Aktueller Benzinpreis im Januar 2017 Spritpreis klettert wieder

Aktueller Benzinpreis im Januar 2017
Aktueller Benzinpreis im Januar 2017 © ADAC
Inhalt
  1. Benzin- und Dieselpreis im Januar 2017
  2. Aktueller Benzinpreis: flexible Sprit-Steuer?
  3. Diesel-Subvention auf der Kippe?

Die aktuelle ADAC-Auswertung zeigt, der Benzinpreise und die Kosten für Dieselkraftstoff sind zum Jahresende auf ein Rekordhoch gestiegen. Ob sich dieser Trend im Januar 2017 fortsetzt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Pünktlich zum Jahreswechsel haben die Benzinpreise in Deutschland dem ADAC zufolge ihr Rekordhoch erreicht. Und: Mit dem teuersten Dieselpreis des Jahres von 1,201 Euro wurden die Autofahrer am 31. Dezember in das Jahr 2017 geschickt. Sechs Tage zuvor erreichte der Benzinpreis mit durchschnittlich 1,373 Euro seine Jahresspitze. Ob sich die steigende Tendenz der Spritpreise auch im Januar 2017 fortsetzt, ist noch schwer einzuschätzen. Dabei war das Jahr 2016 das günstigste Tankjahr seit 2009. Die aktuelle ADAC-Auswertung zeigt: Mit einem Liter Super E10 für 1,281 Euro und Diesel für durchschnittlich 1,078 Euro pro Liter, bewegten sich die Kraftstoffpreise auf dem niedrigsten Niveau seit sieben Jahren. Insgesamt war der Dezember der teuerste Tankmonat des Jahres. Im Durchschnitt kosteten ein Liter E10 1,345 Euro und Diesel 1,175 Euro. Am günstigsten waren beide Kraftstoffe im Februar mit 1,1835 Euro pro Liter Super E10 und 0,9695 Euro pro Liter Diesel. Am günstigsten tankte es sich für Dieselfahrer übrigens in Essen, Hamburg und Duisburg. Fahrer mit Benzinmotoren kamen ebenfalls in Essen, Düsseldorf und Köln am billigsten weg. Die teuersten Städte zum Tanken waren Nürnberg, Bielefeld und Stuttgart für Diesel sowie Bielefeld, Frankfurt a.M. und Dresden. Wie der Trend für das Jahr 2017 aussieht, hängt Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de, zufolge von verschiedenen Faktoren ab: "Die Ölpreise haben zum Jahresende so stark angezogen wie seit 2009 nicht mehr. Hauptgrund dafür ist die Einigung des Opec-Kartells Ende November darüber, die Fördermengen erstmals seit 2008 zu drosseln und damit der Ölschwemme auf dem Weltmarkt zu begegnen. [Aber] wenn die USA weiterhin Fracking betreiben, der Iran mit seinem Öl auf den Weltmarkt drängt, die Weltwirtschaft abflaut oder die Opec-Staaten ihre eigenen Abmachungen doch nicht einhalten, wird der Preis auch wieder unter Druck kommen."

Flexible Sprit-Steuer als Lösung schwankender Benzinpreise (Video):

 
 

Benzin- und Dieselpreis im Januar 2017

Schon Ende November 2016 zeigten sich die Tendenzen zu steigenden Spritpreisen. So kostete ein Liter Super E10 durchschnittlich 1,299 Euro und damit 1,2 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich im bundesdeutschen Durchschnitt um 1,1 Cent und liegt bei 1,128 Euro. Dennoch waren die Benzin- und Dieselpreise im November 2016 spürbar niedriger als im Monat zuvor. Dies gilt vor allem für Benzin. Wie die monatliche ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise zeigt, kostete ein Liter Super E10 im Monatsmittel 1,296 Euro. Das waren 2,4 Cent weniger als im Oktober. Der durchschnittliche Dieselpreis lag im November bei 1,121 Euro – ein Minus gegenüber dem Vormonat von 1,6 Cent. Eine Entwicklung, die sich zeitnah schon ändern könnte: Die Öl-fördernden Staaten (Opec) haben sich dazu durchgerungen, die Öl-Förderung zu kürzen. Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Opec-Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Ein Überangebot hat die Preise für Öl seit 2014 gedrückt. Seitdem kämpfte das Opec-Kartell mit geringeren Einnahmen. Welche Bedeutung die Förderkürzung für die Benzin-, Diesel- und Heizölpreise hat, ist noch unklar. Doch schon vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Der Anstieg betrug am Mittwoch bereits zeitweise fast neun Prozent. Bis kurz vor der Opec-Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Mehrere vorbereitende Treffen waren ohne Durchbruch verlaufen.

