Diesel über 2 Euro: Iran-Krise treibt Spritpreise in die Höhe
Der Iran-Krieg lässt die Spritpreise in Deutschland deutlich steigen. In der morgendlichen Spitze kostet Diesel erstmals seit Monaten wieder mehr als zwei Euro pro Liter. Doch wie wahrscheinlich ist ein weiterer Anstieg?
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Die Lage im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die Zapfsäulenpreise aus: In der morgendlichen Preisspitze um 7:15 Uhr ermittelte der ADAC am 4. März 2026 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter Diesel. Damit durchbrach der Dieselpreis erstmals seit September 2022 wieder die psychologisch wichtige Zwei-Euro-Marke.
Im Tagesverlauf relativieren sich solche Spitzen meist. Bereits um 8:30 Uhr lag der Durchschnitt bei 1,991 Euro. Grundsätzlich gilt: Morgens sind Benzin und Diesel oft mehr als zehn Cent teurer als am Abend. Zuletzt hatte der schnelle Anstieg diese Entwicklung aber zumindest teilweise überlagert.
So setzt sich der Spritpreis zusammen (Video)

Auch Super E10 wird teurer
Nicht nur der Diesel verteuert sich kräftig: Superbenzin der Sorte E10 kostete in der Spitze am Donnerstagmorgen 1,995 Euro je Liter. Der Anstieg fiel jedoch etwas moderater aus. Laut ADAC reagiert Diesel traditionell sensibler auf geopolitische Krisen – insbesondere wegen seiner engen Kopplung an den internationalen Rohölmarkt.
Ein Blick auf die Tagesdurchschnittspreise zeigt die Dynamik noch deutlicher:
E10-Preis, Dienstag, 2. März: 1,897 Euro/l
Dieselpreis, Dienstag, 2. März: 1,917 Euro/l
Das sind 5,8 beziehungsweise 10,1 Cent mehr als am Montag – und sogar 12,1 sowie 17,7 Cent mehr als am Freitag. Ein weiterer Anstieg gilt angesichts der aktuellen Entwicklungen als wahrscheinlich.
Iran-Krieg und Straße von Hormus als Preistreiber
Auslöser ist die Eskalation im Iran-Konflikt, seitdem steigen die Ölpreise deutlich. Eine Schlüsselrolle spielt die Straße von Hormus – ein maritimes Nadelöhr, durch das rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports abgewickelt wird. Einschränkungen des Schiffsverkehrs sorgen für Nervosität an den Märkten.
Neben dem Rohölpreis beeinflusst auch der Dollarkurs die Entwicklung an deutschen Tankstellen. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie weist zudem darauf hin, dass der Nahe Osten aktuell teilweise als Lieferant von betriebsbereitem Kraftstoff – insbesondere Diesel – ausfällt.
Drohen Engpässe beim Tanken?
Die gute Nachricht für Autofahrende: Versorgungsengpässe werden derzeit nicht erwartet. Weder bei Benzin noch bei Diesel, Heizöl oder Kerosin. Deutschland bezieht sein Rohöl aus rund 30 Ländern, darunter Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien. Die Versorgung gilt daher als breit diversifiziert.
Was Autofahrende jetzt wissen sollten
Gerade in Krisenzeiten interessieren Autofahrende vor allem drei Punkte: Preisentwicklung, Verfügbarkeit und Sparpotenzial.
1. Tageszeit beachten: Wer sparen will, sollte abends tanken. Die Differenz zwischen Morgen- und Abendpreisen liegt häufig bei über zehn Cent pro Liter.
2. Preise vergleichen: Je nach Tankstelle gibt es deutliche Abweichungen vom Durchschnitt. Selbst am Morgen waren vielerorts Dieselpreise unter zwei Euro zu finden. Preis-Apps und Navigationssysteme mit Tankstellenanzeige helfen beim schnellen Vergleich.
3. Fahrweise anpassen: Vorausschauendes Fahren, moderates Tempo auf der Autobahn und korrekter Reifendruck senken den Verbrauch – und federn steigende Spritpreise zumindest teilweise ab.
4. Entwicklung im Blick behalten: Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen oder die Öltransporte stärker beeinträchtigt werden, könnten die Preise weiter anziehen. Entspannt sich die Situation, ist auch eine Gegenbewegung möglich.
Fazit
Autofahrende sehen sich momentan mit extrem hohen Spritpreisen konfrontiert, was sich in den nächsten Tagen nicht grundlegend ändern dürfte. Noch sind keine Engpässe in Sicht – doch die Marke von zwei Euro pro Liter Diesel dürfte die Diskussion um hohe Spritpreise und Energieabhängigkeit neu entfachen.
Quellen
ADAC
DPA











