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Kleinwagen: Sieben günstige Autos im Vergleichstest

Sieben Zwerge

Was darf man von Autos erwarten, die weniger als 10.000 Euro kosten? Eine ganze Menge, wie dieser bunte Vergleichstest zeigt

DACIA SANDERO 1.2 16V

Mit einem Basispreis von 6.990 Euro ist der Dacia Sandero das mit Abstand günstigste Angebot auf dem Markt. Doch billig bedeutet in diesem Fall nicht gleich verzichten. Denn der Sandero ist mit einer Gesamtlänge von 4,02 Metern das größte Auto in diesem Vergleichstest. Er ist im Schnitt ganze 40 Zentimeter länger als die anderen, überragt den Kürzesten im Test (Daihatsu Cuore) sogar um fast 60 Zentimeter. So ist es keine Überraschung, dass der Sandero beim Platzangebot die Nase vorn hat, gehört er doch eigentlich schon fast zur Kompaktklasse und nicht zu den Kleinen oder Kleinsten.

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Im Vergleichstest geht er als einziger wirklich tauglicher Fünfsitzer durch und hält dann sogar noch 320 Liter Platz im Kofferraum bereit (bei umgeklappten Rücksitzen: 1.200 Liter). Allerdings würde man sich auf langen Touren über etwas bequemere und weniger schweißtreibende Sitze freuen, die einen besseren Rückhalt bieten. So rutscht man bei Kurvenfahrten hin und wieder seitlich aus dem Sitz. Zu sportlich sollte man mit dem Dacia Sandero ohnehin nicht fahren, denn ein ESP gibt es nicht einmal gegen Aufpreis.

Bei Materialanmutung und Verarbeitung erfüllt der Dacia einfache Ansprüche. Viele Schalter und Hebel stammen aus der Großserie von Konzernmutter Renault, und so hinterlassen auch Motor und Getriebe einen soliden Eindruck. Nur bei sehr hohen Drehzahlen macht sich der 1,2-Liter-Vierzylinder bemerkbar. Mit 6,8 Litern pro 100 km verbraucht der Dacia am meisten, liefert dafür aber auch genügend Kraft. Den stärkeren 1,6-Liter-Motor mit 85 PS, den es erst ab der Lauréate-Ausstattung gibt (9.990 Euro), könnte man höchstens auf der Autobahn jenseits von Tempo 130 vermissen.

WER VIEL PLATZ FÜR WENIG GELD WILL, KOMMT AM DACIA NICHT VORBEI
Schon auf den ersten Metern wird klar, dass hier alles auf Komfort ausgelegt ist. Vor allem auf schlechten Straßen oder Schotterpisten kann der Rumäne mit französischen Genen punkten. Hier verlieren selbst tiefe Schlaglöcher ihren Schrecken, denn das weiche Fahrwerk bügelt sie gutmütig glatt. Bei der Dynamik muss man dafür Abstriche machen. Zu groß sind die Lenkradwinkel, zu indirekt die Reaktionen von Lenkung und Fahrwerk, zu schaukelig die Aufbaubewegungen.

Zwar erzielt der Sandero eine der besten Rundenzeiten auf dem Handlingparcours, das gelingt jedoch nur dem Profi, der die lebhaften Lastwechselreaktionen zu nutzen weiß. Normalfahrer sind damit im Ernstfall schnell überfordert, und ein rettendes ESP gibt es für den Dacia Sandero nicht. Zudem könnten die Bremsleistungen besser sein. Dafür gewinnt der Sandero die Kostenwertung haushoch, denn hinter den 6.990 Euro versteckt sich auch nach näherer Betrachtung kein Haken. Und die laufenden Kosten sind für Dacia-Fahrer nicht höher als bei den Rivalen.

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