Corvette C6 Coupé Rauch-Zeichen

29.05.2008

Der neue 6,2-Liter-V8 der Corvette heißt bei den Amerikanern immer noch Smallblock. Doch 437 PS sorgen für mächtig Dampf und großes Kino

Eckdaten
PS-kW437 PS (321 kW)
AntriebHinterrad, 6 Gang Automatik
0-100 km/h4.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit300 km/h
Preis65.290,00€

Da ist es wieder, dieses Gefühl, das einen beschleicht, sobald der Startknopf gedrückt ist und der V8 sich erwartungsvoll im Leerlauf schüttelt. Nicht nur die Corvette, sondern auch der Fahrer geht in Lauerstellung. Den Automatikhebel auf D gezogen, rasch in den fließenden Verkehr eingefädelt und die Verkehrslage gescannt. Wo, verdammt noch mal, findet sich endlich ein freies Asphaltband vor dieser endlos langen Motorhaube? Die Antwort verlangt nach etwas Geduld und folgt erst nach der Auffahrt auf die Autobahn: hier! Das wohl beliebteste Verkehrszeichen für Menschen mit Benzin im Blut ist ein von fünf dünnen schwarzen Linien durchzogener weißer Kreis, trägt die amtliche Kennziffer 282 und signalisiert das Ende sämtlicher Streckenverbote.

Am Steuer der Corvette wirkt es wie eine Startflagge, die den Automatikwählhebel auf S zieht (Aufpreis für Automatikgetriebe: 3600 Euro) und den rechten Fuß den Kickdownbefehl ausführen lässt. Die 2008er Corvette schaltet mit einem kräftigen Schlag auf den Antriebsstrang zurück und gibt dem Fahrer so eine Vorstellung vom Begriff des Motorschleppmoments des auf nun 6,2 Liter Hubraum vergrößerten Leichtmetall-V8. Kein Zweifel, hier herrscht noch Optimierungspotenzial. Dann aber stürmt die 1520 Kilo leichte Kunststoffkarosse mit der Vehemenz von nun 437 PS nach vorn, dass sich die Horizontlinie nach innen biegt und der Digitaltacho im Head-up-Display kaum mit der Anzeige nachkommt. Das Ganze wird untermalt von einem kräftigen, erdigen Boller-Blues. So schön kann Maschinenbau klingen. Die unterdessen zutage tretende Drehfreude lässt einen kaum glauben, dass die Ventilsteuerung immer noch ganz anachronistisch über eine zentrale untenliegende Nockenwelle und Stößelstangen erfolgt. Konventionelle Technik, moderne Fahrleistungen: Das Landstraßentempo 100 liegt nach 4,6 Sekunden an, die 200-km/h-Marke fällt nach 14,8 Sekunden.

Ein maximales Drehmoment von 575 Nm bei 4600/min sorgt dafür, dass sich auch oberhalb von 200 km/h jederzeit sattes Schubvermögen abrufen lässt, das erst bei echten 300 km/h endet. Dabei scheint die Art der Leistungsentfaltung den Fahrer aus dem Hier und Jetzt zu katapultieren. Die brachial agierenden Bremsen holen die Insassen zurück: Mit einem Kaltbremswert von 36,0 Metern und einem Warmbremswert von nur 35,6 Metern ankert die Corvette voll auf der Höhe der Zeit. Aufkeimende Bedenken hinsichtlich des Kraftstoffkonsums zerstreut der Testverbrauch von 14,4 Liter Super pro 100 Kilometer. Das ist zwar nicht gerade wenig, aber dem Leistungsvermögen durchaus angemessen und widerlegt das Klischee vom spritsaufenden Ami-Saurier.

Runter von der Autobahn, ab auf kurvige Landstraßen. Hier registriert der Corvette-Kapitän eine Zunahme an Handlichkeit gegenüber dem Vorgänger. Dies geht auf das Konto der überarbeiteten Lenkung, die nun hinreichend direkt wirkt. Die leichten Wankbewegungen der Karosserie schränken die Handlingeigenschaften jedoch mehr ein als nötig. Abhilfe verspricht hier die Option auf die Magnetic Selective Ride Control (2510 Euro), einem elektronisch gesteuerten Dämpfersystem, das per Wahlschalter einen Sport-Modus offeriert. Mit konventionellem Fahrwerk bleibt die überraschend komfortabel gefederte Corvette auch im Grenzbereich lange neutral. Wer auf dem Gas bleibt, spürt, wie das Heck nach außen drängt. Ist das zweistufige ESP deaktiviert, keilt die Corvette achtern mächtig aus.

Gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung der Schaltpaddel am Lenkrad. Das Hochschalten erfolgt, anders als gewohnt, durch Druck, das Herunterschalten durch Zug an denselben. Mitunter werden die Schaltbefehle jedoch erst mit etwas Zeitverzögerung ausgeführt.
Knackgeräusche aus dem Dach künden von Verwindungen der Karosserie. Entsprechende Witterung vorausgesetzt, lässt sich das Dach aber einfach herausnehmen und im Kofferraum verstauen. Dann darf die Corvette im Targa-Modus genossen werden. Ansonsten sind mit der Modellpflege deutliche Fortschritte in der Verarbeitungsqualität einhergegangen. Das Armaturenbrett wirkt nun hochwertiger, und die Zeit schludriger Passungen scheint auch endgültig vorbei. So lässt es sich nun deutlich angenehmer auf freie Strecken lauern

Fazit

Als die erste Corvette 1953 vorgestellt wurde, ahnte noch niemand, dass der Kraftmeier über die Jahrzehnte hinweg Karriere als Kultmobil machen würde. Mit der Modellpflege für die sechste Generation wurde der Corvette-Charakter nun behutsam verfeinert. Es ist vor allem die druckvolle Leistungsentfaltung des neuen V8, die den Reiz dieses amerikanischen Supersportwagens ausmacht. Angesichts der Fahrleistungen ist die Corvette ein echtes Sparangebot in der 300-km/h-Liga, das einen die kleinen Schwächen verzeihen lässt.

Technische Daten
Motor 
ZylinderV8 / 2
Hubraum6162
Leistung
kW/PS
1/Min

321/437
437 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
575
4600 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: innenbel. Scheiben
Bereifungv: 245/40 ZR 18
h: 285/35 ZR 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1461
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)300
Verbrauch 
Testverbrauch14.4l/100km (Super)
EU-Verbrauch13.4l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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