VW muss Autos am BER zwischparken (Update!) Eine Million Euro für 8000 Autos

von Sarah Siepelmeyer 30.07.2018

VW mietet am BER für 8000 Autos Parkflächen an. Die sollen dort bis zu ihrem WLTP-Abgastest zwischengeparkt werden. Nach erfolgreicher Absolvierung des Prüfzyklus erfolgt die Freigabe durch das Kraftfahrtbundesamtes und der anschließende Verkauf.

Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist noch nicht fertig, entsprechend viel Platz ist draußen, den VW nun nutzen will. Volkswagen muss aktuell viele Neuwagen zwischenlagern, denn die Wolfsburger haben neben dem Ärger um die Umstellung auf WLTP und fehlenden KBA-Zulassungen für Modelle im Zusammenhang des Abgasskandals noch ein weiteres Problem: Platznot. Auf dem Gelände des BER mietet der Konzern deshalb Flächen zum Gegenwert von einer Million Euro für 8000 Fahrzeuge an, die noch auf die Freigabe warten. Bei den zwischgeparkten Fahrzeugen handelt es sich offenbar um Autos, die von Volkswagen vorproduziert wurden. Die Autos auf dem Gelände des BER sollen so produziert sein, dass sie dem neuen Abgas-Prüfverfahren namens WLTP standhalten können. Das neue Abgasprüfverfahren soll den Schadstoffausstoß realistischer messen als die bisherigen Tests und ist eine Konsequenz aus dem Diesel-Skandal. Gesetzlich geregelt ist: Ab dem 1. September 2018 dürfen Hersteller nur noch Fahrzeuge verkaufen, die den WLTP-Test durchlaufen haben. Mehr zum Thema: WLTP ersetzt NEFZ

 

BER wird zum Parkplatz für VW

Durch die Umstellung auf das neue Verfahren könne es im VW-Konzern zu Lieferverzögerungen bei 200.000 bis 250.000 Fahrzeugen kommen. Ein Teil davon wird wohl auf den angemieteten Parkplätzen abgestellt, die Fahrzeuge werden also zwischengeparkt. Neben dem Berliner Flughafen, der offiziell 2020 in Betrieb gehen soll, nutzt VW zur Abstellung der Fahrzeuge ebenfalls ein konzerneigenes Testgelände in Ehra-Lessien im Landkreis Gifhorn. Sollte das nicht reichen, können immer noch mehr Flächen angemietet werden. VW rechnet aber damit, dass sich die Situation nach den Werksferien Ende Juli 2018 entspannt. Der Konzern gab an, dass es nach der Sommerpause schon deutlich mehr Freigaben geben würde. Bis dahin allerdings drosseln viele Werke ihre Produktion. Zwischen August und September 2018 sollen in einigen Werken Schichten ausfallen oder die Produktion tageweise ganz ausgesetzt werden.

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