VW Golf 7 GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI: Vergleich

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VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI
VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Einfach ein Auto von der Stange nehmen, starken Motor einbauen, Fahrwerk, Bremse, Optik anpassen – und fertig ist der Volkssportler. VW hat gleich drei Stück davon im Angebot – hier sind sie. >> Mehr zum Thema Vergleichstests

VW Golf GTI
VW Golf GTI Foto: Daniela Loof

Spezialisiert: Elektronischer Differenzialsperre sei Dank gript der Golf in Kurven auch unter Last ziemlich gut.

VW Golf GTI
VW Golf GTI Foto: Daniela Loof

Detailliert: Das handliche Sportlenkrad, der griffige Golfball-Schaltknauf und rote Ziernähte machen den Unterschied zum Null-Acht-Fuffzehn-Cockpit des Golf.

VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI
VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Man sagt ja, der Wald habe Ohren. Dann sagen wir ihm doch mal guten Tag. Also hoch die Drehzahl, eingelenkt und ab dafür.

VW Polo GTI
VW Polo GTI Foto: Daniela Loof

Auf verwinkelten Waldstraßen mit belaubtem Asphalt fühlt sich der quirlige Polo am besten an.

VW Polo GTI
VW Polo GTI Foto: Daniela Loof

Anders als in den Brüdern übernimmt hier das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe (DSG) die Schaltarbeit.

VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI
VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Der VW Golf schluckt fiese Bodenwellen dank der optionalen Dämpferregelung (DCC) souverän.

VW Up GTI
VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Trotz schmaler Reifen, recht hohen Schwerpunkts und bescheidener 115 PS ist man auch mit dem Up recht flott unterwegs. Ein dramatischerer Auftritt stünde ihm aber besser.

VW Up GTI
VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Kultiviert: Sitzbezüge im 70er-Jahre-Style sind selbst noch heute cool und gehören in jeden GTI – auch in den Up GTI.

VW Up GTI
VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Das große GTI-Gefühl aus Golf und Polo kommt im Up nicht auf: Zu hoch ist die Sitzposition.

VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI
VW Golf GTI/VW Polo GTI/VW Up GTI Foto: Daniela Loof

Halten wir fest: Alle drei GTI sind eindeutig Gute-Laune-Produzenten.

Einfach ein Auto von der Stange nehmen, starken Motor einbauen, Fahrwerk, Bremse, Optik anpassen – und fertig ist der Volkssportler. Doch ist auch überall GTI drin, wo GTI draufsteht? Kleine Sause mit VW Up GTI, VW Polo GTI und VW Golf 7 GTI!

Es gibt Menschen, die machen alles hundertprozentig, die kennen keine Kompromisse, die hassen halbe Sachen. Für die muss es etwas mit mehr Druck im Lader sein, mit weniger Profil auf den Reifen und mit mehr Krawall um die Endrohre. Und das Wort Sport sollte im Modellnamen auftauchen. Solche Leute fahren keinen GTI. Für diejenigen, die es nicht so ernst meinen, ist ein GTI dagegen genau das richtige Vehikel. Denn er gehörte nie zur Gruppe der bewegungssüchtigen Frühaufsteher mit Fettanteil im einstelligen Prozentbereich, sondern war immer schon ein Alltagskönig, den man bedenkenlos zum Brötchenholen in die verkehrsberuhigte Innenstadt als auch in den Urlaub oder auf die Serpentinenstraße schicken konnte. Die Rede ist vom VW 7 Golf GTI, dem Sportler unter den Volkswagen – trendig, peppig, ein bisschen wild, aber nicht zu ausgefallen, sondern anpassungsfähig und immer brav genug, um viele Freunde zu finden.
 

VW Golf 7 GTI, VW Polo GTI und VW Up GTI im Faszinations-Vergleich

Wahrscheinlich hat deshalb mal jemand gesagt, einen VW Golf 7 GTI kauften sich jene, die sich nicht für Autos interessieren. Das ist natürlich Quatsch. Einen Golf wählen diejenigen, die sich nicht entscheiden können oder wollen, die keinen Spezialisten brauchen, sondern ein Auto, das alles gut kann. Das war schon bei der ersten Generation so, und das gilt bis heute für den aktuellen GTI Performance mit 245 PS, der sowohl die Strecke Kiel-Kufstein lässig abspult, als auch an Schwedenkreuz und Schwalbenschwanz auf der Nordschleife cool bleibt. Dank Sperrdifferenzial gript der Golf selbst dann noch richtig gut, wenn man schon am Kurvenscheitelpunkt wieder Drehmoment nachkippt. Und weil die drei Buchstaben eine gewisse Anziehungskraft ausüben und ihnen seit 1982 jedes Jahr zigtausende Fans auf einem Fest am Wörthersee huldigen, zieren sie inzwischen auch andere Modelle – etwa den VW Polo GTI. Der Kleine aus Wolfsburg hat den gleichen Vierzylinder-Turbo wie der Golf, aber "nur" 200 PS, wiegt dafür jedoch auch knapp 140 kg weniger. Geringere Masse, kürzerer Radstand, weniger ausladende Maße: Besonders auf verwinkeltem Terrain wuselt der VW Polo gefühlt etwas präziser als sein größerer Bruder, weil er weniger Platz braucht und eine Spur handlicher wirkt. Die Schaltarbeit übernimmt das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Polo GTI spritziger als der Golf GTI, Up GTI am wendigsten

