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BMW i3s (2017): Test Sportlicher i3s im Test

von Johannes Riegsinger 16.07.2018

Der BMW i3s (2017) soll auf dem Markt und im Test "Freude am Fahren" ins Elektroauto bringen. Das versucht er mit breiterer Sport-Optik, knackigeren Fahrwerk und mehr Drehmoment. Funktioniert das?

Schafft es der BMW i3s im Test und auf dem Markt, mit konsequent progressivem Hightech-Konzept die "Early Adopters" abzuholen? Jene Technik-affinen Zukunftsmenschen, die schon lange E-Auto gefahren wären, wenn es die nur in so cool und trendy gegeben hätte wie das eigene Selbstverständnis? Oder mal ganz allgemein gefragt: Wie sieht es eigentlich bei den Elektroautos aus? Stand Februar 2018: geht so. Auto-Deutschland kauft dem Zeitgeist zum Trotz SUV-Mainstream statt Futurismus. Gut zur Hälfte mit – Überraschung – Dieselantrieb. Die BMW-Wette auf das E-Auto im Allgemeinen und den i3 als sich vom Mainstream abhebendes Hightech-Vehikel im Besonderen ist also eher nicht aufgegangen. Und vielleicht ist der nun nachgeschobene BMW i3s ein verstecktes Eingeständnis: Zu progressiv läuft nicht. Also setzt man auf traditionelle BMW-Gene und verpasst dem Elektro-BMW eine betont sportliche Attitüde: 14 PS und 20 Newtonmeter mehr, vier Zehntel schnellere Beschleunigung, zehn km/h höhere (elektronisch festgelegte) Spitze. Spur und Reifen sind etwas breiter, die Lenkung ist direkter, das Fahrwerk straffer. Es klingt nicht nach viel, aber das kleine s macht aus dem i3s einen tatsächlich besseren i3: Er fährt nun etwas fokussierter und präziser.

Fahrbericht BMW i3s (2017)
Neuer BMW i3s (2017): Erste Testfahrt Der neue i3s gibt sich sportlich

BMW i3s Trailer:

 
 

Der BMW i3s (2017) im Test

Dass der Grenzbereich durch die breiteren Gummis spürbar nach oben gerutscht ist, kann in jedem Kreisverkehr nacherlebt werden: Der normale i3 schiebt hier schon bei moderatem Tempo über die Vorderräder – der BMW i3s bleibt selbst bei überdurchschnittlich gut gelauntem Fahrer hübsch auf Kurs. Eine klassische BMW-Tugend also: Fahrspaß im Kleinen, selbst wenn es nur ins Büro geht. Die neue Motorsteuerung mit nach oben verschobener Drehmomentkurve macht sich ebenfalls bemerkbar: Im i3 hält der typisch gehaltvolle E-Motor-Bumms aus dem Stand bis knapp 70 km/h, der i3s macht dagegen auch Überholvorgänge bis Tempo 100 zum kurzen Prozess. Der Preis für dieses gestiegene Temperament beträgt neben 3600 Euro natürlich auch eine um zehn Kilometer geringere EU-Norm-Reichweite. Im neuen WLTP-Normzyklus soll der i3s mit 33-kWh-Batterie sogar nur noch 235 bis 245 Kilometer weit fahren. Und wer häufig im hinzugekommenen Sport-Modus des i3s unterwegs ist, dürfte die Reichweite in der Praxis dramatisch eindampfen. Die von uns im Test erfahrene Reichweite von 148 km liegt aber natürlich auch an den kalten Temperaturen zum Testzeitpunkt – E-Autos mögen keinen Winter. Ist der i3s also ein besseres Elektroauto geworden? – Jein. Die kernigere Optik und mehr Dynamik machen den Strom-BMW attraktiver, was aber nichts an den konzeptionellen Nachteilen wie kurze Reichweite und löchrige Infrastruktur ändert.

Elektroauto BMW i3s auf der IAA
BMW i3/i3s Facelift (2018): Motor & Reichweite Mehr Reichweite für den i3

 

Technische Daten BMW i3s

 BMW i3s (2017)
MotorE-Motor: Permanent erregte Hybrid-Synchron-Maschine
Leistung184 PS
Max. Gesamtdrehmoment270 Newtonmeter
Getriebe/AntriebKonstantübersetzung, Hinterradantrieb
Beschleunigung 
0 - 100 km/h6,7 s
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Leergewicht (Werk)1340 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm34,9 m
Verbrauch (Test/EU)22,4 kWh/14,3 kWh/100 km
Reichweite148 Kilometer
Reichweite WLTP-Norm235 bis 245 Kilometer
Grundpreis41.150 Euro

von Johannes Riegsinger von Johannes Riegsinger
Unser Fazit

Fans des BMW i3 dürften den i3s lieben: Die Stärken des kleinen Stromers werden angespitzt, seine Charaktermerkmale betont. Wer bisher nichts mit dem i3 anfangen konnte, dürfte seine Meinung ebenfalls nicht ändern. Auch die Nachteile bleiben.

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