Verkehrstote in Deutschland: Unfallstatistik 2019 Positive Tendenz auch 2020

von Christina Finke 24.11.2020

Die Unfallstatistik 2019 des Statistischen Bundesamtes weist einen Tiefststand bei der Anzahl an Verkehrstoten in Deutschland auf. Die positive Entwicklung geht auch 2020 weiter, wie der Tüv-Verband feststellt.

Deutschland hatte laut der aktuellen Unfallstatistik 2019 des Statistischen Bundesamts (Destatis) 3046 Verkehrstote zu beklagen – das ist der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr starben 2019 sieben Prozent (229) Menschen weniger im Straßenverkehr. Auch die Zahl der Verletzten ist zurückgegangen, um drei Prozent auf 384.000 Menschen. Und das, obwohl die Polizei mit insgesamt 2,7 Millionen so viele Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen zählte wie noch nie seit 1991. Wie bereits in den Vorjahren ereigneten sich auch 2019 die meisten Unfälle mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften (69,2%). Jedoch wurden dort nur 30,6 Prozent der Getöteten registriert. Die meisten Verkehrstoten in Deutschland gab es 2019 auf Landstraßen (57,7%), wobei dort nur jeder vierte Unfall mit Personenschaden stattfand (24,2%). 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 11,7 Prozent aller Getöteten wurden auf Autobahnen gezählt. Als Grund für die häufig schlimmeren Folgen bei Unfällen auf Autobahnen und Landstraßen gibt Destatis unter anderem die höheren Fahrgeschwindigkeiten an. Auf Landstraßen kämen demnach zudem risikoerhöhende Faktoren wie die fehlende Trennung des Gegenverkehrs, schlechte Überholmöglichkeiten sowie Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu. Mehr zum Thema: Bei Verkehrsunfällen immer die Polizei rufen?

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Unfallstatistik 2019: Tiefststand bei der Zahl an Verkehrstoten in Deutschland

Wie die Unfallstatistik 2019 zeigt, ist die Zahl der Verkehrstotenin Deutschland im Vergleich zu 2010 um 16,5 Prozent gesunken. Allerdings gibt es dem Statistischen Bundesamt zufolge deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Beteiligten am Straßenverkehr: Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen 2019 um 25,9 Prozent niederiger war als im Jahr 2010, fielen die Rückgänge bei Menschen, die auf einem Kraftrad unterwegs waren, sowie bei Fußgängerinnen und Fußgängern mit 14,7 beziehungsweise 12,4 Prozent geringer aus. Die Zahl der getöteten Radfahrer ist dagegen seit 2010 um 16,8 Prozent gestiegen. Trotz des überdurchschnittlichen Rückgangs der Anzahl der Verkehrstoten seit 2019 waren die meisten Getöteten 2019 Pkw-Insassen: 1364 kamen in einem Auto ums Leben, 605 in einem Kraftrad, 445 auf dem Fahrrad. 417 waren laut der Unfallstatistik 2019 Fußgänger und 152 Insassen von Güterkraftfahrzeugen. Im EU-weiten Vergleich landet Deutschland mit 37 Verkehrstoten je eine Million Einwohner gemeinsam mit Finnland auf Rang neun. Am gefährlichsten war es demnach auf den Straßen in Rumänien (96) und Bulgarien (89), am sichersten in Schweden (22) und Irland (29). Die Bundesregierung hat sich der Vision Zero verpflichtet, die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland mittelfristig auf null zu senken. Das Zwischenziel, bis 2020 die Verkehrstoten um 40 Prozent gegenüber 2010 zu verringern, wurde jedoch deutlich verfehlt.

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Unfallstatistik: Positive Entwicklung geht 2020 weiter

In seiner Kommentierung der Unfallstatistik 2019 stellt der Tüv-Verband (VdTÜV) fest, dass die positive Entwicklung auch 2020 grundsätzlich weiter geht. Demnach verzeichnete die Polizei in den ersten neun Monaten des Jahres rund 1,68 Millionen Verkehrsunfälle, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang von gut 15 Prozent entspricht. Insbesondere im April 2020 ging die Zahl stark zurück und die Gesamtzahl der Unfälle sank um 35 Prozent. Als Grund dafür gibt der VdTÜV das deutlich niedrigere Verkehrsaufkommen während der Corona-Krise an. Allerdings seien Radfahrerinnen und Radfahrer trotzdem weiterhin besonders stark gefährdet: Erste Zahlen ließen vermuten, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland in dieser Gruppe weiter steigen wird. Die übergreifende Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2020 ging dagegen um gut zehn Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres zurück. Die Zahl der Verletzten sank sogar um knapp 14 Prozent.

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