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Neuer Peugeot 508 PSE (2021): Erste Testfahrt Erste Testkilometer im Peugeot 508 PSE

von Elmar Siepen 10.05.2021
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Peugeot 508 PSE (2021)
  2. Neuer Peugeot 508 PSE (2021) ist ein Plug-in-Hybrid
  3. Rein elektrisches Fahren im neuen Peugeot 508 PSE (2021)
  4. Sportlich, aber teuer: Neuer Peugeot 508 SW (2021)

Der neue Peugeot 508 PSE (2021), mit dem wir auf eine erste Testfahrt gehen, ist der stärkste jemals gebaute Serien-Löwe. Ein Verbrenner und zwei Elektromotoren verhelfen der Mittelklasse-Limousine zu 360 PS!

Das GTi-Kürzel auf dem Heckdeckel sportlicher Peugeot-Modelle ist Geschichte, wie der neue Peugeot 508 PSE (2021) schon vor der ersten Testfahrt beweist. Dahinter verbirgt sich "Peugeot Sport Engineered" was nicht nur bedeutet, das die kräftigen Löwen die Handschrift der hauseigenen Motorsport-Abteilung tragen, was schon bei den GTis der Fall war, sondern künftig auch als Plug-in-Hybride vorfahren. Den Anfang macht der Mittelklässler 508, welcher nicht nur als Limousine sondern auch als Kombi-Variante unter dem Kürzel SW erhältlich ist. Optisch erkennbar sind diese Power-Peugeots an einem neu gestalteten Kühlergrill mit "schwebenden" Lamellen, neonfarbenen Lufteinlässen und Bremssätteln, serienmäßigen 20 Zoll-Rädern, einer Heckschürze in Diffusor-Optik und dem, ebenfalls neonfarbenen, drei Löwenkrallen signalisierenden neuen "PSE"-Logo. Unter dem Blech des neuen Peugeot 508 PSE (2021) übernimmt die Verbrenner-Arbeit ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, der noch aus der Kooperation zwischen PSA und BMW stammt. Diese ist zwar schon einige Jahre her, was aber nichts heißen muss. Motorenexperten sind sich nämlich einig: Es gibt keine alten oder neuen Motoren, sondern nur gute oder schlechte!

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Der Peugeot 508 SW im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Peugeot 508 PSE (2021)

Und der Benziner im neuen Peugeot 508 PSE (2021) ist zweifellos einer von den guten, dem außerdem regelmäßige Pflege angedeihte. 200 PS stehen hier an, die mit ordentlicher Laufkultur und kernigem Klang beim Ausdrehen serviert werden. Unterstützung unterhält das Aggregat von einem in das Gehäuse der serienmäßigen Achtstufen-Automatik integrierten E-Motor mit 81 kW (110 PS) sowie einer E-Maschine im Heck mit 83 kW (112 PS), die je nach gewähltem Fahrprogramm die Hinterräder antreibt. Den Strom hierfür liefert eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 11,5 kWh. Dank intelligentem Packaging passt sie unter die Rücksitzbank und schränkt dadurch die Kofferraumvolumina oberhalb des Ladebodens weder bei der Limousine (487 bis 1537 Liter) noch beim Kombi (530 bis 1780 Liter) gegenüber den reinen Verbrenner-Versionen ein. Ein Umstand, der bei Plug-in-Hybriden alles andere als selbstverständlich ist. Zusammen entwickeln die Aggregate eine Systemleistung von 360 PS, die im Sportmodus abgerufen werden kann. Das System-Drehmoment beträgt dann üppige 520 Newtonmeter. Beides schürt Erwartungen an das Fahrerlebnis auch im Hinblick auf das Fahrzeuggewicht. Schließlich weist das Datenblatt üppige 1850 Kilogramm für die Limousine, beziehungsweise 1875 Kilogramm (jeweils ohne Fahrer:in) für den Kombi aus. Die E-Technik und die Batterie des neuen Peugeot 508 PSE (2021) fordern auf der Waage schließlich ihren Tribut.

