Handy am Steuer: Neuer Blitzer Blitzer erkennt Handy am Steuer

von Victoria Zippmann 05.06.2020

Der australische Bundesstaat New South Wales setzt seit Ende 2019 Blitzer gegen das Handy am Steuer ein. Die neue Technik erkennt automatisch Mobilgeräte in den Händen der Autofahrer. Nun möchte ein weiteres Land nachziehen!

Das Handy am Steuer in die Hand zu nehmen, ist verboten – auch in Australien. Darum setzt die australische Polizei nun Handy-Blitzer ein. Der Bundesstaat New South Wales im Südosten Australiens hat sie weltweit als erstes im Einsatz. Das System besteht aus mehreren Kameras, eine davon filmt von oben durch die Frontscheibe der Fahrzeuge und soll explizit elektronische Geräte wie Smartphones und Tablets erkennen. Eine weitere Kamera fotografiert das Kennzeichen. Die Anlage sortiert das Bildmaterial automatisch vor, sodass Polizeibeamte nur noch verdächtiges Material auf tatsächliche Ordnungswidrigkeiten überprüfen müssen. In der Testphase von Januar bis Juni 2019 haben zwei Anlagen über 100.000 Fahrer mit Handy am Steuer erkannt. Am 1. Dezember 2019 nahm das Verkehrsministerium New South Wales schließlich 45 Anlagen der "Mobile Phone Detection Cameras" in Betrieb. Drohten bis dato nur Verwarnungsschreiben, werden ab März 2020 auch Geldstrafen fällig. In Australien sind die Bußgelder für das Handy am Steuer höher als in Deutschland. Werden hierzulande bei einem Verstoß ohne Gefährdung anderer 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig, zahlen Handysünder in Australien ein Bußgeld von bis zu 344 australischen Dollar (rund 210 Euro) beziehungsweise 457 australischen Dollar (rund 280 Euro) in Bereichen vor Schulen. Dazu kommt ein Eintrag im australischen ​Punktesystem. Mehr zum Thema: Bundesregierung erhöht Bußgelder

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Australische Handy-Blitzer im Video:

 
 

Handy am Steuer: Neue Blitzer in Australien und den Niederlanden

In den Niederlanden testet die Polizei ebenfalls die neue Blitzer-Technik gegen Handy am Steuer. Am 1. Oktober 2019 gingen dort zwei mobile Anlagen in Betrieb. In Deutschland müssen Autofahrer hingegen vorerst nicht mit solchen smarten Kameras rechnen. ADAC-Juristin Kritina Benecke begründet das so: "In Deutschland haben wir keine Halterhaftung bei derartigen Verstößen. Um ein Bußgeld verhängen zu können, muss daher der Fahrer ermittelt werden können, was in diesem Fall wohl nicht möglich wäre." Eine automatische Gesichtserkennung könnte Abhilfe schaffen, doch das ist technisch wie datenschutzrechtlich problematisch. Tests zu einer automatischen Gesichtserkennung fanden im Frühjahr 2019 in New York statt und scheiterten. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit erkannte das System kein einziges Gesicht. Mehr zum Thema: Härtere Strafen für Handy am Steuer

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