Fahrrad-Alarmanlage: Kaufempfehlungen & Tipps gegen Diebstahl
Fahrraddiebstahl ist insbesondere in Großstädten keine Seltenheit. Eine Fahrrad-Alarmanlage verhindert zwar den Diebstahl nicht, erweitert ein gutes Fahrradschloss allerdings als schützende Abschreckung. Unsere Kaufempfehlungen!

Trotz des anhaltenden Rückgangs bei Fahrraddiebstählen bleibt der Verlust des Zweirads weiterhin ein ernstes Problem im urbanen Raum. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Deutschland im Jahr 2024 rund 246.600 Fahrräder als gestohlen erfasst, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher, da längst nicht alle Fälle angezeigt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei deutlich unter 10 Prozent – womit die meisten Drahtesel verschollen bleiben, sobald sie einmal gestohlen wurden. Das ist besonders ärgerlich, wenn es sich dabei um ein unversichertes, teures Fahrrad handelt.
Zum Schutz vor Diebstahl greifen daher mehr und mehr Fahrradbesitzer:innen zur Alarmanlage. Sie bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene zur mechanischen Sicherung. In Kombination mit stabilen Schlössern und gut sichtbaren Abstellorten kann eine Alarmanlage das Risiko eines Diebstahls durch Abschreckung senken. Die folgenden Empfehlungen zeigen, wie sich eine Fahrrad‑Alarmanlage optimal in ein umfassendes Sicherheitskonzept integrieren lässt – zur wirksamen Prävention gegen Fahrraddiebstahl.
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Fahrrad-Alarmanlagen: Unsere Kaufempfehlungen
Abus Alarmbox RC
Sobald die Alarmbox "RC" von Abus eine kleine Erschütterung registriert, ertönt 15 s lang ein bis zu 100 dB(A) lauter Alarm. Wird die Box dann nochmals bewegt, ertönt der Alarm erneut. Scharfgeschaltet wird die "RC"-Box durch eine Fernbedienung, die jedoch nicht im Lieferumfang der Alarmanlage enthalten ist.
Abus Alarmbox 2.0
Eine Nummer teurer ist die Abus Alarmbox 2.0. An sie lässt sich aber dafür auch eine Anschlusskette stecken, womit Zweirad und Alarmanlage doppelt abgesichert sind. Wie bei der RC ertönt auch hier ein 100 dB(A) lauter Alarm, sobald die Alarmanlage eine stärkere Erschütterung registriert. Bei kleineren Vibrationen gibt die Box nur einen kurzen Warnton von sich. Im Gegensatz zur kleineren Box gibt es hier allerdings keine Fernbedienung. Scharfgestellt wird der Alarm per Knopfdruck an der Box, deaktiviert wird sie mit einem Schlüssel.
Mengshen Alarmanlage
Nicht nur für Fahrräder und Motorräder, sondern auch für Türen und Fenster ist laut Hersteller die Mengshen Alarmanlage geeignet. Die Lautstärke von bis zu 113 dB(A) sowie die Empfindlichkeit sind über eine mitgelieferte Fernbedienung einstellbar. Der Alarm wird durch Vibration und Bewegung ausgelöst. Auf der Rückseite des Alarms befinden sich auch Installationslöcher und Schnittstellen, sodass der Alarm sehr einfach installiert werden kann.
eMjollRay Fahrrad-Alarmanlage
Die Fahrrad-Alarmanlage von eMjollRay ist mit einem integrierten Akku ausgestattet und so immer wieder per USB-C-Kabel aufladbar – viele Konkurrenzprodukte setzen noch auf Batterien. Damit auch trotz Akku nichts passiert, ist die Alarmbox nach IP65 staubdicht und strahlwassergeschützt. Per mitgelieferter Fernbedienung lässt sich die Lautstärke des Alarms auf bis zu 110 dB(A) einstellen. Dank mitgeliefertem 3M-Klebepad oder einer aluminiumlegierte Klemmenhalterung ist die universelle Installation an Fahrrädern aller Art laut Hersteller recht schnell erledigt. Als kleines Extra gibt es einen Reflektor-Ring auf der Vorderseite der Alarmanlage.
Cruxer Fahrrad-Alarmanlage
Dem eMjollRay-Produkt ist die Alarmanlage von Cruxer von Aufbau und Funktionen recht ähnlich. Auch sie löst mit bis zu 110 dB(A) aus, sobald die Alarmanlage eine Erschütterung spürt, ist wiederaufladbar und mit einer Fernbedienung ein- und ausschaltbar. Warum ist sie also günstiger? Zum einen fehlt der Reflektor, zum anderen besteht die Klemmhalterung nur aus Kunststoff. Dennoch verspricht der Hersteller auch hier effektive Abschreckung – und das für bis zu drei Monate mit einer einzigen Akkuladung.
