Alle Tests zum Renault Mégane

Renault Mégane R.S. Trophy-R: Tracktest Wie schlägt sich der Trophy-R im Tracktest?

von Johannes Riegsinger 11.02.2020

Mit dem Renault Mégane R.S. Trophy-R bekommen Sportfahrer Futter. 300 PS, heiß serviert. Den Tracktest lesen Sie in weniger als 7:40 Minuten!

Einsam und verlassen steht ein Renault Mégane R.S. Trophy-R auf dem Redaktionshof und empfiehlt sich für den nächsten Tracktest: die auf 500 Stück limitierte Rennstreckenfeile mit 300 Turbo-PS zu knapp 60.000 Euro, ohne Rückbank, dafür mit optionalem Karbon-Keramik-Paket. Vollkarbon-Felgen sowie Keramik-Bremsen für schlanke 26.000 Euro extra – ein absolutes Novum in der Kompaktklasse. "Trophy-R", das steht für den Rundenrekord, die der schnelle Mégane auf der Nürburgring-Nordschleife eingesammelt hat: 7 Minuten, 40 Sekunden und 10 Zerquetschte – Wahnsinn. Diese Taschengranate darf ich artgerecht ausführen. Für die Nordschleife in 7:40 Minuten reicht es bei mir zwar nicht, aber in einem früheren Leben hatte ich beim Motorradrennen in einem Kiesbett in Spa eine Offenbarung: Reiner Speed ist nicht alles. Wichtig ist, ob du kämpfen kannst. Ob dein Gerät dich in den Windschatten bringt und heraus. Ob es dir auf der Kampflinie hilft oder nur auf der Ideallinie. Und deshalb schauen wir uns das jetzt mal zusammen an. Zehn Runden Nürburgring-GP-Kurs Sprintstrecke. Einsteigen, anschnallen. Am Ende der Start-Zielgeraden, diesem saublöden Eck, in dem gefühlt drei Airbus A380 nebeneinander um Positionen kämpfen könnten, in dem es aber nur genau eine schnelle Linie gibt, wird sich in ein paar Runden entscheiden ob die Karbon-Keramik-Bremse ihr Geld wert ist. Dann, wenn gewöhnliche Bremsen den Löffel abgeben. Jetzt erstmal ankert sie gewaltig mit sauberem Pedalgefühl und rohem Biss, das ist gut. Bremse auf, einlenken und im aufmachenden Rechtsbogen beschleunigen – Blinzeln nicht vergessen. Dank Sperrdifferenzial zieht der Renault Mégane R.S. Trophy-R eine saubere Spur mit toller Traktion, pumpt sich sahnig vorwärts und lässt sich dann beim Vom-Gas-Gehen sanft in die Doppel-Rechts der Mercedes-Arena anstellen. Mehr zum Thema: Fahrdynamik 2.0 im R.S. Trophy

Fahrbericht Renault Mégane R.S. Trophy-R (2019)
Renault Mégane R.S. Trophy-R: Testfahrt begleitet Erste Mitfahrt im Mégane R.S. Trophy-R

Renault Mégane R.S. Trophy-R mit Nürburgring-Rekord (im Video):

 
 

Der Renault Mégane R.S. Trophy-R im Tracktest

Wunderbar neutral am Haftungsabriss entlangschippern, die Bridgestone Potenza S007 geben sich keine Blöße und der Renault Mégane R.S. Trophy-R im Tracktest auch nicht. Man muss schon die falsche Linie erwischt haben oder mit heftigem Tempoüberschuss unterwegs sein, um ihn ins Untersteuern zu kriegen. Und selbst das löst er gutmütig und schnell auf. Auch beim harten Wechsel in Richtung der Kurzanbindung bleibt er stabil, lässt sich prügeln, steckt Fahrfehler weg – genau hier wird man sich im Rennen ans Heck nervöser Kontrahenten saugen, ihnen Respekt einflößen und sie dann auf den paar Metern bis zur Kurzanbindung dreckig ausbeschleunigen, denn der Renault Mégane R.S. Trophy-R geht bestialisch. Einmal hochschalten, knackig runterschalten, das manuelle Sechsgang-Getriebe lässt sich trotz einer leichten Knorpeligkeit und des etwas langen Hebels schnell schalten. Auf der Bremse ist man dann innen, genau da, wo der Gegner hinmöchte.

Neuheiten Renault Mégane R.S. (2017)
Renault Mégane R.S. (2017): Motor (Trophy) 100 Exemplare des Trophy-R kommen nach Deutschland

 

Tracktest: Renault Mégane R.S. Trophy-R nur mit Handschaltbox

Auch ohne die Hinterachslenkung des "normalen" R.S. – das spart fast 40 Kilogramm – passt die Linie perfekt. Superneutral taucht der Renault Mégane R.S. Trophy R im Tracktest den Berg hinunter, er wird scharf und drängend und sauschnell. Hochschalten, kurz vor dem Advan-Bogen gleich nochmal, und jetzt hätte ich doch lieber das Doppelkupplungsgetriebe statt der Handschaltbox, die es für den Trophy-R ausschließlich gibt. Wer möchte schon mit 200-km/h-Plus durch den Rechtsknick braten und dabei "Guck, Mama, einhändig" flöten? – Ich nicht. "Sportfahrer-Purismus" ist mir Wurscht. Die lässig hingerotzte Wahnsinns-Stabilität des Mégane R.S. in der Veedol-Schikane dagegen kein bisschen – genauso wenig wie das druckige Anbremsen auf die letzte Kurve. Und eben diese "Hyundai N-Kurve" auf Start-Ziel heißt bei mir jetzt eh "Renault Sport"-Kurve. So perfekt hingezirkelt und schmissig segelt der Renault Mégane R.S. Trohy-R Runde für Runde da durch. Ganz früh geht es dann aufs Gas – dass der 1,8-Liter-Turbomotor ein Augenzwinkern später fröhlich in den Begrenzer rattert, hätte ich nicht erwartet. Spielerisches Hochdrehen, vehemente Beschleunigung. Und wieder von vorn. Die nächsten Gegner warten schon…

Dauertest
Renault Mégane GT: Test über 100.000 km Abschluss im Mégane-Dauertest

Tags:
Copyright 2020 autozeitung.de. All rights reserved.