Q3 Sportback/X2/GLA: Vergleichstest GLA stellt sich Q3 Sportback und X2

von Marcel Kühler 19.11.2020
Inhalt
  1. Audi Q3 Sportback, BMW X2 & Mercedes GLA im Vergleichstest
  2. Fahrkomfort: Audi Q3 Sportback bietet den meisten Komfort 
  3. Motor/Getriebe: Mercedes GLA nach 6,5 Sekunden auf Tempo 100
  4. Fahrdynamik: BMW X2 begeistert in den Kurven
  5. Umwelt/Kosten: Audi Q3 Sportback ist der günstigste im Test
  6. Messwerte & technische Daten Audi Q3 Sportback 40 TFSI quattro, BMW X2 xDrive20i & Mercedes GLA 250 4Matic

Im Vergleichstest messen sich die zugleich praktisch wie sportlich veranlagten Kompakten Mercedes GLA, Audi Q3 Sportback und BMW X2. 

Gesamtbewertung (max. Punkte)Audi Q3
Sportback
40 TFSI quattro
BMW X2
XDrive20i
Mercedes
GLA 250
4Matic
Karosserie (1000)648613642
Fahrkomfort (1000)707691705
Motor/Getriebe (1000)590613596
Fahrdynamik (1000)698738699
Eigenschaftswertung (4000)264326552642
Kosten/Umwelt (1000)319312306
Gesamtwertung (5000)296229672948
Platzierung213

Im Vergleichstest stellt sich der neue Mercedes GLA dem Audi Q3 Sportback und dem BMW X2. Sportliches Design und ein gewisses Maß an Nutzwert müssen sich also nicht ausschließen. Das beweist der neue Mercedes GLA, der als sportliche Alternative zum Alleskönner und Markenbruder GLB seine Nische gefunden hat. Aufnehmen muss er es mit dem Q3 Sportback, der sich mit schwungvoller Dachpartie vom klassischen Kompakt-SUV-Modell distanziert, aber dennoch etliche Tugenden der Baureihe beibehält. Dritter Testaspirant im Bunde ist der mit seiner Fahraktivität glänzende X2, der dafür auch gern auf das letzte Quäntchen Praktikabilität verzichtet. Doch welcher der drei Charakterköpfe stellt in Summe das beste Gesamtpaket dar? Den Vergleichstest bestreiten sie allesamt mit einem kräftigen, 2,0 Liter großen Vierzylinder-Turbobenziner und Allradantrieb.

Der Audi Q3 Sportback im Video:

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Audi Q3 Sportback, BMW X2 & Mercedes GLA im Vergleichstest

Im Vergleich zum vielfach für sein knappes Raumangebot gescholtenen Vorgänger punktet der neue Mercedes GLA außer mit zahlreichen Ablagemöglichkeiten mit viel Platz. So fühlen sich große Passagiere sowohl vorn als auch in Reihe zwei deutlich besser aufgehoben als im Audi Q3 Sportback, erst recht aber als im merklich auf Taille geschnittenen BMW X2. Nur beim Standard-Kofferraumvolumen (435 Liter) gehört der GLA immer noch zu den kleineren Modellen im Segment. Zum Vergleich: Mit aufgestellten Rücksitzlehnen bieten der Audi 530 und der BMW 470 Liter für Gepäck. Dass letzterer technisch im Wesentlichen auf dem seit 2015 angebotenen X1 basiert, ist kein Geheimnis. Dieser Umstand wirkt sich indes auf die Sicherheitsausstattung des Bajuwaren aus, die bei weitem nicht so komplex und vielschichtig daherkommt wie jene beim Q3 und beim GLA. Die beiden jüngeren Kontrahenten im Vergleichstest bieten nicht nur die mittlerweile auch im Kompaktsegment fast schon üblichen Helferlein zum Notbremsen oder Spurführen – selbst komplexere automatisierte Fahrfunktionen gehören auf Wunsch und gegen Aufpreis zu ihrem Repertoire. Für den X2 hingegen ist nicht einmal ein Toter-Winkel-Warner zu haben. Dafür glänzt der Münchener mit der eingängigsten Bedienung. Besonders der Daimler fordert mit seinen fummelig kleinen Lenkrad-Touchflächen und den tiefschichtigen Menüs diesbezüglich zu Anfang mehr Aufmerksamkeit von seinem Fahrer.

