Tuthill GT One: Die heißeste 911 GT1-Hommage der Welt
Ein getunter Porsche? Eher nicht. Ein 911 GT1-Restomod? Es ist kompliziert. Fakt ist: Der Tuthill GT One ist die heißeste Hommage an die GT1-Klasse, die die Welt bislang gesehen hat!
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Homologations-Legende mit Vorzügen: Tuthill GT One auf Porsche 911 (993) Basis
Wenn wir über Homologationsmodelle sprechen, vergessen wir oft, dass diese Autos nicht wirklich im Sinne der Kundschaft entwickelt wurden. Genau genommen waren sie nicht mal wirklich zum Fahren auf öffentlicher Straße gedacht.
Das merkt man spätestens, wenn man bei ohrenbetäubendem Motor- und Getriebe-Geheule schweißgebadet das felsenfeste Kupplungspedal niederkämpft, nur um ein- und auszuparken. Diese Autos mussten ausschließlich in geringer Stückzahl gebaut werden, um Meisterschaften im Motorsport zu dominieren.
Eines der wildesten Beispiele dafür ist die berüchtigte GT1-Klasse, die die FIA 1994 als Nachfolger der Gruppe C eingeführt hatte. Neben McLaren mit dem F1 und Mercedes mit dem CLK GTR legte auch Porsche mit dem 911 GT1 einen auf 25 Exemplare limitierten Straßenrennwagen auf.
1998 gelingt ihm sogar der Sieg bei den 24h von Le Mans. Knapp drei Jahrzehnte später beginnt die Geschichte des Tuthill GT One, der die Performance auf der Straße tatsächlich erlebbar machen will.
Der Porsche 911 Turbo S im Fahrbericht (Video)

Hommage an den Porsche 911 GT1, aber mit Straßentauglichkeit
Die britische Restomod-Schmiede hat sich bislang vor allem mit 911er-Umbauten für Straße, Gelände und Rennstrecke einen Namen gemacht. Mit dem Tuthill GT One drängt sie in die Supercar-Liga vor. Für die 1200 kg leichte Mittelmotorflunder musste ein Porsche 993 dran glauben, der dank des Einsatzes von viel Kohlefaser um einige Stahlbauteile erleichtert wurde.
Ein originaler GT1 – dessen Rohkarosserie ursprünglich bis zur B-Säule aus dem letzten luftgekühlten Elfer stammte – kam als Basis nicht infrage, weil ein Großteil der Produktion als Rennwagen aufgebaut wurde und heute siebenstellig kostet. Außerdem plant Tuthill, 22 Exemplare des GT One aufzulegen.
Damit die künftigen Besitzer:innen nicht Gefahr laufen, auf Concours-Veranstaltungen einem identischen Exemplar über den Weg zu laufen, bietet Tuthill für den GT One umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten an. Das beginnt bereits beim Motor, wahlweise ein Sauger oder Turboboxer. Den frei saugenden und sägenden Sechszylinder kennen wir in kleinerer Form bereits aus dem Tuthill 911K. Er holt im GT One aus vier Litern Hubraum gut 500 PS (368 kW) und dreht bis in wahnwitzige Höhen von 11.000 Touren.
Im aufgeladenen Zustand sollen es etwa 600 PS (441 kW) sein. Zum Vergleich: Das Original aus den 90ern setzt mit seinem Biturbo-Motor 544 PS (400 kW) frei. Auch die britische Hommage lässt sich mit einem Sechsgang-Handschalter ordern. Wem es mehr um Speed als um Stil geht, kann auch eine Siebengang-Doppelkupplung einbauen lassen, wie sie im Fotofahrzeug zu finden ist.
Der Preis könnte auf GT1-Niveau liegen
Im Innenraum des Tuthill GT One geht es sportlich-gediegen zu. Vom integrierten FIA-Überrollkäfig ist in der hellen Leder-Lounge nichts zu erahnen. Kippschalter über dem Getriebewählhebel steuern die wichtigsten Fahrzeugfunktionen, ein einzelnes Display hinter dem abgespeckten Sportlenkrad informiert über den aktuellen Stand in Sachen Geschwindigkeitsrausch.
Hier darf man wohl tatsächlich von Alltagstauglichkeit sprechen, auch wenn wir nicht glauben, dass die Kundschaft jemals im GT One Brötchen holen gehen wird. Beim Preis ist der Supersportler dann wohl wieder ganz GT1: Wir rechnen in jedem Falle mit Anschaffungskosten in Millionenhöhe.

















