Mittelklasse-Coupes im Vergleich: Scirocco, Manta, Coupe, Fuego & Celica Moderner Fünfkampf

31.10.2013
Inhalt
  1. 1. KAROSSERIE UND INNENRAUM
  2. 2. MOTOR, GETRIEBE UND FAHRLEISTUNGEN
  3. 4. FAHRVEHALTEN UND SICHERHEIT
  4. 5. UNTERHALTSKOSTEN UND PREISWÜRDIGKEIT

Fünf Coupés der 115-PS-Klasse – VW Scirocco, Opel Manta, Audi Coupé, Renault Fuego und Toyota Celica – zeigen im unmittelbaren Vergleich in fünf Wertungskapiteln, was in ihnen steckt (aus AUTO ZEITUNG 15-16/1981)

Die fünf Testkandidaten repräsentieren höchst unterschiedliche Coupé-Philosophien. Der klassische Vertreter dieser Bauart ist der Manta: Nach bewährtem Vorbild zeigt er mächtig Schnauze, eine kurze knappe Dachpartie und ein ausgeprägtes Stummelheck. Der Motor sitzt vorn und treibt die Hinterräder an. Nach dem gleichem Strickmuster entstand die Celica von Toyota: Frontmotor, Heckantrieb, Starrachse. Zu den jüngsten Vertretern des Coupé-Genres gehört das Audi Coupé GT, das auf dem Audi 80 basiert und wie dieser Frontmotor und Frontantrieb besitzt. Die modernsten und vielseitigsten Vertreter dieser Gattung stellen Renault mit dem Fuego und VW mit dem jüngst gründlich überarbeiteten Scirocco. Beide Fahrzeuge haben Frontmotor und Frontantrieb.

 

1. KAROSSERIE UND INNENRAUM

Über Geschmack lässt sich streiten, über Millimeter nicht. Doch über die Punktvergabe entscheiden nicht nur nackte Zahlen. Ein- und Ausstieg, die Rundumsicht  wie auch die Sitzposition werden nach einer Vielzahl von Einzelkriterien bewertet. Kurz: Funktionalität ist Trumpf, Wirtschaftlichkeit rangiert vor Schönheit.

1. Audi Coupé GT 5S  72 Punkte
Wer in dieser Klasse auf viel Platz für die Passagiere Wert legt, ist mit dem Audi Coupé am besten bedient. Dank üppiger Kopf- und Beinfreiheit fühlen sich selbst hochgewachsene Hinterbänkler keineswegs als Passagiere zweiter Klasse. Auch beim Kofferraum-Volumen schlägt der Ingolstädter seine Rivalen, den Toyota ausgenommen. Einen klaren Sieg des Audi verhindert die nicht umklappbare Fondsitzbank. Darüber hinaus fällt der Wendekreis des Audi mit 11,20 Metern etwas zu groß aus. Kritikwürdig außerdem: Das Blickfeld schräg nach hinten ist durch den breiten Dachpfosten sehr stark eingeschränkt.

2. Renault Fuego GTX  72 Punkte
Gemeinsam mit Audi und dem VW belegt das Renault Coupé den ersten Platz in diesem Kapitel, erreicht dieses Ziel jedoch auf völlig verschiedenen Wegen. Stärker als alle anderen lebt der Renault von Details. Üppig beispielsweise präsentiert sich die Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt. Der größte Vorteil: die  Variationsmöglichkeiten des Kofferraums. Allerdings müssen sich Fuego-Fahrer mit einem unpraktischen Zweischlüssel-System plagen.

3. VW Scirocco GTI  72 Punkte
Der neue VW Scirocco gewann gegenüber seinem Vorgänger deutlich an Statur. In der Länge wuchs er um 16,5 Zentimeter. Sein funktionsgerechter Fahrerplatz mit ausreichend Fußraum vorn und bequeme Sitze mit guter Seitenführung können ebenso überzeugen wie die klare Anordnung der Instrumente und die Ablagen. Beim Raumangebot im Fond kann der Wolfsburger allerdings nicht mithalten. Kritik gibt es in puncto Ausstattung: Nur das Wesentlichste gaben ihm die Wolfsburger mit auf den Weg. Und viele Extras kosten viel Aufpreis.

