Opel Ascona A Voyage: Classic Cars

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Opel Ascona A Voyage: Classic Cars
Opel Ascona A Voyage Foto: Jürgen Zerha

"Meine Söhne finden den Ascona Voyage cool" Joachim Lütticken, Oldtimer-Sammler und Opel-Enthusiast.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Holzdekor
Opel Ascona A Voyage

Unter Fans wird der Ascona in der Voyage-Ausführung mit der Holzdekor-Kunststofffolie in Anlehnung an amerikanische und englische Kombis auch "Woody" genannt.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Cockpit
Opel Ascona A Voyage

Cockpit gut erhalten: Das funktionelle Armaturenbrett des Ascona A bereitete bei der Restaurierung kaum Probleme.

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Opel Ascona A Voyage

Leichte Gebrauchsspuren, aber alles im Urzustand von 1970. Die Verkleidung des kompakten Stauraums. Joachim Lütticken zeigt, dass alles noch funktioniert.

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Opel Ascona A Voyage

Reizvolles, rotes Interieur: Mangels Bezugsstoff im Originaldesign wurden rote Sitze aus dem Ascona-Nachfolger installiert. Die Rückbank ist dafür original erhalten.

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Opel Ascona A Voyage

2011 übernahm Joachim Lütticken den Ascona Voyage – ohne Motor und Getriebe. Die Substanz war gut, Rost drückte die Holzfolie an der Seite hoch.

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Opel Ascona A Voyage

Die Restaurierung bei Auto-Wolf begann 2021 mit der Entlackung der Karosserie und der Blechanalyse.

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Opel Ascona A Voyage

Die Seitenschweller mussten heftig bearbeitet werden.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Kotflügel
Opel Ascona A Voyage

Die Radläufe und die hinteren Kotflügel-Partien wurden 2013 sorgfältig für die Lackierung vorbereitet.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Motorraum
Opel Ascona A Voyage

Die schraubbaren Kotflügel erlaubten die Bearbeitung der Motorraum-Seitenwände.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Lack
Opel Ascona A Voyage

Im November 2023 erstrahlte der Ascona A Voyage in neuem Lack in Arktisweiß.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Handling
Opel Ascona A Voyage

Gute Strassenlage: Selbst mit der Serienbereifung 165 SR 13 lässt sich der Ascona erstaunlich sportlich und souveränbewegen. Gut zu erkennen: die filigranen Zierleisten als Umrandung der Holzfolie. Das Typenschild 16 S täuscht.

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Opel Ascona A Voyage

Satter Antrieb mit 90 PS (66 kW): Fast wie neu. Der 1,9-Liter-Motor war für Lütticken der richtige Motor für sein Restaurierungsobjekt.

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Opel Ascona A Voyage

Nach der Lackierung wurde das Interieur inklusive Cockpit wieder installiert.

Opel Ascona A Voyage Restaurierung Reportage Bilder technische Daten Endresultat
Opel Ascona A Voyage

Die Auto-Wolf-Crew in Rockenhausen arrangierte für Joachim Lütticken eine Idylle mit dem fertigen Voyage.

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Opel Ascona A Voyage

Bon Voyage. Mit dem Ascona A reiste das Ehepaar Lütticken 2014 nach Italien an den Gardasee.

Sein erstes Auto war ein Opel Ascona. Kein Wunder, dass der Oldtimer-Sammler Joachim Lütticken als Erinnerung an seine Jugend einen Ascona A Voyage zu neuem Leben erweckte. Die Story einer Classic Cars-Restaurierung.