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Fahrkomfort: Audi Q3 Sportback bietet den meisten Komfort 

Anders als sein äußerst komfortbetonter Markengenosse GLB nimmt der neue Mercedes GLA für ein möglichst dynamisches Fahrerlebnis eine straffere Fahrwerks-Grundabstimmung in Kauf. Mit seinen optionalen adaptiven Dämpfern gleicht er zwar die meisten Fahrbahnunebenheiten souverän aus, federt dabei aber nicht ganz so sensibel an wie etwa der gleichfalls mit aufpreispflichtigen, elektronisch geregelten Dämpfern bestückte Audi Q3 Sportback, der in Summe die meisten Stöße von seinen Fahrgästen fernhält. Darüber hinaus fördern die hochkomfortablen Sportsitze (ab 302 Euro) des Ingolstädter Schrägheck-SUV ermüdungsarmes Langstreckenreisen durch die hervorragende Polsterung und die wirkungsvolle Seitenabstützung maßgeblich. Letztere fehlt den Vordersitzen des GLA gerade im Sitzflächenbereich völlig. Eine exzellente Polsterung bieten aber auch die Optionssitze des Mercedes, die zudem mit einer Massagefunktion verwöhnen. Von solchen Dingen will der BMW X2 nichts wissen und bettet seine Fahrgäste in Reihe eins in Sportsitze, die trotz Seitenwangenverstellung breitere Staturen doch etwas zwicken können. Und auch sein Fahrwerk ist noch eine Spur straffer abgestimmt als die Setups der Vergleichstest-Kontrahenten. Immerhin federt der X2 mit seinen adaptiven Dämpfern (487 Euro) und üppiger 19-Zoll-Bereifung, die von Natur aus recht arm an Eigendämpfung ist, auf kleineren Unebenheiten sensibel an. Ein weiterer Vorzug des Müncheners ist die exzellente akustische Isolierung des Motors, was die Geräuschkulisse an Bord positiv beeinflusst.

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Motor/Getriebe: Mercedes GLA nach 6,5 Sekunden auf Tempo 100

Den kraftvollsten Eindruck hinterlässt das 2,0-Liter-Turbotriebwerk des Mercedes, das mit 224 PS aber auch besser im Futter steht als die ebenfalls 2,0 Liter großen Motoren der Wettbewerber. Der Audi-TFSI schöpft 190 PS aus seinem Zweiliter-Turbo, während das Herz des BMW X2 192 PS in die Waagschale wirft. Die Beschleunigungswerte spiegeln die Leistungsabstände wider: Während der Q3 und der X2 mit einer Differenz von nur 0,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo100 spurten, hängt der GLA beide Wettbewerber ab und durchbricht diese Marke bereits nach 6,5 Sekunden. Damit erledigt er den Standardsprint exakt eine Sekunde schneller als der Audi Q3 Sportback. Und auch in Sachen Endgeschwindigkeit hat der Mercedes mit einem Topspeed von satten 240 km/h die prägnante Nase im Vergleichstest vorn. Allerdings verbrennt das nicht ganz so kultiviert wie die Motoren der Gegner laufende Triebwerk des Schwaben auch am meisten kostbaren Treibstoff. Auf unserer Testrunde benötigt der GLA 9,8 Liter, während der Q3 Sportback mit 9,0 Liter auskommt. Der X2 ist noch etwas genügsamer und verlangt durchschnittlich nach 8,6 Liter Super je 100 Kilometer. Unterschiede gibt es auch bei den Getrieben. Zwar sind alle drei Rivalen serienmäßig mit einer automatisierten Kraftübertragung ausgerüstet, den besten Eindruck hinterlässt aber die Achtstufen-Automatik des X2. Sie schaltet, anders als die Doppelkupplungsgetriebe der Kontrahenten, wirklich jederzeit situationsgerecht und schnell. Das Achtgang-Getriebe des Mercedes GLA kommt beim Zwischenspurt teilweise mit dem Herunterschalten nicht hinterher, während das Siebengang-DSG des Audi zuweilen für ein verzögertes Anfahren sorgt.

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Fahrdynamik: BMW X2 begeistert in den Kurven

