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Peugeot 508 Hybrid 255 e-EAT8: Test Der 508 Hybrid beweist sich im Test

von Jürgen Voigt 29.05.2020
Inhalt
  1. Der Peugeot 508 Hybrid 255 e-EAT8 im Test
  2. Peugeot 508 Hybrid zum Preis von 44.000 Euro
  3. Messwerte & technische Daten des Peugeot 508 Hybrid 225 e-EAT8

Der Peugeot 508 Hybrid sieht blendend aus und fährt elektrisch oder mit Verbrenner. Im Test zeigt der Franzose, dass er auch noch einiges mehr kann!

PositivHarmonischer Antrieb, ausgewogen komfortable Fahrwerksabstimmung
NegativGeringe Elektro-Reichweite, schwer, Platzangebot nur durchschnittlich

Ein Blick auf die Fakten vor dem Test des Peugeot 508 Hybrid verheißt Gutes: Eine der schönsten aktuellen Mittelklasse-Limousinen gibt es jetzt auch als Plug-in-Hybrid mit einem Normverbrauch von 1,3 Liter auf 100 Kilometer. Und dennoch endet die vermeintliche Enthaltsamkeit nicht in Schwindsucht: Denn der 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder und die an die Achtstufen-Automatik gekoppelte E-Maschine bringen es gemeinsam auf eine Systemleistung von 224 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmeter. Im Einklang mit der eleganten, coupéhaften Linie lässt dies also auf eine ebenso leistungsfähige wie stilsichere Sportlimousine schließen. Auch das Messprotokoll gibt keinen Anlass zu Klagen, weist es doch für den Null-auf-Tempo-100-Sprint nur 7,9 Sekunden aus – so wie es in den Werksangaben steht. Und wenn es sein soll, spurtet der Peugeot 508 Hybrid munter weiter bis maximal 240 km/h. Das funktioniert natürlich nur, weil der Vierzylinder-Turbobenziner mit seinen 181 PS und maximal 300 Newtonmeter Drehmoment bereits ab 3000 Touren den Löwenanteil an Power beisteuert. Doch auch die elektrische Leistung von 81 kW (110 PS) ist nicht zu vernachlässigen, trägt sie doch zu den guten Fahrleistungen bei.

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Der Peugeot 508 Hybrid 255 e-EAT8 im Test

Der Alltagsbetrieb im Peugeot 508 Hybrid ist aber kein Sprintwettbewerb, sondern hier soll der Peugeot auch seine Vorzüge als lokal emissionsfreies E-Mobil beweisen. Und das macht er gut. Wenn nicht anders gewünscht und genügend Saft im Akku ist, startet der 508 automatisch im E-Modus. Dabei muss man das Gaspedal gar nicht mal so sensibel behandeln, ohne dass sich gleich der Verbrenner einmischt. Im Gegenteil: Rein elektrisch sind sogar bis zu 135 km/h möglich. Doch die Freude am unbeschwerten und lautlosen Dahingleiten währt nicht allzu lange – wie bei fast allen Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Peugeot verspricht zwar eine elektrische Reichweite nach WLTP-Norm von 50 bis 54 Kilometern,  im Test sind es jedoch nur gut 30 Kilometer. Das bestätigt der 508 Hybrid auch im dauerhaften Alltagsbetrieb unter gemischten Fahrbedingungen in der Stadt und über Land. Ist die 11,5-kWh-Batterie (davon nutzbar: 9,4 kWh) voll geladen, zeigt das Display im Cockpit meist nicht mehr als 30 Kilometer elektrische Reichweite an. Für diese Prognose werden dann häufig die Fahrweise sowie die aktuellen Wetter- beziehungsweise Temperatur-Bedingungen berücksichtigt. An der heimischen Steckdose veranschlagt der Peugeot bei einer Ladeleistung von 1,8 kW übrigens 6,5 Stunden für eine Vollladung. Schneller geht es mit dem 7,4-kW-onboard-Charger für 300 Euro. Auch das bis 3,6 kW taugliche green-up-Ladekabel kostet extra (200 Euro). Bekommt man an einer dreiphasigen Wallbox oder Ladesäule 22 kW Leistung zusammen, lädt der Peugeot in 2,5 Stunden komplett nach. Doch wie man es dreht und wendet, als Plug-in-Hybrid lohnt sich der 508 nur, wenn man die elektrische Reichweite möglichst täglich nutzt, zum Beispiel für den Weg von und zur Arbeit. Denn sobald man sich überwiegend auf den Benziner für den Vortrieb verlässt, steigt der Verbrauch. Im Test sind es 9,1 Liter auf 100 Kilometer plus 4,7 kWh Strom.

