Verkehrstote (Deutschland): Unfallstatistik 2021 Historischer Tiefstand bei Verkehrstoten

von Victoria Zippmann 13.12.2021
Inhalt
  1. Unfallstatistik 2021: Zahl der Verkehrstoten sinkt weiter
  2. Unfallstatistik 2020: Tiefststand bei Zahl der Verkehrstoten
  3. Unfallstatistik 2019: Weniger Verkehrstote in Deutschland
  4. Ergebnisse des Unfallverhütungsberichts Straßenverkehr 2018/2019

Die ADAC-Prognose zur Unfallstatistik 2021 zeigt, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland auch im zweiten Jahr der Corona-Krise auf einen neuen historischen Tiefstand sinkt. Die Entwicklung zeigte sich bereits in den Jahren zuvor, wie auch aus dem Unfallverhütungsbericht 2018/2019 hervorgeht. Die Ergebnisse im Detail!

 

Unfallstatistik 2021: Zahl der Verkehrstoten sinkt weiter

Laut der Prognose des ADAC sinkt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland 2021 erneut auf einen historischen Tiefstand: Im zweiten Pandemie-Jahr gibt es demnach 2500 Todesopfer von Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen. Das sind 219 Verkehrstote oder 8,1 Prozent weniger als noch 2020. Darüber hinaus geht bei der Unfallstatistik 2021 auch die Zahl der Verletzten um 6,4 Prozent auf rund 309.000 Personen zurück. Dass die Zahl der Verunglückten weiter sinkt, führt der ADAC auf die geringere Fahrleistung aufgrund der Corona-Pandemie zurück. Das Verkehrsaufkommen sei bereits 2020 um rund zehn Prozent gesunken. Unverändert bleibt den Abschätzungen des ADAC zufolge die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle. 2020 waren es rund 2.250.000 – und damit 15,8 Prozent weniger als 2019. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Unfallstatistik 2020: Tiefststand bei Zahl der Verkehrstoten

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist 2020 auf einen historischen Tiefstand gesunken: Während der Coronakrise sind der Unfallstatistik 2020 zufolge 2724 Menschen bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen gestorben. Das waren 322 Verkehrstote oder 10,6 Prozent weniger, als noch 2019. Das berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Darüber hinaus ging auch die Zahl der Verletzten 2020 um 14,7 Prozent auf rund 328.000 Personen zurück. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Verkehrsmittel: Den Zahlen der Unfallstatistik 2020 zufolge gab es bei Pkw den stärksten prozentualen Rückgang. Tödliche Autounfälle gingen um 14,3 Prozent oder 176 Verkehrstote zurück. Bei Motorrädern gab es einen Rückgang von 8,6 Prozent, bei Fußgänger:innen von 9,1 Prozent und bei Radfahrer:innen um 12,9 Prozent. Allein bei den Pedelecfahrer:innen zeigt sich eine andere Entwicklung: Die Zahl der getöteten Menschen stieg hier um 19,1 Prozent auf 137. Insgesamt nahm die Polizei 2020 rund 2,3 Millionen Unfälle – und damit 15,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – auf. Die gesunkenen Zahlen seien vor allem darauf zurückzuführen, "dass wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt wurden als im Vorjahr". Die Zahlen von 2020 sind daher nicht repräsentativ für die Entwicklung der Verkehrssicherheit.

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Unfallstatistik 2019: Weniger Verkehrstote in Deutschland

Deutschland hatte laut der Unfallstatistik 2019 des Statistischen Bundesamts (Destatis) 3046 Verkehrstote zu beklagen – das ist der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr starben 2019 sieben Prozent (229) Menschen weniger im Straßenverkehr. Auch die Zahl der Verletzten ist zurückgegangen, um drei Prozent auf 384.000 Menschen. Und das, obwohl die Polizei mit insgesamt 2,7 Millionen so viele Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen zählte wie noch nie seit 1991. Wie bereits in den Vorjahren ereigneten sich auch 2019 die meisten Unfälle mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften (69,2 %). Jedoch wurden dort nur 30,6 Prozent der Getöteten registriert. Die meisten Verkehrstoten in Deutschland gab es der Unfallstatistik 2019 zufolge auf Landstraßen (57,7 %), wobei dort nur jeder vierte Unfall mit Personenschaden stattfand (24,2 %). 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 11,7 Prozent aller Getöteten wurden auf Autobahnen gezählt. Als Grund für die häufig schlimmeren Folgen bei Unfällen auf Autobahnen und Landstraßen gibt Destatis unter anderem die höheren Fahrgeschwindigkeiten an. Auf Landstraßen kämen demnach zudem Risiko-erhöhende Faktoren wie die fehlende Trennung des Gegenverkehrs, schlechte Überholmöglichkeiten sowie Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu.

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Ergebnisse des Unfallverhütungsberichts Straßenverkehr 2018/2019

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat den Unfallverhütungsbericht Straßenverkehr 2018/2019 Anfang 2021 dem Bundestag vorgelegt. Er erscheint alle zwei Jahre und zeigt aktuell die Ergebnisse des Verkehrssicherheitsprogramms 2011 bis 2020. Demnach ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland im Vergleich zu 2011 um 24 Prozent gesunken. 2019 gab es dem Statistischen Bundesamt zufolge deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Beteiligten am Straßenverkehr: Während die Zahl der getöteten Pkw-Insass:innen 2019 um 25,9 Prozent niedriger war als im Jahr 2010, fielen die Rückgänge bei Menschen, die auf einem Kraftrad unterwegs waren, sowie bei Fußgänger:innen mit 14,7 beziehungsweise 12,4 Prozent geringer aus. Die Zahl der getöteten Radfahrer:innen ist dagegen seit 2010 um 16,8 Prozent gestiegen. Die meisten Getöteten waren 2019 Pkw-Insass:innen: 1364 Menschen kamen in einem Auto ums Leben, 605 in einem Kraftrad, 445 auf dem Fahrrad. 417 waren laut der Unfallstatistik 2019 Fußgänger:innen und 152 Insass:innen von Güterkraftfahrzeugen. Im EU-weiten Vergleich landet Deutschland mit 37 Verkehrstoten je eine Million Einwohner:innen gemeinsam mit Finnland auf Rang neun. Am gefährlichsten war es demnach auf den Straßen in Rumänien (96) und Bulgarien (89), am sichersten in Schweden (22) und Irland (29). Die Bundesregierung hat sich der Vision Zero verpflichtet, die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland mittelfristig auf null zu senken. Das Zwischenziel, bis 2020 die Verkehrstoten um 40 Prozent gegenüber 2010 zu verringern, wurde jedoch deutlich verfehlt.

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Unser Fazit

Dass die Zahl der Unfalltoten – übrigens nicht erst seit der Corona-Pandemie – sinkt, ist eine erfreuliche Nachricht. Sie pandemiebedingt allerdings stärker als es sonst der Fall wäre. Die Anstrengungen, das Risiko im Straßenverkehr weiter zu minimieren, sollten also nicht nachlassen – denn jede:r einzelne Verkehrstote ist eine:r zu viel.

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