Fahrbericht Skoda Peaq 90: Siebensitzer auf großem Fuß
Der neue Raumriese des VW-Konzerns kommt aus Tschechien. Unterwegs mit dem Skoda Peaq und auf dem Weg zu mehr Gelassenheit.
Skoda Peaq: Neues Topmodell mit wohnlichem Ambiente
Normalerweise kann man das Interieur einer SUV-Karosserie mit Platz für bis zu sieben Personen und 2150 Liter Laderaum weniger wohnlich gestalten. Genau das wollte Skoda offenkundig nicht, denn immerhin handelt es sich beim Peaq um das neue Flaggschiff der Marke. Was wäre da deplatzierter als großflächig verwendetes billiges Hartplastik? Stattdessen ließ man sich nicht lumpen und stattete den tschechischen Raumriesen großzügig aus: Hochwertig wirkende Stoffbezüge auf den Sitzen, geschmackvoll gemixte Materialien, passgenaue Intarsien in Armaturentafel und Türverkleidungen sowie eine den Innenraum dezent illuminierende Ambientebeleuchtung heißen die Passagiere willkommen.
Video: Der Skoda Peaq im Check

Innenraum: Viel Platz selbst in der dritten Reihe
So vermittelt der Skoda Peaq eine Lounge-Atmosphäre, wie man sie sonst eher im Premium-Segment verortet. Natürlich ist auch reichlich Platz vorhanden. Selbst in der dritten Reihe – die Sitze sechs und sieben sind optional – können es Erwachsene nicht nur auf Kurzstrecken gut aushalten. Dazu trägt die längs verschiebbare Rücksitzbank bei, die mit wenigen Handgriffen für mehr Knieraum in der dritten Reihe sorgt, ohne dass die Mitfahrer in Reihe zwei dann diesbezüglich darben müssten.
Und schon die ersten Kilometer bestätigen es: Das luftig-lichte Raumgefühl, das durch das elektrisch dimmbare Riesen-Glasdach unterstützt wird, die Massagesitze, die wirkungsvolle Geräuschdämmung und das sanfte Abrollverhalten machen das Reisen nicht nur angenehm, sondern produzieren eine Gelassenheit, die sich rasch auf die Insassen überträgt. Wer mitfährt, muss sich für längere Touren auch beim Kofferpacken nicht sonderlich beschränken. Wird der Peaq als Fünfsitzer geordert, stehen bis zu 935 Liter Standard-Ladevolumen zur Verfügung, bei umgeklappter Rücksitzlehne maximal 2150 Liter. Außerdem gibt es auch noch einen 37 Liter fassenden Frunk.
Gelassen macht zusätzlich der Umgang mit dem hochkant angeordneten, konfigurierbaren Infotainment-Bildschirm: Die Bedienmenüs sind am unteren Rand in perfekter Hand-Reichweite angeordnet, und die Menüführung selbst ist klar strukturiert.
Reichweite: Bis zu 647 Kilometer mit einer Akkuladung
Unterwegs mit dem Peaq 90, Synonym für die hinterradgetriebene Variante mit 210 kW (286 PS), sorgt der Antrieb für stressfreies Fortkommen. Auf seine 545 Newtonmeter Drehmoment ist stets Verlass. Es geht voran, aber weniger stürmisch als vielmehr nachhaltig druckvoll. Wer möchte, kann per One-pedal-Driving unterwegs sein und dabei ordentlich Rekuperieren. Die Reichweite soll laut Skoda dank der 86 kWh großen Batterie (Netto-Kapazität) bei bis zu 647 Kilometern liegen. Um diesen Wert zu erreichen, sollte man aber weder das Sprint-Potenzial von 7,1 Sekunden bis zur 100-km/h-Marke testen noch die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ausreizen. Auf unserer Testfahrt lag der Verbrauch laut Bordcomputer bei 19 kWh, was rein rechnerisch eine Reichweite von rund 450 Kilometern ergäbe. Ein Test wird später einen belastbaren Verbrauchswert zeigen. Um die Verweildauer an der Schnellladesäule in überschaubarem Rahmen zu halten, lädt der Peaq 90 mit bis zu 199 kW.

Preis: Basisvariante Peaq 60 startet bei 49.900 Euro
Mit mindestens 57.900 Euro ist der Peaq 90 zwar kein Schnäppchen, rangiert aber ungefähr in der Preisliga von internationalen Rivalen wie dem Peugeot E-5008 Long Range oder dem Xpeng G9 aus China. Angeboten wird der Tscheche derzeit nur in der Selection-Ausstattung. Diese umfasst serienmäßig unter anderem 19- Zoll-Räder, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik und ein beheizbares Lenkrad. Doch es geht auch günstiger: Die Basis-Variante Peaq 60 mit 63-kWh-Akku startet schon bei 49.900 Euro. Für den Allradler Skoda Peaq 90x 4x4 sind dagegen 60.400 Euro fällig.
Fazit
Der neue Skoda Peaq legt einen beeindruckenden ersten Auftritt hin. Die Tschechen haben viel Platz hochwertig eingekleidet und bedarfsgerecht motorisiert. Das Gesamt-Paket ist wohltuend Bling-Bling-frei, der Peaq gibt sich als praktischer Alltagsbegleiter. Auf den ersten Test darf man gespannt sein …
Technische Daten des Skoda Peaq 90
AUTO ZEITUNG 20/2026 | Skoda Peaq 90 |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | permanenterregte Synchronmaschine |
Antrieb | Konstantübersetzung; Hinterrad |
Leistung | 210 kW / 286 PS |
Max. Drehmoment | 545 Nm |
Kapazität / Spannung | 86 kWh (netto) / 400 V |
Ladeleistung | 11 kW (AC) / 199 kW (DC) |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4874 / 1867 (2119)* / 1674 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2234 / 596 kg |
Kofferraumvolumen | 935 – 2150 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 7,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 15,1 – 17,6 kWh |
WLTP-Reichweite | 647 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 57.900 € |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |



















