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Neuer Audi e-tron S Sportback (2020): Testfahrt Am Steuer des e-tron mit dem S

von Jürgen Voigt 25.03.2020

Bei der ersten Testfahrt zeigt der neue Audi e-tron S Sportback (2020) als erstes vollelektrisches Audi S-Modell ein lebhaftes Fahrverhalten.

Mit dem neuen Audi e-tron S Sportback (2020) stocken die Ingolstädter demnächst die e-tron-Baureihe um ein sportlicheres S-Modell auf. Wir konnten ihn bereits auf die erste Testfahrt mitnehmen. Im Boost-Modus stellt der e-tron S, erhältlich mit Standardkarosserie oder auch als Sportback, 370 kW (503 PS) zu Verfügung sowie ein Drehmoment von 973 Newtonmeter (E-Tron 55 quattro: 408 PS, 664 Newtonmeter). In 4,5 Sekunden soll der e-tron S Tempo 100 erreichen,  bei 210 km/h wird abgeregelt. Als Energiespeicher dient die gleiche 95-kWh-Batterie wie im bekannten e-tron 55 quattro, die nutzbare Energie liegt nun bei 86,5 kWh. Mehr zum Thema: Elektro-SUV im Vergleich

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Erste Testfahrt im neuen Audi e-tron S Sportback (2020)

Entscheidend ist beim neuen Audi e-tron S Sportback (2020) jedoch die Umsetzung der Antriebsmomente. Der bislang für den Hinterradantrieb eingesetzte E-Motor mit bis zu 150 kW (204 PS) treibt im S nun die Vorderachse an. Hinten arbeiteten jetzt zwei E-Maschinen. Das bedeutet, zwischen beiden Hinterrädern gibt es keine mechanische Verbindung, sodass die Kraftverteilung zwischen den Rädern allein der elektronischen Regelung der zwei je bis zu 180 PS starken E-Motoren obliegt. So lassen sich zwischen linkem und rechtem Rad Raddrehmoment-Differenzen von bis zu 2100 Newtonmeter erzeugen, was im Grunde grenzenloses Torque Vectoring bedeutet. Dadurch kann die integrierte Fahrdynamiksteuerung des neuen Audi e-tron S Sportback (2020) im Grunde jederzeit situationsabhängig jedes beliebige Eigenlenkverhalten erzeugen, vom sturen Untersteuern bis zum wilden Übersteuern.

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Neuer Audi e-tron S Sportback (2020) tendiert zum Untersteuern

Der in seiner Fahrwerksabstimmung (geregelte Luftfederung und Dämpferkennung, Elastokinematik) angepasste Audi e-tron S Sportback (2020) gebärdet sich auf erster Testfahrt im comfort oder auto-setup der drive select-Fahrmoduswahl ganz zahm und überzeugt mit Neutralität und hoher Fahrstabilität. Erst beim Wechsel in den dynamic- und den ESP-Sport beziehungsweise off-Modus wird es lebhaft auf der Hinterachse. Gibt man in Richtung Kurvenausgang beherzt Gas, schwenkt der über 2,5 Tonnen schwere e-tron S locker mit dem Heck aus, lässt sich dabei aber gut kontrollieren und leicht wieder auf Kurs bringen. Nur im Notfall greift das ESP im Sportmodus final korrigierend ein, im off-Modus muss dies dann der Fahrer selbst erledigen. Damit fühlt sich der S zwar deutlich agiler an als der e-tron 55. Die Verwandlung zum Sportwagen gelingt aber nicht so ganz, denn der neue Audi e-tron S Sportback (2020) zeichnet sich beim Einlenken nach wie vor durch eine ausgeprägte Untersteuertendenz aus.

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von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Der neue Audi e-tron S Sportback (2020) ist bei der ersten Testfahrt eine kurzweilige Bereicherung und macht Freude auf dem Handlingkurs. Dynamikwunder darf man aber nicht erwarten.

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