4. Opel Manta GT/E  64 Punkte
Obwohl das Manta Coupé bereits zu den betagteren Konstruktionen zählt, kann es sich recht ordentlich gegen die jüngere Konkurrenz behaupten. Ins Hintertreffen ge-rät der Rüsselsheimer durch die fehlende Möglichkeit, die Größe seines Kofferraums zu variieren. Sie gibt es erst im Manta CC. Nach wie vor überzeugt die GT/E-Version durch ihr Platzangebot für Passagiere und Gepäck.

5. Toyota Celica Liftback GT  64 Punkte
Während die Rüsselsheimer ihren Manta auf dem neuesten Stand halten, ließen die Japaner alles beim alten. Angefangen bei den Sitzen: Trotz vielfältiger Verstellmöglichkeiten finden groß gewachsene Fahrer keine körpergerechte Sitzposition. Auch bei der Ausstattung, einst die Domäne japanischer Fahrzeuge, kann die Toyota Celica in keiner Weise überzeugen. Kritik gebührt auch der unübersichtlichen Karosserie sowie dem winzigen Kofferraum. Positiv dagegen: die umklappbare und geteilte Rückbank.

 

2. MOTOR, GETRIEBE UND FAHRLEISTUNGEN

Früher stand der Begriff Coupé auch für technisches Raffinement, und die Fahrleistungen wurden als wesentlich erachtet. Dies gilt nicht mehr, wenn es sich um Mittelklasse-Coupés handelt. Bewährte Technik zählt heutzutage mehr als Experimente mit Vielfach-Vergasern und Pferdestärken. Unter den Motorhauben des Testquintetts steckt durchweg Großserientechnik.

1. Audi Coupé GT 5S  83 Punkte
Der Fünfzylinder-Motor des Audi erweist sich im Fahrbetrieb als äußerst kultiviert, setzt Gasbefehle jedoch nur zögernd in Vortrieb um. Dass er bei Leistung und Kraft unterlegen ist (Spitze 179 km/h, 0-100 km/h in 11,3 Sekunden), liegt mit am Schoncharakter seines Fünfgang-Getriebes. Wohltuend bemerkbar macht sich dagegen die Gangabstufung auf den Geräuschpegel. Da der Audi über einen stattlichen 68-Liter-Tank verfügt, beträgt die Reichweite bei einem Durchschnittsverbrauch von 10,1 Litern pro 100 km satte 673 Kilometer.

2. Opel Manta GT/E  81 Punkte
Obwohl der Opel-Vierzylinder in seiner Grundkonzeption betagt ist, beherrscht er temperamentvoll die Szene. Bei seinen dynamischen Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 9,9 Sekunden, Spitze 188 km/h) erweist sich  der Rüsselsheimer als Klassen-Primus und erreicht zu Recht die volle Punktzahl. Im Gegensatz zum Audi Coupé muss man den Manta kaum durch häufiges Schalten oder Verweilen in oberen Drehzahlen zügig vorantreiben. Zu bemängeln: das unzeitgemäß laute Auspuffgeräusch. Der ermittelte Spritkonsum: exakt 10,0 Liter pro 100 Kilometer.

3. VW Scirocco GTI  80 Punkte
Die leistungsstarke 1,6-Liter-Antriebseinheit im Scirocco wird den Ansprüchen sportlich orientierter Fahrer am ehesten gerecht. Auf angenehme Weise vermittelt der spritzige und durchzugskräftige Vierzylinder (Spitze 187 km/h, 0 bis 100 km/h in 10,4 Sekunden) das Gefühl alltagstauglicher Motorisierung. Verglichen mit seiner spezifischen Motorleistung, gibt sich der Sportler im Benzinkonsum zwar bescheiden (9,5 Liter pro 100 km), verhindert jedoch durch seinen zu kleinen Tank (40 Liter) akzeptable Reichweiten.

4. Toyota Celica Liftback GT  77 Punkte
Das Celica-Triebwerk mit zwei obenliegenden Nockenwellen repräsentiert modernsten Motorenbau. Wenig zeitgemäß: Bei Kaltstart will es per Choke zum Arbeiten animiert werden. Ist jedoch die Anwärmzeit überstanden, zeigt sich der Zweiliter-Vierzylinder kraftvoll (Spitze 188 km/h, 0 bis 100 km/h in 10,3 s). Unterstützt wird der Celica-Motor bei seiner Arbeit von einem gut abgestuften und gut schaltbaren Fünfgang-Getriebe. Unbefriedigend der Verbrauch: Der Japaner benötigt 12,0 Liter pro 100 Kilometer.

