Aktueller Benzinpreis im September 2017 Spritpreise steigen weiter

von AUTO ZEITUNG 08.09.2017
Entwicklung des Benzin- und Dieselpreises im September 2017.
Entwicklung des Benzin- und Dieselpreises im September 2017. © ADAC
Inhalt
  1. Der aktuelle Benzinpreis im September 2017
  2. Steht die Diesel-Subvention auf der Kippe?
  3. Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?
  4. So beim Benzinpreis sparen
  5. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Die aktuellen Benzin- und Dieselpreise zeigen auch Anfang September 2017 eine steigende Tendenz. Außerdem: Das vom Umweltbundesamt in Frage gestellte Dieselprivileg an der Tankstelle steht laut Bundesfinanziministerium nicht zur Disposition. Und: Durch einen intensivem Preisvergleich und den richtigen Zeitpunkt können Autofahrer bares Geld sparen. So geht's!

Die Preise für Benzin und Diesel ziehen im September 2017 weiterhin leicht an. Nach Angaben des ADAC mussten Autofahrer am 7. September im Vergleich zur Vorwoche 3,1 Cent mehr zahlen für einen Liter Sper E10. Demnach kostet der Kraftstoff derzeit im Tagesmittel 1,361 Euro/Liter. Während der Preis für Diesel im vergangenen Monat kaum anstieg, ist hier im September 2017 ebenfalls ein Preissprung von 1,6 Cent zu verzeichnen. Ein Liter Diesel kostet momentan 1,142 Euro. Der ADAC geht davon aus, dass die Preiserhöhung auf die höheren Rohölpreise und den im Vergleich zum US-Dollar etwas abgeschwächten Euro-Kurs zurückgeht. Wegen des Hurrikans, der später zum Tropensturm herabgestuft wurde, ist rund ein Viertel der US-amerikanischen Raffineriekapazitäten ausgefallen. Im Durchschnitt des Vormonats tankten die Autofahrer noch einen Liter Super E10 für 1,31 Euro und Diesel für 1,11 Euro. Vor diesem Hintergrund betont der ADAC, dass auch die Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben, wenn sie sich preisbewusst verhalten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Dann sind die Benzin- und Dieselpreise erfahrungsgemäß am günstigsten!

In diesen Bundesländern tankt man am günstigsten und teuersten (Video):

 
 

Der aktuelle Benzinpreis im September 2017

Wie der Trend für das Jahr 2017 aussieht, hängt Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de, zufolge von verschiedenen Faktoren ab: "Die Ölpreise haben zum Jahresende so stark angezogen wie seit 2009 nicht mehr. Hauptgrund dafür ist die Einigung des Opec-Kartells Ende November darüber, die Fördermengen erstmals seit 2008 zu drosseln und damit der Ölschwemme auf dem Weltmarkt zu begegnen. [Aber] wenn die USA weiterhin Fracking betreiben, der Iran mit seinem Öl auf den Weltmarkt drängt, die Weltwirtschaft abflaut oder die Opec-Staaten ihre eigenen Abmachungen doch nicht einhalten, wird der Preis auch wieder unter Druck kommen." Schon Ende November 2016 zeigten sich die Tendenzen zu steigenden Spritpreisen. Schließlich haben sich die Öl-fördernden Staaten (Opec) haben sich dazu durchgerungen, die Öl-Förderung zu kürzen. Mit der Entscheidung wollte das Ölkartell bis Juni 2017 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Opec-Limit sollte bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Ein Überangebot hat die Preise für Öl seit 2014 gedrückt, seitdem kämpfte das Opec-Kartell mit geringeren Einnahmen.

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Steht die Diesel-Subvention auf der Kippe?

Die Bundesregierung hält an der Begünstigung von Diesel-Kraftstoff bei der Mineralölsteuer fest. "Es gibt keine Pläne, da eine Änderung herbeizuführen", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag, 14. August 2017, in Berlin. Er verwies auf die höhere Kraftfahrzeugsteuer für Diesel-Autos, die der Vergünstigung bei der Mineralölsteuer gegenüberstehe. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Mineralölsteuer zur Diskussion gestellt. Dieses "muss auf den Prüfstand", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberge am Samstag, 14. August 2017, der "Rheinischen Post". "Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung", sagte Krautzberger. Selbst nach Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos bedeutete das rund eineinhalb Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen pro Jahr. "Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020", so Krautzberger. Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller "umweltschädlichen Subventionen" gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädte, hieß es. Auch Umweltverbände verlangen seit Jahren, Diesel und Benzin gleich zu besteuern, und damit Diesel an der Tankstelle teurer zu machen als bisher. Das Bundesumweltministerium will sich in die Debatte nicht einmischen, obwohl das UBA ihm als Behörde unterstellt ist. «"Wir brauchen nicht mehr Steuern, sondern einen Qualitätscheck des bestehenden Steuersystems", sagte ein Sprecher. Das Steuersystem müsse insgesamt ökologischer werden. Die Dieselsteuer isoliert anzuheben, würde dazu führen, das Diesel-Fahrer alleine die Zeche zahlten.

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Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?

2016 hatte der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine flexible Sprit-Steuer auf den Tisch gebracht. Das Prinzip ist denkbar einfach, könnte aber auch dafür sorgen, dass fallende Benzinpreise der Vergangenheit angehören: Aktuell wird der Kraftstoff bei günstigeren Rohölpreisen billiger, die Verbraucher haben also einen Vorteil von niedrigen Ölpreisen. Mit der flexiblen Benzin- und Dieselsteuer würden sinkende Rohölkosten aber nicht mehr an den Verbraucher weitergegeben, da die neue Steuer den Preisverfall kompensiert. Im Klartext heißt das: Der Ölpreis könnte noch so stark variieren, der Benzinpreis bliebe stabil. Gabriel argumentierte, das schließlich auch steigende Rohölpreise ausgeglichen werden könnten. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte sich gegen die Idee einer flexiblen Spritsteuer positioniert, da er in der Idee lediglich eine Steuererhöhung sehe.

Flexible Sprit-Steuer als Lösung schwankender Benzinpreise (Video):

 
 

So beim Benzinpreis sparen

Anfang Februar 2017 kam der Jahresbericht der Marktransparenzstelle Kraftstoffe beim Bundeskartellamt zum Ergebnis, dass die Diesel- und Benzinpreise an den Tankstellen auch weiterhin innerhalb einer Stadt und eines Tages um bis zu 30 Cent pro Liter schwanken. Kartellamtschef Andreas Mundt rät deshalb zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Zwischen 18 und 20 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten, nachts am teuersten. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle, so verzeichnet zum Beispiel das Bundesland Sachsen im Februar 2017 den teuersten Benzinpreis, während im Nachbarland Sachsen-Anhalt der deutschlandweit günstigste Durchschnittspreis für Super E10 errechnet wird.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten - der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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