Video Pkw-Maut Deutschland: Video
Pkw-Maut Deutschland: Video  

Pkw-Maut in Deutschland

 

Aktueller Benzinpreis: flexible Sprit-Steuer?

Die Rede ist von einer flexiblen Sprit-Steuer. Das Prinzip hinter dem neuen Konzept für Abgaben an den Staat ist dabei denkbar einfach, könnte aber auch dafür sorgen, dass fallende Benzinpreise der Vergangenheit angehören. Bisher wurde Kraftstoff bei günstigeren Rohölpreisen ebenfalls billiger. Die Verbraucher hatten also einen Vorteil von niedrigen Ölpreisen. Ohne die flexible Sprit-Steuer werden sinkende Rohölkosten nicht mehr an den Verbraucher weitergegeben, da die neue Steuer den Preisverfall kompensiert. Im Klartext heißt das: Der Ölpreis könnte noch so stark variieren, der Benzinpreis bliebe stabil. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel steht hinter dem Vorschlag, schließlich könnten steigende Rohölpreise ebenfalls ausgeglichen werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt positioniert sich allerdings eher dagegen, da er in der Idee lediglich eine Steuererhöhung sehe. Bisher ist die flexible Sprit-Steuer ohnehin nur eine Idee, die auf keinem fundierten Konzept ruht. Momentan ist in den Benzinpreisen bereits eine Steuer von 65,45 Cent eingerechnet, bei Diesel sind es 47,04 Cent. Wann eine sogenannte "atmende Steuer" tatsächlich auf die Agenda rückt, kann noch nicht gesagt werden. Die Politiker sehen darin jedoch eine Möglichkeit, den Energieverbrauch zu senken.

LandBenzinpreis in Euro pro LiterDieselpreis in Euro pro Liter
Deutschland1,3291,149
Dänemark1,5151,233
Niederlande1,6291,299
Belgien1,3791,277
Luxemburg1,1440,978
Frankreich1,3181,252
Schweiz1,3791,397
Österreich1,1541,087
Tschechien1,0881,036
Slowenien1,2261,124
Kroatien1,2241,136
Polen1,0611,021
Italien1,5501,399
Spanien1,1851,087

Video GEZ montiert Ventilwächter: Video
GEZ montiert Ventilwächter: Video  

Platte Reifen für GEZ-Muffel

 

Diesel-Subvention auf der Kippe?

Nach dem von VW ausgelösten Abgas-Skandal planen die Umweltminister einiger Bundesländer, die Steuer auf Diesel auf das Niveau der Benzinsteuer anzuheben. Die Preisvorteile sollen dabei schrittweise abgebaut werden, fordern die Minister aus Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Hessen und Niedersachsen in einem Beschlussvorschlag für die Sonder-Umweltministerkonferenz anlässlich der Abgas-Affäre. Die Beschlussvorlage der fünf Bundesländer appelliert außerdem an den Bund, Autos unter realen Bedingungen – also auf der Straße fahrend – erneut zu testen. Damit soll sichergestellt werden, dass die geltenden Emissionsbegrenzungen eingehalten werden. Die dadurch entstehenden Kosten hätten die Auto-Hersteller zu tragen. Ebenso soll die Kontrolle über Abgasprüfungen zukünftig nicht mehr durch das Kraftfahrtbundesamt erfolgen, sondern diese Kompetenz zum Umweltbundesamt wandern. Autobauer müssten sich dann höchstwahrscheinlich auf deutlich schärfere Kontrollen einstellen. Aus Bayern (BMW, Audi) und Baden-Württemberg (Mercedes, Porsche) fehlen die Unterschriften der entsprechenden Ressortchefs. Alle vier Autobauer haben einen hohen Anteil an produzierten Diesel-Fahrzeugen in ihrer Flotte. Die schweren Limousinen haben dank üppiger Motorisierung und hohem Gewicht eine entsprechend anspruchsvollen Umwelt- und Schadstoffbilanz. Pikant: Niedersachsen, in dem jeder fünfte Job des VW-Konzerns beheimatet ist, stützt die Beschlussvorlage für das Aus der Diesel-Steuersubventionen. Das Bundesland forderte den Bund auf, darzulegen, wie eine solche stufenweise Reduktion der Dieselsubvention funktionieren könnte und in welchem Zeitrahmen dies zu geschehen hätte. Ein Greenpeace-Sprecher nannte die Vorschläge eine "schallende Ohrfeige" für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und warf diesem vor, die Aufklärung des Diesel-Skandals zu verschleppen.

News Tempo 30 auf Hauptstraßen
Tempo 30 in der Stadt (Update)  

ADAC hält Tempo 30 für falsch

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.