Audi-Pilot René Rast (Formel E/DTM): Interview "Mein Ziel sind Punkte"

von Gregor Messer 24.07.2020

DTM-Meister Rene Rast fährt für Audi nicht nur in der DTM, sondern nun auch in der Formel E. Im Interview mit der AUTO ZEITUNG spricht er über seine Ziele und die Belastung.

Herr Rast, neben der DTM fahren Sie für Audi in der Formel E. Wie lief der erste Test auf dem Lausitzring?

Sehr positiv. Natürlich musste ich mich an den Monoposto gewöhnen. Aber nach zehn, elf Runden hat es schon sehr gut gepasst. Der Formel E ist ein völlig anderes Rennauto. Den Elektromotor hört man nicht, nur Windgeräusche.

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Audi in der Formel E (Video):

 

Sie planen die Formel E nicht nur als kurzfristiges Gastspiel, sondern als mittelfristige Zukunft?

Definitiv ja. Es wird viel von den sechs Rennen in Berlin abhängen – wie das alles mit meinem Fahrstil zusammenpasst. Danach werden wir eine Entscheidung treffen, ob die Formel E für mich künftig mein Einsatzgebiet sein wird.

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In der DTM kämpfen Sie erneut um den Titel. Welche Ziele haben Sie sich in der Formel E gesteckt?

Ich will den bestmöglichen Job abliefern, das ist klar. Realistisch wären Punkte toll. Damit könnte ich schon zufrieden sein, weil die Formel E einfach eine Meisterschaft ist, die mit sehr starken Fahrern und Werks-Rennställen besetzt ist. Und als Neuling fast ohne jegliche Erfahrung muss ich gar nicht daran denken, in diese Serie zu kommen und es allen zu zeigen, wie man Rennen fährt. Es gibt hier Fahrer, die seit sechs Jahren dabei sind. Die haben mir einiges voraus, was das effiziente Fahren betrifft. Da muss ich mich schön heraushalten, damit ich mir diesen Effizienz-betonten Fahrstil so schnell wie möglich aneigne.

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Im August werden Sie innerhalb von 14 Tagen zehn Rennen fahren. Erst DTM, dann sechs Formel-E-Finalläufe in Berlin, dann wieder DTM …

Es geht noch weiter: Von Anfang August bis Ende September 2020 fahre ich insgesamt 20 Rennen – inklusive der Langstrecke auf der Nordschleife und der 24h auf dem Nürburgring. Ich bin nicht der einzige Fahrer mit diesem intensiven Doppelprogramm. Meine Audi-Markenkollegen
Robin Frijns und Nico Müller haben die gleichen Verpflichtungen. Ich glaube, in der Historie des Profi-Motorsports gab es so etwas noch nie, dass einer oder mehrere Fahrer innerhalb so kurzer Zeit so viele Rennen in so hochkarätigen Serien bestreiten. Es wird nicht einfach, aber Hauptsache, wir können in Corona-Zeiten überhaupt wieder fahren.

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Hat die DTM Zukunft?

In der aktuellen Situation mit dem Class-One-Reglement sehe ich wenig Chancen. Ich könnte mir eine Fusion mit einer anderen Rennserie vorstellen. Die DTM ist eine Serie, die immer spannenden Motorsport und eine tolle Show geboten hat – mit vielen Fans an der Strecke oder vor dem Fernseher. Im Moment ist es eine schwierige Zeit für den Motorsport.

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Wird es wieder hochklassigen Tourenwagensport Made in Germany geben?

Davon bin ich überzeugt. Die DTM musste auch drei Jahre pausieren, sich neu formieren und gab 2000 ein sehr erfolgreiches Comeback. Mal sehen, wie sich alles über die nächsten Jahre entwickelt.

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