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Peugeot 508 Hybrid zum Preis von 44.000 Euro

Dass dem Peugeot 508 Hybrid bei leerer Batterie die Puste ausgeht, muss man übrigens nicht befürchten, denn für Zwischensprints unter Volllast liefert der Akku meist noch eine Reserve. Man kann den Akku auch während der Fahrt durch den Verbrenner wieder aufladen oder den Ladezustand der Batterie erhalten durch entsprechende Auswahl im Touchscreen-Bediensystem. Wie jeder andere 508 hat auch die Hybrid-Version ihre Eigenheiten wie den zwar eleganten, aber die Kopffreiheit einschränkenden niedrigen Dachverlauf und das auf den ersten Blick verwirrende, nach etwas Eingewöhnung aber durchaus schlüssig aufgebaute Bediensystem. Das kleine Lenkrad gefällt ebenfalls nicht unbedingt jedem, vermittelt aber eine gewisse Sportlichkeit, die im Fahrbetrieb jedoch auch wegen des hohen Leergewichts von fast 1,8 Tonnen etwas auf der Strecke bleibt. Im Test lenkt der Peugeot 508 Hybrid auf kurvigem Terrain zwar zackig ein, vermittelt dabei allerdings nicht viel Gefühl. Auch die Bremse lässt sich, etwa beim Anhalten an der Ampel, nur schlecht dosieren, weil sich hier das Bremsmoment der Rekuperation überlagert. Das kennt man von fast allen E-Autos. An der Leistungsfähigkeit der Bremse gibt es dagegen nichts auszusetzen. Der Listenpreis von 44.000 Euro des Peugeot 508 Hybrid ist ein faires Angebot, zumal die Allure-Ausstattung mit Navi, Infotainment, Spur-/Totwinkel- Assistent, Verkehrsschildererkennung, Rückfahrkamera und mehr bereits serienmäßig ist. Dazu gewährt Peugeot einen Umweltbonus von 1875 Euro, den gleichen Betrag spendiert der Staat – macht insgesamt 3750 Euro.

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Messwerte & technische Daten des Peugeot 508 Hybrid 225 e-EAT8

AUTO ZEITUNG 07/2020Peugeot 508 Hybrid 225 e-EAT8
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4, Turbo
Hubraum1598 cm³
Systemleistung224 PS
Max. Systemdrehmoment360 Nm
Getriebe/Antrieb8-Stufen-Automatik/Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Test)1791 kg
Beschleunigung (Test) 
0 - 100 km/h7,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)240 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,0/35,4 m
Verbrauch/100 km (Test/WLTP)9,1 l S + 4,7 kWh/1,3 l S + 15,0 kWh
CO2-Ausstoß (Werk)28 g/km
Preise
Grundpreis44.000 Euro

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Nein, auch der Peugeot 508 Hybrid ist – wie die meisten Plug-in-Hybride – keine wirkliche Alternative für die Kilometerfresser aus dem Diesel-Lager. Seine Stärken liegen vielmehr im stilvollen Auftritt und im Komfort, der sich im Test über den kräftigen, kultivierten Antrieb und das optionale, fein ansprechende adaptive Fahrwerk erschließt. Platzangebot und elektrische Reichweite sind jedoch verbesserungswürdig.

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