5. Renault Fuego GTX  72 Punkte
Nicht nur der vibrationsfreie Lauf der Maschine, sondern auch ihre Elastizität stellen dem Renault-Vierzylinder ein gutes Zeugnis aus. Hinzu kommt, dass die Getriebe- und Achsübersetzung einiges zur guten Leistungscharakteristik beisteuern (Spitze 187 km/h, 0 bis 100 km/h in 10,8 s). Die Synchronisation quittiert aber jeden schnellen Gangwechsel mit Zähneknirschen. Zündkerzen und Verteiler sind schwer zu erreichen, den Keilriemen kann nur eine Fachwerkstatt wechseln. Und 11,5 Liter pro 100 km sind trotz ordentlicher Fahrleistungen zu viel.


3. KOMFORT UND BEDIENUNG


Gelobt sei, was hart macht? Wohl kaum. Zwar stehen Coupés im Ruf besonderer Sportlichkeit, doch sie müssen sich genauso wie ihre Limousinen-Verwandtschaft  durch den  Feierabend-Verkehr quälen, sollen aber auch Freude beim Fahren bereiten.

1. Audi Coupé GT 5S  91 Punkte
Können und eine glückliche Hand zeigen die Audi-Mannen bei der Fahrwerksabstimmung  ihres Coupés. Souverän gleitet es über Bodenunebenheiten hinweg, bietet zudem ausgezeichneten Sitzkomfort und hält im Innenraum, was das Vorbeifahrgeräusch versprach  –  es  ist  angenehm  leise. Zum komfortablen Umgang mit dem Audi trägt auch die Servolenkung bei, die fast 1000 Mark Aufpreis kostet. Die Mehrzahl der Kunden bestellt sie gleich mit. Bei der Preisbewertung folgt die Strafe. Schwächster Punkt des Audi ist die Schaltung: Die Schaltwege sind zu lang und der fünfte Gang liegt weit entfernt vom Fahrer.

2. VW Scirocco GTI  79 Punkte
Der Scirocco zielt viel stärker als das  Audi Coupé auf die sportliche Kundschaft, für die eine straffe Fahrwerksabstimmung bei einem Coupé Bedingung ist. Fahrbahnunebenheiten dämpft der Scirocco recht gut, lässt jedoch keinen Zweifel an der Straßenbeschaffenheit aufkommen. Nick- oder Wankbewegungen jeder Art sind dem VW völlig fremd. Klar, dass zu solch einem Auto auch körpergerechte Sitze gehören. Was das Geräuschniveau im Innenraum anbetrifft: Zurückhaltung ist Trumpf. Kritik setzt es jedoch für die Lenkung: Mit zunehmendem Lenkeinschlag wachsen die Haltekräfte spürbar. Die Fahrt über Alpenpässe gerät zum Armmuskel-Training.

3. Renault Fuego GTX  73 Punkte
Was beim Audi Aufpreis kostet, bietet der Fuego serienmäßig – eine Servolenkung. Dank ihrer direkten Übersetzung trägt sie viel zur Handlichkeit des Fuego bei. Weniger angenehm: Die ständigen Wankbewegungen der Karosserie. Ebenfalls nicht sehr überzeugend sind die Sitze, die zu wenig Körperhalt bei Kurvenfahrt  bieten. Ungereimtheiten bei der Bedienung: Der Hupenschalter versteckt sich im Blinkerhebel, die Lichthupenbetätigung liegt bei eingeschaltetem Licht an anderer Stelle als bei ausgeschaltetem.

4. Toyota Celica Liftback GT  69 Punkte
Obwohl die Celica in der Vergangenheit mehrfach überarbeitet wurde, hat sie in puncto Komfort nichts  hinzugewonnen. Immer noch trampelt sie über kurze Bodenwellen, schlingert sie durch lange Wellen. Und auch die Sitze sind nicht dazu angetan, Unarten des Fahrwerks auszubügeln. Positiv: die präzise Fünfgang-Schaltung sowie das klar zu bedienende, wirkungsvolle Heizungs- und Lüftungssystem. Bei Bedienungsknöpfen und -hebeln bietet die Celica guten Standard. Lediglich der Warnblinkschalter hat von der Lenksäule zu verschwinden.

