Manipulationen bei WLTP: EU hat Hinweise Tricksen Autohersteller bei neuem WLTP-Abgastest?

von Sarah Siepelmeyer 27.07.2018

Wird beim neuen WLTP-Messverfahren manipuliert? Nach eigenen Angaben geht die EU-Kommissin ersten Hinweisen nach. Seit September 2017 ersetzt die WLTP-Messung den NEFZ-Test.

Das neue WLTP-Prüfverfahren soll bei Autos für realistischere Verbrauchsangaben sorgen. Seit Ende 2017 gilt das neue Prüfverfahren, doch bereits jetzt hat die EU-Kommission Medienberichten zufolge Hinweise auf neue Manipulationen durch Autohersteller. Das neue WLTP-Testverfahren ist offenbar nicht tricksicher, das liegt vor allem daran, dass die Hersteller mit ihren Fahrzeugen bei WLTP keinen fixen Messwert mehr erfüllen müssen, sondern der Schadstoffausstoß prozentual bewertet wird. Bei den Vorwürfen der EU geht es vor allem um die Erreichung der ab 2025/2030 geltenden Kohlendioxid-Grenzwerte. Konkret sollen die Werte bis 2025 um 15 und bis 2030 auf 30 Prozent sinken.Um die in Zukunft immer strengeren CO2-Vorschriften einzuhalten hätten laut EU einige Hersteller ihre Testfahrzeuge so manipuliert, dass die Messwerte deutlich höher ausfallen. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich abwegig, denn höhere Messwerte suggerieren in der Regel nichts Gutes. Schaut man jedoch genau hin, erkennt man die Strategie dahinter. Wer mit einem künstlich erhöhten Wert startet, müsste prozentual gesehen weniger reduzieren. Die realen Werte müssten sich demnach für die Erreichung der Ziele kaum bis gar nicht verändern. Mehr zum Thema: Lieferchaos dank WLTP

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So funktioniert der WLTP-Abgastest (Video): 

 
 

WTLP-Manipulation durch hohe Erst-Messwerte?

Laut den Informationen einer Studie des "Joint Research Centers", einer Forschungseinrichtung der EU-Kommission, ist die Annahme berechtigt, dass Konzerne bei Messungen die Abgaswerte künstlich in die Höhe treiben könnten. Erste Untersuchungen nach dem neuen Messverfahren deuten darauf hin, dass die von den Fahrzeugbauern angegebenen Werte über den tatsächlichen Emissionen lägen, und zwar durchschnittlich um satte 4,5 Prozent. Bei einzelnen Fahrzeugtypen gab es wohl sogar Differenzen von bis zu 13 Prozent. Diese Manipulationen hätten zur Folge, dass die von der EU gesteckten CO2 Ziele 2025/2030 nicht erreicht werden könnten. Konkrete Fahrzeughersteller werden in der Studie allerdings nicht genannt. Zwei Fälle, die im Detail ausgewertet wurden geben den EU-Experten Grund zur Annahme, dass die Ursache für die überhöhten CO2-Messwerte das Fahren mit leerer Batterie, einer deaktivierten Start-Stopp-Automatik des Motors während des Tests und eine höhere Motordrehzahl gewesen sein könnte. Mehr zum Thema: In diesen Städten gilt ein Diesel-Fahrverbot

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