"Voyage, Voyage" klingt es seit 1986 landauf, landab aus dem Radio. Wenn Joachim Lütticken den Song der französischen Sängerin Desireless hört, denkt er zuerst daran, dass er im Frühsommer seiner Frau zum runden Geburtstag einen Opel Ascona A Voyage schenkte. Oldie-Freaks ist klar, dass es sich bei diesem Geschenk mit dem Produktionsdatum Ende 1970 nur um einen gut erhaltenen oder restaurierten Oldtimer handeln kann. "Ich trage schon seit meiner Kindheit den Opel-Virus in mir", bekennt der Chef eines Stahlhandels in Neuwied und Wittlich freimütig. Schon als Siebenjähriger verbrachte er viel Zeit bei einem benachbarten Opel-Händler. Logisch, dass als erstes Auto ein Opel her musste. Es wurde ein Ascona A. Lütticken lebte seine später erwachte Oldtimer-Leidenschaft bisher zudem mit dem Sammeln und Erhalten von hochkarätigen Opel Rallye-Ascona, einem Porsche 911 RS, einem Intermeccanica Torino und anderen Modellen aus. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Opel Manta-e (2025) im Video (Ausblick):

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Classic Cars stellt den Opel Ascona A Voyage vor

2011 fragte ihn ein Mitglied eines Opel-Clubs, ob er nicht seinen Ascona A Voyage kaufen wolle, der schon längere Zeit beim Verkäufer stand. Lütticken überlegte nicht lange und erinnerte sich an seine automobile Jugendliebe, den Ascona A. Die hatte er zwar schon mit seinen Rallye-Autos und einem Ascona A 19 SR aufleben lassen, aber warum sollte er nach den Hochkarätern nicht mal ein Serienauto restaurieren, zu dem er eine ganz besondere Beziehung hatte? Gedacht, getan. Der angebotene Ascona Voyage, die spezielle und seltene Version des Ascona Caravan, war auch noch ein "Woody", ein ganz rares Exemplar mit Holzfolie an Seite und Heck. Es gibt nur noch wenige Ascona A Caravan, weil sie fast alle Väterchen Rost anheim fielen. Doch zur Freude von Joachim Lütticken steckte unter der etwas "verlebten" Karosserie – beispielsweise mit Rost unter der Holzfolie – eine gut erhaltene Substanz. Dort, wo beim Ascona A besonders im Bereich der A-Säulen und der Vorderkotflügel sonst fast nur noch Rost auszumachen ist, war hier noch reichlich Blech vorhanden.

Bei Auto-Wolf in Rockenhausen, einem ehemaligen Opel-Händler, der sich zum Restaurierungs- Spezialisten für Opel und Porsche entwickelt hat, ließ Lütticken den Ascona Voyage von 2012 an fachgerecht entlacken, entrosten und mit intakten Teilen wie etwa den beiden Vordertüren auf Vordermann bringen. Lütticken kümmerte sich parallel zu den Basisarbeiten an der Karosserie um die Recherche und Besorgung möglichst originaler Ersatzteile. Besonders die interessante, rote Innenausstattung bereitete Probleme. Selbst ein zweites Fahrzeug, das als Ersatzteil-Lieferant diente, hatte zu schlechte Sitze an Bord: "Das größte Problem war und ist die Beschaffung des Original-Bezugsstoffs." Um diese Aufgabe vorläufig zu lösen, installierte das Lütticken-Team rot bezogene Sitze des Ascona-Nachfolgers. Intensive Recherche in diversen Foren und auf Internet-Seiten der Opel-Clubs und Opel-Interessengemeinschaften brachten Lütticken dann über Umwege und einen Tipp ("Ich weiß, welcher Händler noch so etwas hat") in den Besitz einer Dachreling aus dem Opel Zubehör-Programm. Nur war die für einen Rekord gedacht. Aber fachkundige Helfer stutzten die Rohre der Reling so, dass sie in Länge und Breite auf das Dach des schlankeren Ascona Voyage passte. Einen Kompromiss ging der enthusiastische Ascona-Eigner auch bei den serienmäßigen Stahlrädern mit der Bereifung 165 SR 13 ein.

