Neuer Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95: Erste Testfahrt Pössls vielseitige Reisemobil-Kompetenz

von Johannes Riegsinger 25.04.2018
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95
  2. Pössl Campster überzeugt mit Variabilität
  3. Technische Daten

Der neue Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95 zeigt auch während der ersten Testfahrt wie vielseitig, kostengünstig und pfiffig der umgebaute Kastenwagen ist. Auf Basis des Citroën Spacetourer beweist Pössl eine ganze Menge Reisemobil-Kompetenz.

Der Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95 stemmt sich tapfer gegen die Dominanz des beliebten VW „Bus“ und nutzt dabei geschickt dessen Hauptschwachpunkt aus: Mit einem Einstandspreis von deutlich unter 40.000 Euro unterbietet der kleine Gallier den teuren Aufstelldach-Klassiker um rund 15.000 Euro – angesichts dieser Summe könnten selbst eingefleischte Bulli-Freunde schwach werden. Der Pössl Campster stellt dabei nicht einfach nur eine schwache Billiglösung für Sparfüchse dar, sondern setzt durch ganz eigene, pfiffige Detaillösungen starke Akzente und kommt überdies keineswegs verkniffen sparsam daher. Aber der Reihe nach: Basis für den Campster bildet der moderne Citroën Spacetourer, nahezu baugleich mit Toyota Proace sowie Peugeot Traveller und ein ausgesprochen positiver Beitrag zum Segment der kompakten Personentransporter. Moderne Motoren von 95 bis 180 PS servieren je nach Wunsch maximale Effizienz oder kernige Durchzugskraft. Das Fahrverhalten ist angenehm flüssig und Pkw-artig, die Ausstattung an Assistenz-, Sicherheits- und Infotainment-Systemen reichhaltig, die Qualität gut, die Funktionalität hoch – kurzum: Der Spacetourer steht dem VW Multivan in kaum etwas nach. Zumindest nicht so viel, dass der eklatante Mehrpreis des VW durch etwas Anderes als Kultfaktor zu rechtfertigen wäre.

Der Citroën ​Spacetourer im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95

Beim modernen Basisfahrzeug hört der Campster aber nicht auf, hier geht er eigentlich erst los: Umgesetzt wird der kompakte Weltenbummler nämlich vom Reisemobil-Profi Pössl, der ganz augenscheinlich mit Inspiration und Routine tief in die Trickkiste des Camper-Baus gegriffen hat. Die aus Holz gefertigten, folienbeschichteten Einbauten entsprechen in ihrer Machart zwar dem Kampfpreis des Campster, sind aber trotzdem passgenau und wirken durchaus wertig. Den Vogel schießt jedoch das herausnehmbare Küchenmodul ab, das im Familienalltag den Platz für zusätzliche Bestuhlung (bis insgesamt sieben Sitze) freimacht oder am Urlaubsort angekommen mit angeschraubten Füßen zur Outdoor-Küche mutiert. Vergleichbares hat der California nicht zu bieten, im Vergleich könnte höchstens der Kleiderschrank des Campster etwas besser erreichbar sein und der Kühlschrank größer. Die Koje im Aufstelldach des Campster ist ähnlich groß und ausreichend komfortabel wie im Volkswagen. Dass die Tellerfedern direkt auf dem Dachboden befestigt sind und nicht auf zusätzlichen flexiblen Trägern, schlägt sich nicht in übertriebener Härte nieder. Um über die Vordersitze ins Obergeschoss aufzusteigen, muss ein wenig körperliche Beweglichkeit vorausgesetzt werden. Die manuelle Bedienung des Klappdaches mit Spannriegeln und Steckverschlüssen ist zu Beginn etwas fummelig. Dass aber der Aufstelldach-Zulieferer SCA vom Darmstädter Camper-Van-Spezialisten „Spacecamper“ die Erlaubnis bekommen hat, die Konstruktion der mittels Reißverschluss nach vorne öffnenden Aufklappdach-Zeltwand auch anderen Kunden anzubieten, verleiht dem Pössl Campster einen tollen emotionalen Mehrwert: Bei sommerlichen Temperaturen im Panorama-Ausguck alle Viere gerade sein zu lassen, das hat schon was.

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Pössl Campster überzeugt mit Variabilität

Im Erdgeschoss schlägt aber erst so richtig die große Stunde des Campster, seine Variabilität nimmt im Wettbewerbsumfeld eine Sonderstellung ein. Das wie erwähnt herausnehmbare Küchenmodul, die nahezu frei wählbare Sitzkonfiguration, das separat öffnende Heckfenster und die optionale zweite Schiebetür gibt es woanders so entweder überhaupt nicht oder nur teilweise. Gespart wurde im Campster bei kleinen, meistens verschmerzbaren Details: So sind etwa die LED-Leuchten im Innenraum aufgesetzt und nicht integriert. Im oberen Schlafabteil hat sich Pössl eine Beleuchtung vollkommen gespart, und eine zusätzliche Isolierung gegen Schwitzwasser ist (wie beim VW) ebenfalls nicht vorgesehen. Leider klappen die Sitze nicht wirklich zur vollkommen ebenen Liegefläche um. Eine zusätzliche Matratzenauflage sollte für längere Camping-Ausflüge also dabei sein. Und für die steckt ja nun wirklich noch etwas Kleingeld im Portemonnaie.

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Technische Daten

 Pössl Campster 1.6 BlueHDi 95
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4, Turbodiesel
Hubraum1560 ccm
Leistung95 PS
Max. Gesamtdrehmoment210 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb5-Gang, manuell, Vorderradantrieb
Beschleunigung 
0 - 100 km/h15,9 s
Höchstgeschwindigkeit145 km/h
Größe der LiegeflächenSitzgruppe 1,99 x 1,14 m (verbreiterbar
auf 1,50 m ohne Küchenblock
Dachbett2,00 x 1,20 m
Leergewicht (Werk)2635 kg
Verbrauch5,6 l D/100 km
CO2-Ausstoß148 g/km
Grundpreis37.999 Euro

von Johannes Riegsinger von Johannes Riegsinger
Unser Fazit

Mit dem Campster legt Pössl ein variables und detailstarkes Campingmobil für unternehmungslustige Familienmenschen vor, die das Freizeit-Budget nicht unbedingt nur in den fahrbaren Untersatz stecken wollen. Er ist gut gemacht und obendrein sehr sympathisch.

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