Wenn das Asphaltband noch enger wird, kommt der jüngste GTI ins Spiel, der VW Up. Trotz schmaler Reifen, recht hohen Schwerpunkts und bescheidener 115 PS ist man auch mit ihm recht flott unterwegs. Dabei röhrt der Dreizylinder-Turbo wie ein Großer, und die 200 Newtonmeter Drehmoment haben im wahrsten Sinne des Wortes leichtes Spiel mit dem rund 1000-Kilo-Zwerg. Die Lenkung gibt ordentlich Rückmeldung, die Gänge flutschen gut durch die Gasse. Auch das Fahrwerk wurde leicht modifiziert, damit der fast 200 km/h schnelle 3,60-Meter-Floh sicher und einigermaßen satt liegt. Das passt alles soweit und macht auch richtig Laune. Doch das große GTI-Gefühl aus VW Golf und VW Polo kommt im VW Up GTI nicht auf: Zu hoch ist die Sitzposition – die Sitze kennt man in ähnlicher Form aus dem normalen VW Up –, und auch sonst differenziert sich die Top-Variante nicht so stark von der Stangenware, wie wir das gern hätten, etwa mit Scheibenbremsen hinten, obwohl diese vielleicht gar nicht nötig sind.

Der Golf GTI setzt sich an die Spitze

Auf der langen Geraden setzt sich der VW Golf 7 GTI an die Spitze. Er schluckt fiese Bodenwellen dank optionaler Dämpferregelung (DCC) souverän. Der VW Polo GTI bleibt im Windschatten, während der VW Up GTI etwas zurückfällt. Und dann liegt ein Dutzend Rechts- und Linkskurven vor der GTI-Familie – verschiedene Radien, bergauf, eine 180-Grad-Wende ist dabei. Schon ist der Up wieder dran, schlupft ein wenig auf dem feuchtem Laub, wirft sich aber entschlossen in die Biegung. Golf und Polo juckt der schmierige Boden wenig, die Elektronik regelt so genau, dass man hier auch einhändig durchsausen könnte. Halten wir fest: Alle drei GTI sind eindeutig Gute-Laune-Produzenten, ein dramatischerer Auftritt stünde dem VW Up GTI aber besser. Der VW Golf GTI kann mal wieder alles. So ist er eben, und so muss er auch sein. In die Lücke dazwischen stößt der VW Polo GTI – auch preislich. Er wirkt etwas spritziger und gelöster als der VW Golf, ist richtig flink und fast so wendig wie der VW Up. Wenn es ihn doch nur mit H-Schaltung gäbe…

Messwerte & Technische Daten VW Golf 7 GTI, VW Polo GTI und VW Up GTI

AUTO ZEITUNG 12/2019VW Golf GTIVW Polo GTI
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo4/4; Turbo
Hubraum1984 cm³1984 cm³
Leistung180 kW/245 PS147 kW/200 PS
Max. Gesamtdrehmoment370 Nm320 Nm
Getriebe/Antrieb6-Gang manuell/Vorderrad6-Gang-Doppelkupplung/Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1421/- kg1285/- kg
Beschleunigung (Test)  
0 - 100 km/h6,5 s6,8 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h238 km/h
Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm (Test)35,8/35,8 m35,6/33,8 m
Verbrauch (Test/EU)-/7,6 l S/100 km-/6,9 l S/100 km
Preise
Grundpreis34.895 Euro25.210 Euro
 VW Up GTI
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4; Turbo
Hubraum999 cm³
Leistung85 kW/115 PS
Max. Gesamtdrehmoment200 Nm
Getriebe/Antrieb6-Gang manuell/Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1004/- kg
Beschleunigung (Test) 
0 - 100 km/h8,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)196 km/h
Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm (Test)35,7/35,4 m
Verbrauch (Test/EU)-/6,2 l S/100 km
Preise
Grundpreis17.500 Euro