Selten: Original-Radzierringe des Ascona A Voyage

Unter den serienmäßigen Chrom-Radkappen klemmen Zierringe aus dem Zubehör. Leichter war für den umtriebigen Stahlhändler mit Beziehungen zu vielen Firmen die Beschaffung der Holz-Dekorfolie für die Karosserieverzierung: "3M hat da inzwischen ein gutes Programm und stellt die Folie wieder her. Das von uns aufgebrachte Holz-Dekor entspricht fast dem Original von 1971." Es gibt aber Teile am Ascona Voyage, die sind nicht mehr zu beschaffen. Die Zierleisten, die als Rahmen um die Dekor-Folie angebracht sind, müssten – so Lütticken – bei Bedarf von Spezialisten aufwändig angefertigt werden Das Interieur des Voyage präsentiert sich bis auf die Vordersitze und den Drehzahlmesser im Originalzustand. Die Kombination aus arktisweißem Lack, dunkler Holz-Dekorfolie und rotem Interieur macht den Ascona Voyage so reizvoll, dass selbst die Söhne von Lütticken den Oldie "cool" finden. Den Ascona übernahm der Stahlunternehmer ohne Motor und Getriebe. Da dank des Baukasten-Systems Motoren von 60 bis 90 PS (44 bis 66 kW) im Ascona verbaut wurden, hatte Lütticken die Auswahl und entschied sich für den bewährten 1,9-Liter-Vergasermotor mit 90 PS (66 kW). Damit ist der Voyage bei Ausreizung der Leistung über 160 km/h schnell und beschleunigt in etwas mehr als 12 Sekunden auf 100 km/h. Rund 12 Liter Super genehmigt sich der rund 1000 Kilo leichte Opel Edel-Kombi auf 100 Kilometern.

Das Auto bereitet auch heute noch viel Fahrspaß. Lütticken machten die Kurvenfahrten für unseren Fotografen sichtlich Vergnügen. Er ließ das 90-PS-Gefährt hurtig über die Bergsträßchen im Westerwald fliegen. Den Fahrspaß-Faktor bescheinigten auch die Testredakteure der AUTO ZEITUNG dem Ascona Voyage im Frühsommer 1972. Vollgepackt mit Urlaubsgepäck sowie Kind und Kegel zog die Testtruppe mit dem Ascona und drei Konkurrenten Richtung Riviera. Der Ascona Voyage unterstrich dabei seine gute Reisetauglichkeit und sein sicheres und souveränes Fahrverhalten – auch im beladenen Zustand. Wer allerdings einen Riesen-Stauraum suchte, der war beim kompakten Opel fehl am Platz: "Der Voyage ist alles andere als ein Gemüse- oder Lastkarren. Die Kombiform stellt eher eine Limousinen- Schrägheck-Linie dar. Ein in jeder Hinsicht als echtes Reiseauto konzipiertes Fahrzeug", konstatierten die Tester. Das fand auch Joachim Lütticken und spendierte seiner Frau eine Reise nach Italien und dort an den Gardasee, natürlich mit dem im Frühjahr 2014 fertig restaurierten Opel Ascona. Denn Voyage heißt schließlich Reise. Und nichts anderes besingt auch Madame Desireless in ihrem Hit Voyage, Voyage: Reise, reise, unaufhörlich. "Es war eine tolle Tour, aber im Jahr danach fuhren wir mit einem modernen Auto mit Klimaanlage", zieht Lütticken eine Reisebilanz. Denn bei 30 Grad im Schatten ist auch eine emotionale Jugendliebe zwischenzeitlich einem Belastungstest ausgesetzt.
Von Werner Müller

Technische Daten des Opel Ascona A Voyage

Opel Ascona A Voyage (Bj. 1970-75): Daten und Fakten
Antrieb
R4-Zyl.; Hubraum: 1879 cm3; Leistung: 66 kW/90 PS bei 4600/min; max. Drehm.: 149 Nm bei 2800/min; Viergang-Getriebe; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Stahlblechkarosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorne: Trapez- und Querlenker; hinten Starrachse, Längs- und Querlenker; v/h. Schraubenfedern, Stabi.; Zahnstangen-Lenkung; Bremsen: v./h. Scheiben/Trommeln, Servo; Reifen: 165 SR 13
Eckdaten
L/B/H: 4180/1632/1400 mm; Radstand: 2430 mm; Leergewicht: 995 kg; Bauzeit: 1970 bis 1975; Stückzahl (19 S): 2393; Preis (1971): 9065 Mark
Fahrleistungen1
0 auf 100 km/h in 12,3 s; Höchstgeschw.: 163 km/h; Verbr.: 12,0 l/100 km

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