5. Opel Manta GT/E  68 Punkte
Der Manta versteht sich in diesem Komfortkapitel als Haudegen von altem Schrot und Korn. Fahrer und Passagiere werden ohne Wenn und Aber über den Straßen-zustand informiert, und auch die Geräuschkulisse gibt unüberhörbar Auskunft über die gefahrene Geschwindigkeit. Mag man diese Auslegung noch als klassische Coupé-Charakteristik  tolerieren, fehlt jedoch jedes Verständnis für die mäßige Belüftung des Innenraums (wegen der unterdimensio-nierten Zwangsentlüftung) sowie für den auf der Lenksäule angeordneten Warnblinkschalter.

 

4. FAHRVEHALTEN UND SICHERHEIT

Wer sich zum Kauf eines Coupés entschließt, tut dies  auch  in  Erwartung eines noch sportlicheren Fahrverhaltens. Denn wo die Limousine noch Kompromisse zu-gunsten der Familientauglichkeit eingehen muss, kann das Coupé bereits  zielstrebig  ein  optimales Fahrverhalten ansteuern. Und da es  sich  beim  Test-Quintett  ausnahmslos um recht proper motorisierte  Modelle  handelt,  dürfen die Ansprüche zu Recht hochgeschraubt sein.

1. VW Scirocco GTI  84 Punkte
Diese Erwartungen erfüllt der neue VW in hohem Maße. War schon das Vorgängermodell ein unproblematisches Auto, so geriet der Nachfolger noch narrensicherer. Ganz gleich, ob es um zügiges Durchfahren verzwickter Kurvenkombinationen geht oder ob plötzliche Lenkmanöver wegen eines überraschenden Hindernisses auf der Fahrbahn nötig werden – der Scirocco folgt willig den Kursbefehlen seines Fahrers. Dabei verlangt die Lenkung aber nach einer kräftigen Hand. Ausgefuchste Frontantriebs-Fahrer werden bedauern, dass sich beim Gaslupfen in schnellen Kurvenim Gegensatz zum Vorgängermodell fast keine Lastwechselreaktionen mehr einstellen. Kritik setzt es für mäßiges Licht, das kleine Wischerfeld und für die Beckengurte im Fond.

2. Audi Coupé GT 5S  83 Punkte
Der härteste Konkurrent des Scirocco – das Coupé von Audi. Es verhält sich zwar bei spontanen Lenkbewegungen nicht ganz so unproblematisch wie der VW, und auf abruptes Gaswegnehmen in Kurven reagiert es etwas nervöser, doch ist es dem Scirocco genau in dessen Schwachpunkten überlegen: Automatikgurte für vier Passagiere, ordentliches Wischerfeld. Das Licht allerdings ist auch nicht besser. Gut hingegen der Geradeauslauf, gut auch das Kurvenverhalten, sehr ordentlich zudem die Leistungen in den verschiedenen Bremskriterien.

3. Opel Manta GT/E  76 Punkte
Noch bessere Leistungen in Sachen Verzögerung liefert der Manta. Bei einer Panikbremsung aus 100 km/h steht er nach nur 44,4 Metern. Selbst mehrere Stoppversuche hintereinander verursachen kein Nachlassen der Bremswirkung. Die indirekte Übersetzung macht den Manta bei plötzlichen Lenkbewegungen träger als wünschenswert. Unerwünschte Mobilität entwickelt hingegen die starre Hinterachse, sobald auf holprigen Straßenstücken Vortrieb wie Seitenführung gleichermaßen übertragen werden sollen. Hinzu kommt: Das kurveninnere Hinterrad dreht bei munterer Fahrweise häufig durch. Die Celica begegnet diesem konzeptionsbedingten Problem mit einem serienmäßigen Sperrdifferential.

4. Renault Fuego GTX  75 Punkte
Zwei Details zeichnen verantwortlich dafür, dass der Fuego in diesem Wertungskapitel eifrig Punkte sammelt – die Servolenkung und die  Pirelli-P6-Breitreifen.  Die Pneus sorgen dafür, dass der Franzose im Slalom eine gute Figur abgibt und auch bei der Bewertung des Ausweich- und Kurvenfahrverhaltens vorne mitmischt. Vorderachse und Bremsanlage rufen andererseits Kritik hervor: Durch Mängel in der Vorderachsgeometrie zeigt der Fuego einen für Fronttriebler ungewohnt mäßigen Geradeauslauf. Und die Bremsanlage neigt leicht zur Blockade der Hinterräder, was der Kursstabilität beim Bremsen abträglich ist.

