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Renault Mégane R.S. Trophy: Test Der Mégane R.S. Tophy ist ein Renault für Könner

von Elmar Siepen 09.07.2019

In welche Sportler-Nische gehört der neue Renault Mégane R.S Trophy mit seinen Fünf Türen, 300 PS und Sperrdifferenzial und Allradlenkung? Der Test liefert die Antwort!

PositivSehr hohes, fahrdynamisches Niveau, top Traktion
NegativHoher Verbrauch, eingeschränkter Fahrkomfort

Der Renault Mégane R.S. Trophy segelt vielleicht bei den Fans sportlicher Kompakter ein wenig unter dem Radar: Im Straßenbild sieht man die stärksten Renault Mégane-Versionen mit dem Kürzel R.S. jedenfalls eher selten. Wer sich am Wochenende aber einmal am Nürburgring einfindet, der trifft den giftigen  Gallier dort öfter an. Und man sieht sofort, zu welchen beachtlichen fahrdynamischen Einlagen er in kundiger Hand fähig ist. Nun also steht die Neuauflage beim Händler. In der Preisliste etwas seelenlos als "TCe 300 GPF" ausgewiesen, ist sie technisch dafür so modern, wie es eben geht: 1,8-Liter-Turbobenziner aus der Alpine, hier aber mit 300 PS, Partikelfilter für die Umwelt, in der getesteten R.S. Trophy-Version, zudem mit mechanischem Sperrdifferenzial, Allradlenkung und Cup-Fahrwerk – alles Zutaten, die einen erwartungsvoll aufhorchen und auf einen sportlich abgeschmeckten sowie kompakten Allrounder hoffen lassen. Beim Erstkontakt im Test gefallen bereits die recht großzügig konturierten Sitzschalen. Die Bedienung ist aus den konventionellen Mégane-Modellen bekannt, doch über den Multisense-Bildschirm können beim Renault Mégane R.S. Trophy die vier hinterlegten Fahrprogramme Comfort, Neutral, Sport und Race angewählt werden. Auch eine individuelle Konfiguration der Gas-, Getriebe- und Lenkungskennlinien ist hier möglich. Mehr zum Thema: Kompaktsportler

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Der Renault Mégane R.S. (2017) auf der Rennstrecke (Video):

 
 

Renault Mégane R.S. Trophy im Test

Schon auf den ersten Kilometern im Renault Mégane R.S. Trophy wird deutlich, dass die sehr straffe Feder-Dämpfer-Abstimmung die Untergrundbeschaffenheit stets 1:1 an die Insassen weiterleitet. Kupplung und Schaltung verlangen nach vergleichsweise hohen Bedienkräften. Das erfordert im alltäglichen Straßenverkehr Kompromissbereitschaft. Hohes Performance-Potenzial auf dem Rundkurs Biegt der Mega-Mégane allerdings auf eine abgesperrte Strecke ab, wird die Fahrt mit zunehmendem Tempo immer flüssiger. Wie sich der stärkste französische Kompakte artgerecht bewegen lässt, zeigt unser "sirius-gelber" Testwagen: Nach nur 5,4 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, und 259 km/h Höchstgeschwindigkeit verblüffen nicht nur so manchen Premiummobil-Lenker. Kurven durcheilt der Franzose gripstark, in engen Biegungen zieht es ihn dank mechanischem Sperrdifferenzial und Allradlenkung beinahe magisch nach innen. Das ist für Novizen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, weil dies bei vergleichsweise hohem Tempo geschieht. Auch Lastwechselreaktionen sind dem Renault keineswegs fremd und verlangen nach etwas Übung. Mit jeder Runde wird aber auch die Linie mit dem Renault Mégane R.S. Trophy runder – und der Fahrspaß immer größer. Allerdings fällt dafür eine angemessene Vergnügungssteuer an: Die 11,7 Liter Super Testverbrauch lassen sich problemlos auf 15 und mehr Liter steigern. Und mit einem Grundpreis von 38.890 Euro sollte auch das Konto gut gefüllt sein. Sehr beruhigend wirken da die fünf Jahre Herstellergarantie.

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Messwerte & technische Daten des Renault Mégane R.S. Trophy

AUTO ZEITUNG 10/2019Renault Mégane R.S. Trophy
Technik 
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo
Hubraum1798 cm³
Leistung221 kW/300 PS
Max. Gesamtdrehmoment400 Nm
Getriebe/Antrieb6-Gang, mechanisch/Vorderrad
Messwerte 
Leergewicht (Test)1419 kg
Beschleunigung 
0 - 100 km/h5,4 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)259 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,2/32,3 m
Verbrauch (Test)11,7 l S/100 km
CO2-Ausstoß (EU)183 g/km
Preise 
Grundpreis38.890 Euro

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von Elmar Siepen von Elmar Siepen
Unser Fazit

Schön, dass sich ein Hersteller noch traut, ein relativ kompromissloses Auto zu bauen. Der Renault Mégane R.S. Trophy taugt eher für den Rundkurs als für den Berufsverkehr. Das erfordert Kompromisse im Alltag, entschädigt aber mit bester Längs- und Querdynamik.

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