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Renault Mégane R.S: Test Mégane R.S. mit kräftigem Turbo-Vierzylinder

von Jürgen Voigt 20.06.2018
Inhalt
  1. Der Renault Mégane R.S im Test
  2. Mégane R.S mit straffer Abstimmung
  3. Technische Daten Renault Mégane R.S

Der Mégane R.S. (3. Generation) im AUTO ZEITUNG-Test. Die Abkürzung R.S. steht für die Abteilung Renault Sport, bei der mit Leidenschaft professionelle Rennautos entwickelt werden.

Im Test steht der Renault Mégane R.S. – ein Auto, dass sich sehr stark von den sonst praktischen und komfortablen Familienautos aus Frankreich unterscheidet. Denn eigentlich hat der Motorsport bei Renault seinen festen Platz, das wird schon mal vergessen. Um die sportlichen Aktivitäten der Marke kümmert sich die Abteilung Renault Sport, kurz R.S. Die beiden Buchstaben lösen bei Kennern mitunter mehr Begeisterung aus als zum Beispiel das prominente GTI-Kürzel. R.S. heißen seit 2004 auch die besonders sportlichen Mégane-Typen, die sich ziemlich weit vom Standardmodell distanzieren. Der Mégane R.S. der dritten Generation – jetzt nur noch als Fünftürer – wird vom neuen 1,8-Liter-Turbo-Vierzylinder mit 280 PS befeuert. Beeindruckend fällt zudem der Auftritt des Sportlers aus, was zum einen an der Farbe Tonic-Orange (1650 Euro) liegt, zum anderen aber auch an auffälligen Details wie der wild gestalteten Front, dem Diffusor-Heck, den Seitenschwellern und den Luftauslässen an den vorderen Radhäusern, die die breitere Spur betonen. Serienmäßig rollt der R.S. auf 18-Zöllern (235/40 R 18), wahlweise auch auf 19-Zoll- Rädern wie der Testwagen (245/35 R 19, ab 790 Euro).

Der Renault Mégane R.S im Video:

 
 

Der Renault Mégane R.S im Test

Innen geht es weiter im Sportstudio-Look mit zahlreichen R.S.-Logos, roten Kontrastnähten, Sportsitzen, Alu-Pedalerie und fest montierten Schaltwippen am Lenkrad, sofern der R.S. – wie der Testwagen – mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe EDC (1900 Euro) ausgestattet ist. Das zum Teil etwas vertrackte Bedien- und Infotainmentsystem kennen wir hingegen aus anderen Renault-Modellen. Doch auch hier finden Sportfreunde eine neue digitale Spielwiese vor, die sich R.S. Monitor nennt und in verschiedenen Ansichten Echtzeit-Telemetriedaten darstellt – Beschleunigungen, Drosselklappenstellung, Brems- und Ladedruck, Leistung, Rundenzeiten etc. Die Daten sind zudem mit Bildern einer per Bluetooth gekoppelten Kamera kombinierbar. Damit kann man dann zum Beispiel seinen Fahrstil analysieren. Doch für die Analyse reicht im Grunde bereits das Bauchgefühl, wenn der TwinScroll-Turbo bereits aus tiefen Drehzahlen loslegt, der Antrieb mächtig Drehmoment auf die Räder schaufelt und das Doppelkupplungsgetriebe sanft und schnell die Gänge wechselt, wahlweise auch von Hand über die etwas zu kurzen Schaltwippen. Vorzugsweise tun wir das im Sport-Modus, Neutral und Comfort sparen wir uns lieber für die Verbrauchstour oder den Alltag auf der überfüllten Autobahn auf. Sind Parameter wie Lenkung, Gasannahme und ESP-Set-up auf Sport geeicht, legt der Vierzylinder unter rotzig-sattem Auspuff-Geblubber munter los.

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Mégane R.S mit straffer Abstimmung

Dabei verarbeiten die Vorderräder die gebotene Kraft souverän mit nur geringen Antriebseinflüssen in der Lenkung. Letztere wirkt neuerdings auch auf die hinteren Räder (4Control), was dem Mégane eine bislang nicht gekannte Direktheit und Wendigkeit verleiht. An das zackige Einlenken muss man sich gewöhnen, und am Anfang vertut man sich schon mal mit dem Lenkeinschlag. Doch nach kurzer Zeit überwiegt die Freude an der fabelhaften Kurvenwilligkeit bei gleichzeitig hervorragender Kurven- und Fahrstabilität, die bis zur Spitze von 250 km/h anhält. Bei den Fahrleistungsmessungen bestätigt der Renault mit 5,8 Sekunden auf 100 km/h die Werksangabe und kommt nach 34,2 (kalt) bzw. 33,2 m (warm) wieder zum Stillstand. Mit einem praxisgerechten Testverbrauch von 10,9 Litern lässt es sich ebenfalls gut leben, wenngleich der Expresszuschlag auf den (losen Gas-)Fuß folgt. Der mit dem Standardfahrwerk ausgerüstet Testwagen weist trotz straffer Abstimmung einen noch alltags- und langstreckentauglichen Komfort aus, adaptive Dämpfer bietet Renault jedoch nicht an. Alternativ gibt es ein noch härteres Cup-Fahrwerk im Paket mit Sperrdifferenzial. Auch eine radikalere Trophy-Version mit 299 PS ist in der Planung. Doch bereits im Standard-Trimm beweist der Mégane R.S. viel Talent zwischen Rennstrecke und Alltag. Zudem ist er mit einem Grundpreis von 33.690 Euro und umfassender Serienausstattung – darunter Klimaautomatik, R-Link 2-Infotainmentsystem samt Navigation und DAB-Radio sowie Voll-LED-Scheinwerfer – ein faires Angebot. Die meisten Assistenten kosten jedoch extra.

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Technische Daten Renault Mégane R.S

 Renault Mégane R.S
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4, Turbo
Hubraum1798 ccm
Leistung280 PS
Max. Gesamtdrehmoment390 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang. Doppelkupplungsgetriebe (opt.): Vorderrad
Beschleunigung 
0 - 100 km/h5,8 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Leergewicht (Werk)1478kg
Bremsweg aus 100 km/h warm33,2 m
Verbrauch (Test/EU)10,9/6,9 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Werk)155 g/km
Grundpreis35.590 Euro

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Im Reich der kompakten Rennsemmeln tummeln sich inzwischen viele starke Gegner für den neuen Mégane R.S. Mit seinem gekonnt abgestimmten Fahrwerk, dem starken 1,8-Liter-Turbo und der neuen Allradlenkung zeigen die Franzosen ihre Sport-Kompetenz und geben dem R.S. einen eigenen Charakter mit auf dem Weg, geprägt von Dynamik und guter Fahrbarkeit – nachdem man sich an das Lenkverhalten gewöhnt hat. Doch der R.S. taugt nicht nur für die Renn-, sondern auch für die Langstrecke, und er ist im Vergleich zur Konkurrenz zudem fair eingepreist.

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