Kommentar

Tempolimit: Trump und die Ayatollahs erübrigen die Debatte

Trumps Iran-Desaster führt zum Tempolimit durch die Hintertür. Und sollte der Elektromobilität den nötigen Schwung geben, findet Redakteur Guntram Fiala. Ein Kommentar.

Der Autor in einer Bildmontage zum Thema Tempolimit.
Foto: picture alliance / SvenSimon / Kollage: AUTO ZEITUNG
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Schon gemerkt? Auf deutschen Autobahnen geht es neuerdings so gemächlich zu wie im benachbarten Ausland. Auch auf unlimitierten Abschnitten pendelt sich die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit, ohnehin seit Jahren im Sinkflug, auf rund 110 km/h ein. E-Autos wechseln plötzlich auf die Überholspur. Nur kräftiger motorisierte Verbrenner-Dienstwagen mit integrierter Tankzahlkarte wagen sich noch über die Richtgeschwindigkeit hinaus. Noch. Die Tempolimit-Debatte hat sich damit weitgehend erübrigt.

Denn wenn auf der Straße von Hormus nichts mehr geht, gerät binnen Wochenfrist auch der Verkehr in Deutschland ins Stocken. Ein Schock, der heilsam und lehrreich sein sollte. Vom Gas gehen, die angeblich-ach-so-eilige Fahrt entschleunigen oder gar auf sie verzichten, ist ein erster Schritt. Und siehe: Dafür braucht es kein gesetzliches Tempolimit. Eine Dosis Preisdruck, ein bisschen Empathie für Mitmenschen, Umwelt und den eigenen Geldbeutel genügen.

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Verbrenner-Autos sind zunehmend wie ihr Kraftstoff: Fossilien

Wer es kann, sollte sich aber auch schnellstmöglich von Verbrenner-Autos verabschieden. Die fossilen Fahrzeuge sind nämlich nicht nur teuer, sondern unerschwinglich geworden: Neben Umweltschäden sorgen sie für Verteilungskonflikte und Erpressung buchstäblich auf Welt-Niveau, halten blutige Unterdrückungs-Regime mit Hunderten von Milliarden am Leben. Wie lange wollen wir uns das noch leisten?

Die richtige Konsequenz sollte sein: Wir müssen weg von fossilen Kraftstoffen, so schnell wie möglich. Wenn es sein muss, ironischerweise mit Trumps „Hilfe“. Sein Iran-Desaster zeigt einmal mehr, wie abhängig wir immer noch von der Droge Öl sind und dass wir dringend Entzug und zukunftsweisende Regeln brauchen.

Selbst das Aus vom Verbrenner-Aus steht faktisch vor dem Aus: Wer will ernsthaft nach 2035 einen Wagen kaufen, für dessen Tankinhalt der Gegenwert einer Waschmaschine draufgeht? Wenn E-Autos erst so hohe Autobahnreichweiten bieten wie Verbrenner und das Straßenbild dominieren, dürfen wir auch wieder über ein generelles Tempolimit diskutieren. Bis dahin gilt: Pause und Fokus auf die Prioritäten.