Vision Mercedes-Maybach SUV (2018): Testfahrt So fährt der Maybach Ultimate Luxury

von Thomas Geiger 10.08.2018

Wir waren auf Testfahrt mit dem Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018), verraten was die SUV-Studie drauf hat und wie es um die Pläne eines Serienmodells steht!

Der neue Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury, mit dem wir auf eine kurze Testfahrt gehen, war buchstäblich das dickste Ding auf der Peking Autoshow 2018. Einen Geländewagen wie den Ultimate Luxury hat die Welt noch nicht gesehen. Groß und glamourös und bis an die Grenze des guten Geschmacks überzeichnet sind Bentley Bentayga und Rolls-Royce Cullinan zwar auch und selbst die 24-Zoll-Räder mit ihrem Turbinen-Design würden wohl noch als gehobener Standard durchgehen – doch dass man SUV und Limousine kreuzen wird und der Maybach so zum ersten SUV mit Stufenheck wird, das hätte sich so schnell keiner vorgestellt. „Wir kombinieren die beiden weltweit erfolgreichsten Karosseriekonzepte” sagt Designchef Gorden Wagener und erhofft sich für diese Mischung damit gleich doppelte Chancen. Dummerweise gibt zweimal Null trotzdem Null – viel größer sind die Chancen für dieses Auto nicht. Denn dem ohnehin schon endlos langen Namen haben sie in Stuttgart auch noch ein „Vision“ vorausgestellt. Und leider lehrt die Erfahrung, dass daraus so schnell keine Wirklichkeit wird. Zumindest nicht für Selbstzahler, wie reich sie auch sein mögen. Denn so viele Blankoschecks auch schon bei Daimler-Chef Dieter Zetsche auf den Tisch geflattert sein mögen: der neue Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) bleibt ein Einzelstück. Mehr zum Thema: Der Vision Mercedes-Maybach 6 Cabrio von 2017

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Der Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) im Video:

 
 

Testfahrt im SUV Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury

Doch wenigstens dieser eine neue Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) darf vier Monate nach der Messepremiere in Peking für eine Stippvisite in die Wirklichkeit und sich für ein paar Stunden auf einer realen Straße beweisen. Ihren wichtigsten Zweck erfüllt die SUV-Limousine dort mit Bravour: Sie fällt auf. Egal wo der rote Riese mit dem üppigen Chrom-Ornat stehen bleibt, bilden sich sofort Menschentrauben, neugierige Nasen pressen sich an die Fenster und es braucht beherzte Helfer, damit man überhaupt weiterfahren kann. Wenn selbst ein Bentley Bentayga oder ein Rolls-Royce Cullinan in der SUV-Schwemme unterzugehen drohen, könnte der ultimative Maybach für superreiche Selbstdarsteller die richtige Antwort sein. Obwohl man mit diesem Auto immer im Mittelpunkt steht, ist man der Welt dabei seltsam entrückt und fühlt sich ziemlich abgehoben. Das gilt im wörtlichen Sinne wegen der großen Bodenfreiheit und den riesigen Rädern und das gilt im übertragenen Sinne wegen des Kokons aus Lack und Leder, der einen ganz eigenen Kosmos bildet. Man sitzt vorne auf Schalen, die innen mit Leder be- und von außen von Roségold überzogen sind. Hinten hat man bessere Sessel, mehr Beinfreiheit und vor allem eine erhabenere Sitzposition als in einer langen S-Klasse. Der Maybach kombiniert desweiteren eine Luxusversion der neuen Mercedes User Experience MBUX mit edelsten Materialen, wohin man auch fasst. Und weil das ursprüngliche Konzept aus dem Studio in Peking stammt, gibt es überall dezente Hinweise auf die asiatische Kultur – vom Teerservice auf einem Ebenholz-Tablett in der auf exakt 85 Grad vorgeheizten Mittelkonsole des Fonds bis zum Bambus-Bäumchen, das zwischen den beiden kuscheligen Lounge-Liegen der Hinterbänkler im neuen Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) sprießt.

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Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury: Keine Serienchancen

Und selbst der Antrieb des neuen Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) holt einen nicht zurück ins Hier und Heute. Denn wo bei Bentley und Rolls-Royce zwölf Zylinder laut und vernehmlich stampfen, surrt im Maybach zukunftsfest ein Elektromotor. Im Test erlaubt der nicht viel mehr als Schritttempo und nach ein paar Fotofahrten geht der Akku bereits in die Knie. Doch in der Theorie hat der Maybach genügend Power, um mit den fetten Verbrennern der Konkurrenz mitzuhalten. Nicht umsonst sehen die Pläne vier E-Maschinen mit zusammen 750 PS vor.  So sollte das SUV im Smoking locker auf 250 km/h kommen. Und selbst wenn die 500 Kilometer Normreichweite bei 80 kWh Akkukapazität ein Fabelwert sind, zieht das fast sechs Meter lange Dickschiff nicht unbedingt den Kürzeren. Denn gattungsgerecht gefahren, kommt man mit Cullinan & Co mit einer Tankfüllung auch nicht weiter. So gut der Maybach zu  Bentley und Rolls-Royce passen würde, so gering sind seine Chancen – selbst wenn Wagener mit Studien wie dieser oder den beiden luxuriösen Sportwagen aus Pebble Beach 2016 und 2017 die Hoffnung auf einen dezidierten Maybach schürt und dabei immer wieder die Parallelen zur Emanzipation von AMG mit dem eigenständigen SLS, dem GT und dem GT 4-Türer zieht. Zu tief sind die Wunden, die das gescheiterte Maybach-Comeback mit 57er und 62er in der Bilanz hinterlassen hat, als dass noch einmal ein Controller ein paar hundert Millionen Euro für eine eigenständige Entwicklung freigeben würde. Selbst wenn sich die Maybach-Version der S-Klasse noch so gut verkauft. Doch so ganz vergebens ist die Mühe nicht. Schließlich krönt im neuen Jahr ein neuer GLS die SUV-Palette mit Stern und es spricht vieles dafür, dass es den auch als Maybach geben wird. Vielleicht nicht mit einem Stufenheck und wohl auch sonst ohne Eingriffe an der Karosserie. Aber auf jeden Fall im Smoking und mit einem Interieur, in dem man zumindest ein paar Elemente des neuen Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury (2018) wiederfinden wird. Und je besser sich der Luxus-GLS verkauft, desto besser sind die Chancen, dass es vielleicht doch nochmal ein eigenes Maybach-Modell geben wird. Bei AMG hat es schließlich auch etwas länger gedauert.

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