Neuer McLaren Senna (2018): Erste Testfahrt Pure Magie im neuen Senna

von Martin Urbanke 14.03.2019

Der Speed des neuen Hyper-Sportlers McLaren Senna (2018) stellt alles andere in den Schatten – und zwar mit spielerischer Leichtigkeit. Wir gehen auf die aufregende, erste Testfahrt!

Erste Testfahrt, neuer McLaren Senna (2018), Estoril. F1-Kurs. 13 Kurven (vier links, neun rechts), 4140,42 Meter Streckenlänge – auf der Ideallinie. Solche Zahlenspiele helfen, die Nervosität zu mildern. Denn nach einigen Warm-up-Runden mit dem McLaren 720S steige ich gleich um in den schnellsten, gerade noch zulassungsfähigen Straßensportwagen: Der McLaren Senna ist ein kompromissloses Kohlefaser-Geschoss mit brachialem, 800 PS starkem V8-Biturbo und gigantischem Heckflügel. Doch es ist nicht allein die schiere Leistung, die mir, sagen wir, Respekt einflößt. Es ist das Wissen, dass der Senna trocken keine 1,2 Tonnen wiegt und ein einziges Ziel verfolgt: maximale Rennstrecken-Performance. Sollte der Hyper-Hybrid-Athlet McLaren P1 noch als "Allrounder" gelten (hysterisches Kichern), fokussiert sich der neue McLaren Senna (2018) allein auf Fahrdynamik. Darum tausche ich heute Jeans und Polohemd gegen feuerfeste Unterwäsche, Helm, Overall und Handschuhe. Mit Sechspunktgurten im Senna-Cockpit festgezurrt, fiebere ich der Startfreigabe entgegen.

 

Erste Testfahrt im neuen McLaren Senna (2018)

Zur Ablenkung starte ich den Vierliter-V8 und wähle den Race-Modus. Sofort spannt der neue McLaren Senna (2018) sein Fahrwerk und stellt alle Systeme scharf. Das Tachodisplay rotiert in die Minimalansicht, die hydraulischen Federn senken Auto und Schwerpunkt um 39 (vorne), beziehungsweise 30 Millimeter ab. Grünes Licht: go! In der ersten Runde übe ich noch Zurückhaltung, um die Pirelli-Pneus auf Temperatur zu bringen – gutes Argument –, doch schon jetzt beschleunigt der Senna, dass mir die Spucke weg bleibt. Einlenken, Bremsen, Traktion ausloten, Linie finden – jedes Manöver läuft ab wie im Zeitraffer und wirkt zugleich beruhigend. Noch nie habe ich in einem Straßenfahrzeug eine derart präzise und unmittelbare  Rückmeldung erlebt. Sollte ich eine Ameise unter die Räder bekommen, kann ich im Lenkrad sicher erspüren, ob es ein Weibchen oder Männchen gewesen ist! Voller Vertrauen werfe ich mich mit dem neuen McLaren Senna (2018) in die ewig lange Parabolica, fräse mich an der Haftgrenze entlang hinaus auf die Start-/Zielgerade und jage wie vom Katapult geschossen nach vorne. Tacho? 290 plus. Vollbremsung. Wow! Gegen diese Brachial-Verzögerung (-2,1 g) fühlt sich das Beschleunigen beinahe gewöhnlich an. Zumal die Dosierbarkeit ultra-exakt ist. Nahtloser Übergang, super-präzise einlenken – und sofort wieder voll durchladen. Alles passiert ebenso intuitiv wie spontan.

 

Geschärfte Aerodynamik im neuen Senna (2018)

Nachdenken? Reagieren? Keine Zeit! Macht nix, der neue McLaren Senna (2018) agiert – und wie. Er folgt jedem, wirklich jedem Impuls. Ansatzlos und ohne Hektik. Wahnsinn! Dass der Biturbo minimal verzögert am Gas hängt, spielt selbst auf der Rennpiste keine Rolle, da er mit bis zu 800 Newtonmeter so viel Druck hat, dass ich die Power ohnehin dosieren muss. Je schneller die Kurve, desto stabiler liegt der Senna dank seiner extremen Aerodynamik. Aktive Flaps in den Schächten unter den Scheinwerfern, ein variabler Heckflügel und unzählige Techno-Gimmicks pressen ihn immer fester auf den Asphalt: Bei 250 km/h erzeugt das Paket 800 Kilogramm zusätzlichen Abtrieb! Dabei ändert die Elektronik den Anstellwinkel des gigantischen Flügels kontinuierlich um 35 Grad zwischen der steilen Airbrake-Position und der flachen DRS-Stellung. Spüren kann ich das nicht wirklich, genauso wenig wie die Arbeitsweise des aktiven Fahrwerks. Nur soviel: Es gibt kein Wanken, Eintauchen, Rollen – aber eine absurd stabile Straßenlage und ein abartig hohes Gripniveau. Dabei fühlt sich alles authentisch und vorhersehbar an. Wie drangewachsen. Magisch!

von Martin Urbanke von Martin Urbanke
Unser Fazit

McLaren hält Wort: Der Senna konzentriert sich wie der legendäre Rennfahrer voll auf seine Mission, immer und überall der Schnellste zu sein. Konkurrenzlos. Magisch. Ach, ja: Straßenverkehr geht auch  Kennzeichenmontage per Schnellverschluss), aber dort läuft der Senna weit unter seinem Limit. Schade drum…

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