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Neuer Peugeot 508 PSE (2021) ist ein Plug-in-Hybrid

Lautlos rollt der neue Peugeot 508 PSE (2021) für die erste Testfahrt vom Parkplatz, fährt er doch im "Hybrid"-Modus da wo es geht elektrisch, ansonsten bestimmt die Elektronik und des Fahrers Gas- bzw- Stromfuß, ob, wann und wie der Verbrenner zugeschaltet wird. Dies geschieht kaum spür- aber leise hörbar. Diese Antriebsart wird auch im "Comfort"-Modus beibehalten. Mit dem Unterschied, dass die serienmäßigen adaptiven Dämpfer dann auf der "weichen" Welle dämpfen. Ganz im Gegensatz dazu strafft der Peugeot im "Sport"-Programm die Dämpfer und ändert die Kennlinien von Lenkung, Getriebe und Gaspedal. Auch der Motorsound wird kerniger. Dann ist die starke Limousine als Allradler unterwegs. Der kräftige Tritt aufs Gas- beziehungsweise Strom-Pedal führt dazu, dass der Peugeot zunächst einen kurzen Moment innehält, um alle Pferde zu sammeln und dann mit Verve Richtung Horizont zu stürmen. So wie es die Besatzung in die Sitze drückt, erscheinen die angebenen 5,2 Sekunden bis zur 100 km/h-Marke durchaus glaubhaft. Bei 250 km/h, laut Tacho 256 km/h, regelt die Elektronik sanft, aber spürbar ab. Derlei Hochgeschwindigkeitspassagen meistert der neue Peugeot 508 PSE (2021) mit beachtlich satter Straßenlage und Fehlen jeglicher Nervösität. Fahrbahnkanten wie Bodenwellen bringen ihn nicht aus dem Takt.

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Rein elektrisches Fahren im neuen Peugeot 508 PSE (2021)

Die an der Vorderachse um 24 Millimeter und an der Hinterachse um 12 Millimeter verbreiterte Spur des neuen Peugeot 508 PSE (2021) sorgt zusammen mit den 380 Millimeter-Bremsscheiben samt Vierkolbensätteln vorn und den schwerpunktsenkenden Maßnahmen (tiefergelegte Karosserie und Sitzposition) für ebenso wirksamen wie spurstabilen Geschwindigkeitsabbau, wenn das Tempolimit-Schild am Horizont auftaucht. Doch der Löwe vermag nicht nur zu brüllen sondern auch zu schnurren, wie die erste Testfahrt zeigt: Im "Electric"-Modus soll der 508 PSE laut WLTP-Norm 42 Kilometer weit stromern und bis zu 135 km/h schnell sein. An der Haushaltssteckdose dauert es dann gut sechseinhalb Stunden bis die Batterie wieder geladen ist. Wer 300 Euro in einen 7,4 kW On-Board-Charger investiert (Serie: 3,7 kW) kann den Stromspeicher an einer öffentlichen Ladesäule binnen einer Stunde und vierzig Minuten wieder auffüllen. Auch wenn die Batterie leer ist, kann für rutschige Untergründe zusätzlich in den Allradmodus "4WD" gewechselt werden, wo es weniger sportlich als im ebenfalls allradgetriebenen Sportmodus, dafür aber genauso traktionsstark vorwärts geht. Dann beliefert der Verbrenner den E-Motor an der Hinterachse des neuen Peugeot 508 PSE (2021) direkt mit Strom.

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Sportlich, aber teuer: Neuer Peugeot 508 SW (2021)

Beim Wechsel von gut ausgebauten Autobahnen auf kurvenreichen Landstraßen gefällt der neue Peugeot 508 PSE (2021) im Vergleich zu den zivilen Versionen mit spontanerem Einlenken und kaum noch wahrnehmbaren Rollbewegungen der Karosserie. Dies verleiht ihm ebenso ein deutliches Plus an Handlichkeit wie die recht ausgewogene Gewichtsverteilung von 55 Prozent auf der Vorderachse und 45 Prozent auf der Hinterachse. So lassen sich Kurvenkombinationen auf der ersten Testfahrt unerwartet zügig meistern. Wird die Fahrbahn schlechter, wird er trotz seiner 20 Zoll-Räder nicht zum Bandscheiben-Feind. Das alles lässt sich umgeben von einem durchaus hochwertigen Interieur erleben. Materialien und Passungen des Testwagens brauchen keinen Vergleich mit der Oberliga zu scheuen. Ebenso dokumentiert die reichhaltige Serienausstattung – unter anderem mit Focal-Soundsystem, Nachtsichtassistent, Navigationssystem und Massagesitzen – Peugeots Bestrebungen, sich als Marke höher als bisher zu positionieren. Dass das im Falle des neuen Peugeot 508 PSE (2021) nicht zum Nulltarif zu haben ist, versteht sich von selbst. Für die Limousine sind 66.640 Euro und für die Kombivariante SW 67.940 Euro fällig, jeweils abzüglich 5625 Euro Förderprämie (Stand: März 2021).

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