5. Toyota Celica Liftback GT  56 Punkte
Noch bösartiger treibt es der Toyota beim heftigen Bremsen. Er stellt sich häufig sogar quer. Aber auch in nahezu allen anderen Disziplinen dieses Wertungskapitels zeigt der Japaner unterdurchschnittliche Leistungen. Widerwillige Reaktionen auf Lenkbewegungen kosten ebenso Punkte wie die schon bei geringen Straßenunebenheiten trampelnde Hinterachse und die schlechten Bremsverzögerungswerte. Positiv allein das gute Licht. 

 

5. UNTERHALTSKOSTEN UND PREISWÜRDIGKEIT

Schon der Volksdichter Wilhelm Busch erkannte: „Doch wenn die Kosten kommen, fühlt man sich angstbeklommen.“ Auch Mittelklasse-Coupé-Interessenten werden sich angesichts der ständig steigenden Unterhaltskosten wohl kaum ein Auto nur wegen seiner technischen Vorzüge auszuwählen. Steuer und Versicherung, Ersatzteile und Reparaturen, Benzin und Öl und nicht zuletzt den Wertverlust sollte man im Auge behalten.

1. Opel Manta GT/E  81 Punkte
Für 17.495 Mark bietet Opel mit dem ausgereiften 110-PS-Manta ein gut motorisiertes und im direkten Konkurrenzvergleich preiswertes Coupé an. Da nach dem Rüsselsheimer – dank ordentlicher Verarbeitung – auf dem Gebrauchtwagenmarkt rege Nachfrage herrscht, liegen die erzielten Wiederverkaufspreise nicht selten über dem Listenniveau. Erfreulich auch die Wartungs- und Inspektionsintervalle: Einen Werkstatt-Tag müssen Manta-Fahrer lediglich alle 10.000 Kilometer bei einer der 2300 Opel-Servicestationen ein-legen. Unbefriedigend: Eine Anti-Rostgarantie gibt’s werksseitig ebensowenig wie preisgünstige Austauschteile.

2. VW Scirocco GTI  74 Punkte
Der nicht gerade niedrige Kaufpreis von 22.545 Mark hat zur Folge, dass der Scirocco im Kostenkapitel deutlich hinter dem Manta rangiert. Ansonsten präsentiert er sich ohne nennenswerte Schwächen. Statt wie bisher halbjährlich (oder alle 7500 km) muss der neue Scirocco nur noch einmal im Jahr (oder alle 15.000 km) zum Ölwechsel. Weiteres Plus: Anfallende Unfallreparaturkosten liegen unter denen des alten Modells. Es wird zur Zeit noch geprüft, ob der neue Scirocco so in günstigere Kasko-Klassen eingestuft werden kann. Für den Wolfsburger sprechen weiter die günstigen Kraftstoffkosten sowie seine (vom Vorgänger begründete) Gebrauchtwagen-Wertbeständigkeit.

3. Audi Coupé GT 5S  69 Punkte
Auch die Fahrer des 23.897 Mark teuren Audi Coupé GT profitierenvon den 3330 VW/Audi-Kundendienststellen. Positiv sind die geringen Reparaturkosten, die mit einer günstigen Kasko-Einstufung belohnt werden. Im Vergleich zum VW Scirocco GTI finden jedoch Ölwechsel und Inspektionen in einem anderen Rhythmus statt: Alle 7500 Kilometer verlangt der Fünfzylinder nach vier Litern Frischöl. Diese kurzen Intervalle kosten nicht nur unnötige Zeit, sondern auch Geld. Nicht minder schlecht schneidet der Ingolstädter zudem bei den im Vergleich etwas höheren Ersatzteilkosten ab.

