Winkels, voll adaptives LED-Licht und sogar einen Ausweichassistenten der beim Umfahren eines Hindernisses hilft. Mehr zum Thema: Das ist in 50 Jahren Technik passiert

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