BMW i5 M60 xDrive: Test

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BMW i5 M60 xDrive
BMW i5 M60 xDrive Foto: BMW

Als M60 liefert der i5 Top-Fahrleistungen und Komfort. Die Test-Reichweite (353 km) ist aber etwas knapp.

BMW i5 M60 xDrive
BMW i5 M60 xDrive Foto: BMW

Im neuen Fünfer steckt eine umfassende Digitalausstattung, er ist ständig online, um zum Beispiel Live Traffic-Infos für die Navigation zu nutzen, und bietet weitere Dienste wie Video-Streaming oder das In-Car-Gaming über die Platform AirConsole an. Das BMW Operating System 8.5 wurde hinsichtlich der Menügestaltung und neuer Schnellzugriffsmöglichkeiten optimiert. Der i5 M60 xDrive hat unter anderem serienmäßig das Connected Package Professional, die Telefonablage für induktives Aufladen, die Smartphone-Integration, eine Personal eSIM (neben der fahrzeugeigenen SIM) sowie eine Alarmanlage und das Harman Kardon Soundsystem an Bord, das auch die simulierten Antriebsgeräusche "Iconic Sounds" in Szene setzt.

BMW i5 M60 xDrive
BMW i5 M60 xDrive Foto: BMW

20-Zoll-Aerodynamik-Räder mit Mischbereifung (Option), M-Sportbremse sorgen für Top-Bremswerte.

BMW i5 M60 xDrive
BMW i5 M60 xDrive Foto: BMW

Ist der beste Fünfer ein Elektroauto? Das könnte sein, denn als BMW i5 M60 xDrive vereint er höchsten Komfort und Dynamik mit Wertigkeit und Funktionsfülle. Der hohe Preis und die etwas geringe Reichweite bringen hier den günstigeren und leichteren i5 eDrive40 ins Spiel.

Traditionell zählt der BMW 5er zu den besten Oberklasse-Limousinen der Welt. Das beweist der Bayer auch in der gerade gestarteten jüngsten Generation – im Test die smarte Top-Elektro-Version BMW i5 M60 xDrive.

Der BMW i5 im Test

PositivKomfort, starker Antrieb, Verarbeitung, Ausstattung, Connectivity, Bedienung
NegativHoher Preis, etwas knappe Reichweite im Test für ein Oberklasse-Fahrzeug

Wenn ein komplett neuer BMW 5er zum ersten Mal in den Testwagenfuhrpark aufgenommen wird, sind alle gespannt, zumal BMW die neue Baureihe G60 zunächst als reine Elektro-Version i5 herausgibt. An Bord der auf eine Länge von 5,06 m und eine Breite von 1,90 m gewachsenen 5er Limousine fühlt man sich – insbesondere auf dem Fahrersitz – auf Anhieb zu Hause. Die Person am Steuer wird vom Cockpit mit der Curved Display-Bildschirmlandschaft bestens integriert und kann auf die gewohnte intuitive Bedienbarkeit per iDrive-Controller zählen. Mit dem optional gläsern glitzernden Dreh-Drück-Steller auf dem Mitteltunnel arbeitet man sich flink und sicher durch die verbesserte Menüführung des BMW Operating System 8.5. Weniger haptisch, dafür sprachlich veranlagte Menschen werden sich eher die verblüffend verständige Sprachsteuerung im Fünfer zunutze machen. Schlüssige Bedienbarkeit war und ist also eine der alten Stärken des BMW i5 M60 xDrive.

Beim Einrichten der Sitzposition fällt der erweiterte Einstellbereich der Lenksäule in Längsrichtung auf. Das kann, je nach Statur, ein Gewinn an Komfort bedeuten. Davon bieten die vorderen Komfortsitze (1200 Euro) ohnehin reichlich, wenngleich es durchaus breiter ausgelegte Sitze in der Oberklasse gibt. Auch die Passagier:innen in der zweiten Sitzreihe fühlen sich gut untergebracht. An Beinfreiheit bietet der 5er hinten jedoch im Test nur Durchschnittliches – da finden sich durchaus geräumigere Wettbewerber. Der Kofferraum fällt mit 490 l Volumen (VDA) standesgemäß aus und ist dank der dreiteilig klappbaren Rücksitzlehnen erweiterbar. Darüber hinaus kann man dem sehr sauber und hochwertig verarbeiteten 5er-Interieur eine individuelle Note geben, zum Beispiel mit dem Ambientelicht, dessen Einstellung man in den MyModes speichern und abrufen kann. Die hinterleuchtete, kristallin strukturierte Leiste (Interaction Bar) im Armaturenträger reagiert zum Beispiel auf eingehende Anrufe oder warnt, wenn Kollisionsgefahr beim Aussteigen droht. Auch interessant: Unsere Produkttipps bei Amazon