Der X2 xDrive20i zelebriert die sprichwörtliche Freude am Fahren geradezu. Auf kurviger Strecke begeistert der Münchener, der den Vergleichstest mit der absolut empfehlenswerten Sportlenkung für maßvolle 244 Euro Aufpreis bestreitet, mit wieselflinkem Einlenken, verlässlich starker Traktion und hoher Querbeschleunigung. Diese Eigenschaften helfen ihm zudem, auf abgesperrter Strecke kurzen Prozess mit seinen Widersachern zu machen. So umrundet der Bayer den Handlingkurs satte 5,1 Sekunden schneller als der Audi Q3 und 2,5 Sekunden schneller als der Mercedes GLA. Auf abgesperrter Strecke stellt der BMW X2 zudem eine äußerst hohe Fahrsicherheit unter Beweis. Selbst bei deaktiviertem ESP bleiben unerwartete Lastwechselreaktionen gänzlich aus. Das sieht gerade beim Audi Q3 Sportback anders aus. Trotz nicht deaktivierbarem Rettungsanker stellt der Ingolstädter bei provozierten Lastwechseln zuweilen das Heck quer. Dann wiederum bremst das bei Audi ESC genannte Stabilitätsprogramm den Q3 bei jedem leichten Anflug von Untersteuern zu rigoros ein. Dies erklärt auch die äußerst langsame Handlingzeit. Und der Mercedes? Der GLA fühlt sich gleichfalls lebendig an und bereitet dadurch viel Fahrspaß. Allerdings wird auch er von seinem ESP, das zudem recht ruckartig ins Geschehen eingreift, eng an der Leine geführt. Schwerer wiegt jedoch, dass der GLA weniger gut bremst als die Konkurrenz.

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Umwelt/Kosten: Audi Q3 Sportback ist der günstigste im Test

Bei allen drei kompakten Crossovern handelt es sich um waschechte Premium-Produkte, was auch anhand der Preisschilder deutlich wird. Der günstigste im Trio sowohl vom Grund- als auch vom bewerteten Preis her ist der Audi Q3 Sportback 40 TFSI. Allerdings darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass diese Motorisierung zwar noch produziert aber derzeit überarbeitet wird und daher nicht in der aktuellen Preisliste oder im Audi-Online-Konfigurator auftaucht. Der Preis bezieht sich demnach auf den Stand der Exemplare, die derzeit abverkauft werden. Während der BMW X2 in der Mitte landet ist das teuerste Auto im Vergleichstest der neue Mercedes GLA, der sich zudem durch die höchsten Werkstattkosten sowie die kostspieligsten Aufwendungen für Kraftstoff einhandelt.

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Messwerte & technische Daten Audi Q3 Sportback 40 TFSI quattro, BMW X2 xDrive20i & Mercedes GLA 250 4Matic

AUTO ZEITUNG 21/2020Audi Q3
Sportback
40 TFSI quattro
BMW X2
xDrive20i
Mercedes
GLA 250 4Matic
Technik 
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo4/4; Turbo4/4; Turbo
Hubraum1984 cm³1998 cm³1991 cm³
Leistung140 kW/190 PS
4200 - 6700 /min
141 kW/
192 PS
5000 - 6000 /min
164 kW/224 PS
5500 /min
Max. Drehmoment320 Nm
1500 - 4100 /min
280 Nm
1350 - 4600 /min
350 Nm
1800 - 4000 /min
Getriebe/Antrieb7-Gang,
Doppelkupplung
Allrad, permanent
8-Stufen-Automatik/
Allrad, permanent
8-Gang, Doppelkupplung/
Allrad, permanent
Messwerte 
Leergewicht (Werk/Test)1620/1671 kg1540/1623 kg1525/1650 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)7,5 s7,2 s6,5 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)220 km/h224 km/h240 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,3 / 34,4 m35,1 / 33,8 m35,8 / 35,4 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)9,0 / k.A l S
/100 km
8,6 / 7,2 l S
/100 km
9,8 / 7,7 l S
/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)213 / k.A
g/km
204 / 164
g/km
232 / 174
g/km
Preise 
Grundpreis40.844 €42.160 €43.262 €
Testwagenpreis43.041 €45.269 €46.712 €

von Marcel Kühler von Marcel Kühler
Unser Fazit

Die engen Abstände in der Endabrechnung beweisen, dass die Kaufentscheidung für eines der drei sportlichen SUV in allererster Linie Geschmackssache ist. Der BMW X2 xDrive20i besticht im Wesentlichen durch sein kurvengieriges Temperament. Dass der Münchener zudem am sparsamsten ist, bringt ihm letztlich den Testsieg ein. Denkbar knapp dahinter landet der Audi Q3 Sportback 40 TFSI, der Technik-Fans mit Sinn für Design anspricht, die Komfort und Nutzwert von ihrem Fahrzeug erwarten. Letzteres erfüllt der Q3 durch den größten Gepäckraum. Seine Fahrdynamik leidet aber unter der misslungenen ESP-Abstimmung. Der neue Mercedes GLA 250 punktet mit viel Platz und einem hohem Maß an Sicherheit. Der hohe Verbrauch und die im Vergleichstest längsten Bremswege werfen ihn jedoch zurück.

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