Nikola Badger (2022): Preis & Deutschland Badger tot, Gründer angeklagt

von Tim Neumann 30.07.2021

Der elektrische Pick-up Nikola Badger sollte 2022 mit einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern Realität werden. Nun steht aber scheint sein Schicksal besiegelt: Strategie-Partner General Motors hat einen Rückzieher gemacht und Gründer Trevor Milton hat drei Anklagen zu verkraften.

Ende 2022 sollte der Nikola Badger aus den Fertigungshallen von General Motors rollen, das hatte das Start-up Nikola aus Arizona (USA) im September 2020 mit dem Autohersteller vereinbart. Wenig später ist das ehrgeizige Projekt tot, da GM bei seiner strategischen Partnerschaft mit dem Tesla-Rivalen einen Rückzieher gemacht hat. Eine zunächst geplante Aktienbeteiligung an dem Elektroauto-Start-up sollte es doch nicht geben, wie Nikola Ende November 2020 einräumte. Nikola war im Herbst nach Betrugsvorwürfen wegen angeblicher Irreführung von Investor:innen heftig unter Druck geraten, Chef und Gründer Tevor Milton nahm seinen Hut. Der Badger sollte laut des bis dato nicht unterzeichneten Vertrags die von GM entwickelte Batterien- und Wasserstoff-Technologie nutzen. Mit ersterem ausgerüstet, sollte der elektrische Pick-up Nikola Badger (2022) voraussichtlich knapp 500 Kilometer Reichweite schaffen, in Kombination mit der Brennstoffzelle knapp 1000 Kilometer. Bis zu 920 PS standen im Datenblatt des Badger, von denen 460 PS als Dauerleistung jederzeit verfügbar sein sollten. Das maximale Drehmoment sollte sich auf 1330 Newtonmeter und die Anhängelast dank Allradantrieb bei maximal 30 Prozent Steigung stattliche 3,6 Tonnen belaufen.​ Ein Preis sowie ein möglicher Deutschland-Start war noch nicht bekannt geworden. Mehr zum Thema: Das ist der Tesla Cybertruck

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Kein Preis & Deutschland-Start: Nikola Badger (2022) vor dem Aus, Gründer verklagt

Während das Schicksal des Nikola Badger (2022) besiegelt scheint, ist es dasjenige von Nikola-Gründer und Ex-Chef Trevor Milton noch lange nicht. Die Staatsanwaltschaft New York hat ihn Ende Juli 2021 wegen Betrugs angeklagt. Die 49-seitige Anklageschrift beinhaltet die Vorwürfe, Anleger:innen gezielt getäuscht zu haben. So habe Milton die Fertigstellung eines "komplett funktionstüchtigen" Sattelschlepper-Prototypen bestätigt, obwohl dieser nicht über wesentliche Bauteile wie Getriebe und Motoren verfügte. Damit soll er Investor:innen zum Aktienkauf bewegt und sich selbst daran bereichert haben. Die Firma weist die Vorwürfe mit der Begründung zurück, dass man die LKW-Komponenten bei der Präsentation aus Sicherheitsgründen entfernt habe und deswegen auch nie jemanden getäuscht habe. An der Zukunft des Nikola Badger (2022) ändern die Vorwürfe nichts, aber an dem Erfolg des Unternehmens, welches wegen der Anklage 7,5 Prozent an der Börse verlor.

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