Leslie & Cars fährt den BMW i5 (2023) im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Sehr gute Wind- und Abroll-Geräuschdämmung

Das Gefühl von Solidität und Komfort vermittelt der BMW i5 M60 xDrive auch während der Fahrt. Vom Antrieb hört man nicht viel, es sei denn, man hat die spacigen Iconic Sounds eingeschaltet, die das Beschleunigungserlebnis im i5 akustisch begleiten. Auf Dauer beeindruckender ist hingegen, wie der BMW die Wind- und Abrollgeräusche der mischbereiften 20-Zoll-Aerodynamikräder außen vor lässt. Rundum adaptive Dämpfer und eine variable Luftfederung an der Hinterachse verleihen der sehr verwindungssteif wirkenden Limousine einen exzellenten Federungskomfort. Nahezu unabhängig von Fahrmodus und Untergrund werden Karosseriebewegungen präzise kontrolliert, sodass praktisch nie ein schwammiges oder unsicheres Gefühl aufkommt. Das hilft natürlich auch, wenn es etwas zügiger um die Ecken gehen soll, was dem BMW i5 M60 leicht fällt dank der immensen Antriebsleistung, die beim Betätigen der Lenkrad-Boost-Wippe bis zu 442 kW (601 PS) beträgt, unterfüttert von einem Drehmoment von 820 Nm.

Doch nicht nur die schiere E-Power an beiden Achsen, auch deren optimale Dosierbarkeit sowie die starke Traktion steigern im Test die Fahrfreude. Dazu mischt sich ein transparentes Lenkgefühl in der variablen Integral-Aktivlenkung, die auch die Hinterräder mitlenkt und so ein direktes, verzögerungsarmes Einlenken unterstützt. Die daraus resultierende Agilität hätte man dem 2,37 t schweren Testwagen jedenfalls nicht zugetraut. Das gilt auch für die Bremsperformance. Die Pirelli P Zero beißen sich mit Vehemenz in den Asphalt und bringen den i5 nach 32,3 bis 32,7 m (kalt/warm)  aus 100 km/h zum Stillstand. Doch der Fünfer kann nicht nur Vollbremsung. Das Zusammenspiel aus Bremsanlage und Rekuperation funktioniert sehr harmonisch, mit authentischem Gefühl im Bremspedal. Der Übergang vom Verzögern durch die E-Maschinen im Generator-Betrieb hin zum Einsetzten der eigentlichen Radbremsen ist kaum wahrnehmbar.

Am angenehmsten fährt sich der BMW i5 M60 xDrive im Test, wenn man die Rekuperation auf "adaptiv" schaltet. Dann passt der BMW die Bremswirkung automatisch der Verkehrssituation und der Strecke an, was fast immer optimal funktioniert und obendrein die Effizienz steigert. Letztere kann sich mit einem Testverbrauch von 23,0 kWh/100 km durchaus sehen lassen. Mit 81,2 kWh an nutzbarer Akku-Energie an Bord ergibt sich eine Reichweite von 353 km. Mit Zurückhaltung kommt der i5 auch mit 17,7 kWh auf 100 km aus, freilich ohne dabei die maximal möglichen 230 km/h zu erreichen oder das gemessene Sprintvermögen voll auszukosten (null auf 100 km/h in 3,7 s). Dann steigert sich die Reichweite auf 458 km, was in etwa auch dem unteren WLTP-Normwert entspricht. Die 400-Volt-Elektrik lässt immerhin bis zu 205 kW an Ladeleistung zu, sodass im Test der Ladestand in knapp 30 min von zehn auf 80 Prozent steigt, was einen Zuwachs an Reichweite von 285 km bedeutet. Dennoch würde man sich bei einem 99.500 Euro teuren Oberklasse-BMW etwas mehr Ausdauer wünschen, zumal der i5 mit seinen weitreichenden automatisierten Fahrfunktionen – etwa im optionalen Autobahnassistenten – das Langstrecken-Business nahezu perfekt beherrscht.

Messwerte und technische Daten des BMW i5 M60 xDrive

AUTO ZEITUNG 23/2023BMW i5 M60 xDrive
Technik
Motor2 fremderregte Synchron-E-Maschinen
Systemleistung442 kW/601 PS
Systemdrehmoment820 Nm
BatterieLi-Ionen-Batterie
Spannung/Kapazität netto400 V/81,2 kWh
Getriebe/AntriebKonstantübersetzung; Allrad
Messwerte
Leergewicht2368 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)3,7 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)230 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
32,3/32,7 m
Preise
Grundpreis99.500 €

Fazit

Ist der beste Fünfer ein Elektroauto? Das könnte sein, denn als BMW i5 M60 xDrive vereint er höchsten Komfort und Dynamik mit Wertigkeit und Funktionsfülle. Der hohe Preis und die etwas geringe Reichweite bringen hier den günstigeren und leichteren i5 eDrive40 ins Spiel.