I Lock It GPS-Fahrradschloss mit Alarmanlage
Einen etwas anderen Ansatz wählt das Rahmenschloss mit GPS und Alarmanlage von I Lock It. Anstatt per Fernbedienung oder einem einfachen Knopf wird hier das Smartphone zum Steuern der Alarmanlage genutzt – sowie auch zum voll motorisierten Verriegeln des Schlosses. Das Schloss eignet sich als Erweiterung eines klassischen Fahrradschlosses, es verhindert nämlich nur, dass das Fahrrad fahrbar ist. Wegtragen ließe sich das Bike noch, wenn der bis zu 110 dB(A) laute Alarm als Abschreckung für die Langfinger nicht genügt. Weiteres Gimmick: Per GPS-Modul (eine SIM-Karte ist bereits im Gerät integriert) lässt sich das Fahrrad zudem per Smartphone-App orten.
eMjollRay alarmgesichertes Kettenschloss
Als Kombinationsprodukt aus Kettenschloss und Alarmanlage fürs Fahrrad gibt es etwa das eMjollRay Fahrradschloss. Auch hier ertönt bei einem Diebstahlversuch ein bis zu 110 dB(A) lauter Alarm. Die Alarmanlage im Schloss wird, ebenso wie die kleine Alarmbox des Herstellers, von einem Akku mit Strom versorgt, der wiederum per USB-C-Kabel nachgeladen werden kann. Zum (de-)aktivieren des Alarms gibt der Hersteller eine Fernbedienung mit. Das 120 cm lange Kettenschloss ist herkömmlicher Natur und wird ganz altmodisch mit einem Schlüssel geöffnet und geschlossen.
Sipri Kettenschloss mit Alarmanlage
Auch Sipri bietet ein Kettenschloss mit integrierter Alarmanlage an. Hier erreicht der Alarmton sogar bis zu 120 dB(A). Anstatt auf einen Akku setzt das Schloss wiederum auf Batterien. Eine Fernbedienung gibt es ebenfalls nicht, der Alarm ist aktiviert, sobald das Schloss einrastet. Mitgeliefert werden drei Schlüssel mit einem einzigartigen Schlüsselcode, sodass Langfinger mit Universalschlüsseln keine Chance haben. Das Kettenschloss misst 120 cm in der Länge.
Fahrraddiebstahl verhindern: Unsere Tipps
Stabile Schlösser verwenden: Ein hochwertiges Schloss, idealerweise ein Bügel- oder Faltschloss, bietet wesentlich mehr Schutz als einfache Kabelschlösser.
Rahmen und Hinterrad sichern: Das Fahrrad sollte immer durchs Schloss am Rahmen und am besten zusätzlich am Hinterrad an einem festen Gegenstand befestigt werden.
Alarmanlage als Ergänzung nutzen: Eine Fahrrad-Alarmanlage schreckt akustisch ab und bietet sich vor allem als Ergänzung zu mechanischen Sicherungen an.
Beleuchtete und frequentierte Abstellorte wählen: Wer das Fahrrad an einem gut beleuchteten, belebten Ort abstellt, reduziert das Risiko eines Diebstahls erheblich. Ideal ist dagegen ein abgeschlossener Kellerraum. Einige Städte, darunter Düsseldorf oder Berlin bieten auch spezielle Fahrradparkplätze oder sogar moderne Fahrradgaragen mit Überwachung an.
Keine versteckten Abstellplätze nutzen: Abgelegene Hinterhöfe oder dunkle Ecken mögen unauffällig erscheinen, bieten Langfingern aber unbeobachteten Zugriff.
Anbauteile sichern: Schnellspanner am Vorderrad oder Sattel sollten durch Diebstahlsicherungen oder Klemmen mit Spezialschrauben ersetzt werden.
Fahrraddaten dokumentieren: Rahmennummer, Fotos und Rechnungen sollten sicher verwahrt werden, um im Diebstahlsfall eine eindeutige Identifizierung zu ermöglichen.
Fahrradcodierung und GPS-Tracker nutzen: Eine Codierung macht das Fahrrad für Kriminelle weniger attraktiv, GPS-Tracker ermöglichen im Ernstfall eine Standortbestimmung. Alternativ hilft auch ein Apple Airtag dabei, das Fahrrad zu orten.
Versicherung abschließen: Gerade bei hochwertigen Rädern lohnt sich eine Fahrradversicherung, die gegen Diebstahl schützt und im Schadensfall greift.
Welche Vorteile bietet eine Fahrrad-Alarmanlage?
Der offensichtlichste Vorteil einer Fahrrad-Alarmanlage ist die Abschreckung von potenziellen Langfingern. Der laute Alarm zieht Aufmerksamkeit auf sich, was für einen unbemerkten Diebstahl natürlich denkbar schlecht ist. Einige Alarmanlagen bieten zusätzlich GPS-Tracking an, mit denen das Fahrrad zusätzlich geortet werden kann. Der größte Vorteil ist daher ein gutes Gewissen für Besitzer:innen, die ihr Fahrrad auf der Straße abstellen.
Wie installiert man eine Fahrrad-Alarmanlage?
Die Installation einer Fahrrad-Alarmanlage unterscheidet sich von Modell zu Modell, folgt aber meistens derselben Logik. Zum Anbringen einer Alarmanlage muss zunächst eine passende Stelle gefunden werden. Unsere Tipps:
Kleine Alarmboxen lassen sich entweder per Klemmhalterung oder Klebepad am Rahmen oder unter dem Sattel anbringen. Letztere versteck das Gerät und macht es so unauffälliger.
Bei alarmgesicherten Kettenschlössern sollte das Fahrrad mit Rahmen und Felge an einem starren Gegenstand befestigt werden.
Ein Rahmenschloss mit Alarmanlage wird dagegen so am Rahmen befestigt, dass der Bügel um die Felge reicht und ein Wegfahren mit dem Zweirad verhindert.