4. Toyota Celica Liftback GT  56 Punkte
Waren die Kostenkapitel früher eine Domäne der Japaner, so trifft dieses heute nicht mehr zu. Nicht weniger als fünfmal hat Toyota in den letzten sechs Monaten die Preise erhöht. Auch die Celica blieb von den Preissteigerungen nicht verschont. 21.440 Mark wer-den derzeit für das Japan-Coupé verlangt. In den  Versicherungskosten zählt die Celica Liftback keineswegs zu den Preiswerten in ihrer Klasse. Für acht Mehr-PS gegenüber dem 115-PS-Audi müssen für die Haftpflichtversicherung pro Jahr rund 150 Märker mehr berappt werden. Bei den Benzinkosten beträgt die Differenz zum sparsameren Scirocco sogar satte 725 Mark pro 20.000 Kilometer. Einzig in der Kaskoversicherung gibt es dank der im Vergleich zur Konkurrenz niedrigen Reparaturpreise, die von den 975 Toyota-Vertragshändler verlangt werden, nichts zu bemängeln.

5. Renault Fuego GTX  50 Punkte
Kaufmännisch betrachtet spricht für den 21.500 Mark teuren Fuego recht wenig. Weder in der Qualität noch in der Verarbeitung kann das französische Coupé überzeugen. Die Ersatzteil- und Reparaturkosten liegen vergleichsweise hoch, was sich in einer ungünstigen Kasko-Einstufung der Versicherungen entsprechend widerspiegelt. Im Vergleich zum Audi wird das Konto des Fuego-Eigners nämlich pro Jahr um rund 650 Mark stärker strapaziert. Ungünstig sind auch die Wartungskosten: Alle 7500 Kilometer benötigt der Renault volle fünf Liter Schmierstoff. Ungünstig zudem der Wiederverkaufswert: Die Nachfrage auf dem  Gebrauchtwagenmarkt kann nicht halten, was das Angebot verspricht.

TECHNIK
 

VW SCIROCCO GTI
ANTRIEB Wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor quer im Bug eingebaut, Zylinderkopf aus Leichtmetall, fünffach gelagerte Kurbelwelle, eine obenliegende Nockenwelle, Antrieb durch Zahnriehmen, Bosch K-Jetronic-Einspritzanlage
AUFBAU+FAHRWERK Vorne  Einzelradaufhängung an Federbeinen und unteren Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator; hinten  Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator. Lenkung: Zahnstangenlenkung. Bremsen: Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker, v. Scheiben, h. Trommelbremsen, Handbremse  auf die Hinterräder wirkend, Räder: 5 1/2 J x 13 Stahl, Reifen: 175/70 HR 13
FAHRLEISTUNGEN¹ Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 10,4 s; Höchstgeschwindigkeit: 187 km/h; Verbrauch: 9,5 l Super/100 km
ECKDATEN L/B/H: 4050/1625/1280 mm; Radstand: 2400 mm; Spurweite v./h.: 1404/1372 mm; Wendekreis: 10,75 m; Leergewicht: 926 kg; Zuladung: 324 kg; Tankinhalt: 40 l; Bauzeit: 1969 bis 1972; Preis (Test-Basispreis): 22.545 Mark
  AUDI COUPE GT 5S
ANTRIEB Wassergekühlter Viertakt-Fünfzylinder-Reihenmotor längs im Bug eingebaut, Zylinderkopf aus Leichtmetall, sechsfach gelagerte Kurbelwelle, eine obenliegende Nockenwelle, Antrieb durch Zahnriemen, Register-Fallstromvergaser Solex 2B2
AUFBAU+FAHRWERK Vorne  Einzelradaufhängung an Federbeinen und unteren Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator; hinten  Torsionskurbelachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer. Lenkung: Zahnstangenlenkung mit Servo (Aufpreis). Bremsen: Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker, v. Scheiben, h. Trommelbremsen, Handbremse  auf  die  Hinterräder wirkend, Räder: 5 1/2 J x 13 Leichtmetall; Reifen: 175/70 HR 13
FAHRLEISTUNGEN¹ Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 11,3 s; Höchstgeschwindigkeit: 179 km/h; Verbrauch: 10,1 l/100 km
ECKDATEN L/B/H: 4319/1682/ 1350 mm; Radstand: 2542 mm; Spurweite v./h.: 1400/1420 mm; Wendekreis: 11,2 m; Leergewicht: 1063 kg; Zuladung: 417 kg; Tankinhalt: 68 l; Preis (Test-Basispr. mit Servol.): 23.897 Mark
  OPEL MANTA GT/E
ANTRIEB Wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor längs im Bug eingebaut, Zylinderkopf aus Leichtmetall, fünffach gelagerte Kurbelwelle, eine hochliegende Nockenwelle, Antrieb durch Kette, Bosch-L-Jetronic-Einspritzanlage
AUFBAU+FAHRWERK Vorne Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator; hinten Starrachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator. Lenkung: Zahnstangenlenkung. Bremsen: Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker, v. Scheiben, h. Trommelbremsen, Handbremse auf die Hinterräder wirkend, Räder: 6 J x 13 Leichtmetall, Reifen: 185/70 HR 13
FAHRLEISTUNGEN¹ Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 9,9 s; Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h; Verbrauch: 10,0 l/100 km
ECKDATEN L/B/H: 4456/1670/1325 mm; Radstand: 2518 mm; Spurweite v./h.: 1386/1375 mm; Wendekreis: 10,55 m; Leergewicht: 1029 kg; Zuladung: 316 kg; Tankinhalt: 50 l; Preis (Test-Basispreis): 17.495 Mark

