Autokostencheck: Alle Unterhaltskosten im Überblick Viele Autobesitzer unterschätzen die Kosten für ihren Wagen

von Christina Finke 28.04.2020

Pkw-Besitzer haben oft keinen Überblick über alle Unterhaltskosten ihres Autos, wie die Ergebnisse einer neuen Studie zeigen. Die AUTO ZEITUNG erklärt, wie Autofahrer die Gesamtkosten für ihr Fahrzeug im Überblick behalten können!

Autobesitzer in Deutschland unterschätzen die gesamten Unterhaltskosten ihres eigenen Pkw systematisch – und zwar um bis zu 50 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie von Wissenschaftlern des RWI, der Universität Mannheim und der Yale University, die im Fachjournal "Nature" erschienen ist. Demnach werden beim Autokostencheck neben dem Wertverlust vor allem auch Fixkosten wie Steuern und Versicherungen sowie Reparaturkosten unterbewertet. Die Kosten für Benzin und Diesel haben die Verbraucher der Studie zufolge hingegen im Durchschnitt weitgehend korrekt eingeschätzt. Ingesamt bewerteten die Befragten die Unterhaltskosten für ihr Auto um durchschnittlich 221 Euro pro Monat zu niedrig, was gerade mal 52 Prozent der eigentlichen Kosten seien. Und selbst diejenigen, die wirklich sämtliche Faktoren beim Autokostencheck berücksichtigten, schätzen diese den Studienergebnissen zufolge immer noch um durchschnittlich 161 Euro (35 Prozent) zu niedrig ein. Mehr zum Thema: Kostenvoranschlag darf abweichen

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Autokostencheck: So den Überblick über die Unterhaltskosten behalten

Damit Autofahrer nicht den Überblick über die Unterhaltskosten für ihr Fahrzeug verlieren, sollten sie also bestimmte Posten beim Autokostencheck nicht unterschätzen. Angefangen mit dem Wertverlust des eigenen Autos: Der liegt den Studienautoren zufolge durchschnittlich bei 141 Euro pro Monat – und nicht wie von den Befragten angenommen bei nur rund 20 Euro. Außerdem fallen demnach monatlich im Schnitt rund 55 Euro für Reparaturen an und für Steuern sowie Versicherung kommen rund 95 Euro hinzu. Die Kosten für Diesel und Benzin betragen den Ergebnissen zufolge rund 134 Euro pro Monat. So käme man beim Autokostencheck auf einen durchschnittlichen Gesamtbetrag von rund 425 Euro im Monat für das eigene Auto. Eine seriöse Begutachtung der laufenden Kosten ist aber natürlich nur mit einer vollständigen Auflistung aller Kosten möglich.

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Falsch eingeschätzte Unterhaltskosten: Folgen

Dass die Unterhaltskosten für das eigene Auto unterschätzt werden führt laut Studie dazu, dass alternative Angebote wie der öffentliche Personennahverkehr und Fahrzeuge mit alternativen Antrieben beim Autokostencheck weniger attraktiv erscheinen. "Viele Verbraucher würden eher auf E-Autos oder ÖPNV setzen, wenn sie die wahren Kosten eines konventionellen Pkw stärker berücksichtigen würden", sagt etwa RWI-Umweltökonom Mark A. Andor. Dazu haben die Autoren auch entsprechende Hochrechnungen basierend auf bereits vorhandenen Daten aus der Literatur durchgeführt: Demnach könnte die Nachfrage nach E-Autos um bis zu 73 Prozent steigen und gleichzeitig könnte sich die Nachfrage nach Bus- und Bahnverkehr um acht beziehungsweise zwölf Prozent erhöhen. Weiter gehen sie davon aus, dass eine höhere Transparenz über die Unterhaltskosten für ein eigenes Auto den Pkw-Besitz in Deutschland im Optimalfall um bis zu 37 Prozent senken könnte. Konkret würde das bedeuten: 7,6 Millionen Autos könnten von den Straßen verschwinden und in Folge CO2-Emissionen von 37 Millionen Tonnen pro Jahr eingespart werden – was immerhin 4,3 Prozent der deutschen Gesamtemissionen entspräche. Allerdings weisen die Autoren der Studie zum Autokostencheck darauf hin, dass ihre Hochrechnungen auf verschiedenen Annahme-Szenarien basieren, für die bisher nur sehr wenige empirische Studien vorliegen und sehen daher bei dem Thema noch großen Forschungsbedarf.

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