TECHNIK
 
  RENAULT FUEGO GTX
 ANTRIEB Wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor längs im Bug eingebaut, Motorblock/Zylinderkopf aus Leichtmetall, fünffach gelagerte Kurbelwelle, eine obenliegende Nockenwelle, Antrieb durch Zahnriemen, Fallstrom-Doppelvergaser Weber 32 DARA
AUFBAU+FAHRWERK Vorne Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator; hinten Starrachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator. Lenkung: Zahnstangenlenkung mit Servo. Bremsen: Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker, v. Scheiben, h. Trommelbremsen, Handbremse auf die Hinterräder wirkend, Räder: 5 1/2 J x 14 Leichtmetall, Reifen: 185/65 HR 14 Pirelli P6
FAHRLEISTUNGEN¹ Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 10,8 s; Höchstgeschwindigkeit: 187 km/h; Verbrauch: 11,5 l/100 km
ECKDATEN L/B/H: 4358/1692/1315 mm; Radstand: 2445 mm; Spurweite v./h.: 1430/1346 mm; Wendekreis: 11,5 m; Leergewicht: 1059 kg; Zuladung: 341 kg; Tankinhalt: 57 l; Preis (Test-Basispreis): 21.500 Mark
  TOYOTA CELICA LIFTBACK GT
ANTRIEB Wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor längs im Bug eingebaut, Zylinderkopf aus Leichtmetall, fünffach gelagerte Kurbelwelle, zwei obenliegende Nockenwellen, Antrieb durch Kette, zwei Doppel-Flachstromvergaser Mikuni-Solex 40 PHH
AUFBAU+FAHRWERK Vorne  Einzelradaufhängung an Federbeinen und unteren Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator; hinten Starrachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer. Lenkung: Kugel-umlauflenkung. Bremsen: Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker, v. Scheiben, h. Trommelbremsen, Handbremse auf die Hinterräder wirkend, Räder: 5 1/2 J x 14 Stahl, Reifen: 185/70 HR 14
FAHRLEISTUNGEN¹ Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 10,3 s; Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h; Verbrauch: 12,0 l/100 km
ECKDATEN L/B/H: 4370/1640/1315 mm; Radstand: 2500 mm; Spurweite v./h.: 1350/1365 mm; Wendekreis: 11,05 m; Leergewicht: 1127 kg; Zuladung: 433 kg; Tankinhalt: 61 l; Preis (Test-Basispreis): 21.440 Mark
¹ Messwerte aus AZ 15-16/1981

Endergebnis
  Audi Coupe GT 5S VW Scirocco GTI Opel Manta GT/E Renault Fuego GTX Toyota Celica Liftback GT
Karosserie und Innenraum  72 72  64  72  64
Motor/Getriebe/Fahrleistungen  83  80  81  72  77
Komfort und Bedienung  91  79  68  73  69
Fahrverhalten/Sicherheit  83  84  76  75  56
Unterhaltungskosten und Preiswürdigkeit  69  74  81  50  56
GESAMTPUNKTE  398  389  370  342  322
Platz  1  2  3  4  5

Unser Fazit

Der Sieg des Audi-Coupés kommt sicher für viele überraschend. Dass der Ingolstädter die Konkurrenz nach Punkten schlägt, verdankt er der Ausgewogenheit seiner Allround-Konzeption

Peter Bazille, Gernot Röthig, Werner Müller

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