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Neuer Lamborghini Huracán Evo (2019): Erste Testfahrt Neuen Huracán Evo angetestet

von Elmar Siepen 25.01.2019
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Lamborghini Huracan Evo (2019)
  2. Überarbeitete Aerodynamik am Huracán Evo (2019)
  3. Hohes Fahrsicherheits- und Geschwindigkeitsniveau

Die Italiener haben dem neuen Lamborghini Huracán Evo (2019) satte 640 PS eingeimpft, das Fahrwerk verbessert und die Aerodynamik optimiert – wie die erste Testfahrt eindrucksvoll unter Beweis stellt!

Darf es zur ersten Testfahrt etwas mehr sein? Immer doch! Für den neuen Lamborghini Huracan Evo (2019) haben die Italiener tief in die Trickkiste gegriffen und lässt die italienische Flunder nun 640 PS statt derer 610 PS leisten. Dazu passt die Erhöhung des maximalen Drehmoments auf 600 Nm bei 6500 /min. Hierzu erhielt der 5,2 Liter V10-Saugmotor einen optimierten Ansaugtrakt, leichte Titanventile, samt Ventilsteuerung mit verbesserter Strömungsdynamik auf der Ein- und Auslassseite, einen Bronz¬ekrümmer und eine modifizierte Auspuffanlage, deren Arm-dicke Endrohre nun oberhalb des Diffusors münden. Das klingt nicht nur furios sondern fährt sich auch so. Wo andere, zeitgenössische, aufgeladene Motoren mit mehr oder weniger verzögertem Ansprechverhalten aufwarten, beeindruckt das Aggregat des neuen Lamborghini Huracan Evo (2019) mit feinfühligem Ansprechverhalten und bester Leistungsentfaltung. Das alles wird garniert mit üppigster Drehfreude, der auf dem elektronischen Drehzahlmesser erst bei 8800 /min Einhalt geboten wird. Nämlich dann, wenn das Doppelkupplungsgetriebe den nächsthöheren Gang einschießt. Das passiert sanft und fast ruckfrei im alltagstauglichen Strada-Modus, engagiert, zackig bis ruppig in den Rennstrecken-tauglichen Modi "sport" und "corsa".

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Erste Testfahrt im neuen Lamborghini Huracan Evo (2019)

Der Sound des Klappenauspuffs bietet dabei, auf "Durchzug" stehend, höchstes Nackenhaar-Aufstell-Potenzial, während der neue Lamborghini Huracan Evo (2019) sein Personal an Bord kräftigst in die Rückenlehnen der sehr gut geschnittenen Schalensitze presst. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das 2,9 Sekunden von Null auf 100 km/h. Zum Vergleich: Einen solchen Wert dürften selbst üppig motorisierte supersportliche Serienmotorräder kaum unterbieten. Dass dieser Wert eine Hausnummer ist, die für den Evo eher aus der Realität stammt als Prospekt-Prosa sein dürfte, zeigen die ersten Runden auf dem Bahrain International Circuit. Auf dieser Formel-1-Strecke im kleinen Königreich inmitten des Persischen Golfs, wo es übrigens kein Problem ist, den Anbremspunkt der ersten Kurve nach der Start-Ziel-Geraden auf dem Tacho mit Werten um die 280 km/h zu passieren, inhaliert der neue Lamborghini Huracan Evo (2019) förmlich die Streckenkilometer und katapultiert seine Besatzung nach jeder Kurve aufs Neue in den Horizont. Dabei vermittel er ein Beschleunigungsgefühl, welches die werksseitig genannten neun Sekunden bis zur 200 km/h-Marke durchaus glaubhaft erscheinen lassen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffern die Italiener voller Understatement mit "mehr als 325 km/h".

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Überarbeitete Aerodynamik am Huracán Evo (2019)

Damit der neue Lamborghini Huracan Evo (2019) unterwegs nicht die Bodenhaftung verliert, gibt es einen neuen vorderen Stoßfänger samt Frontsplitter mit integriertem Flügel und verbreiterten Lufteinlässen. Am Heck thront ein neuer Spoiler mit einem besonders geformten "Fenster" an der Unterseite. "Damit erreichen wir einen Venturi-Effekt", erklärt Maurizio Reggiani Chef-Enwickler bei Lamborghini. Übersetzt für Nicht-Ingenieure heißt das vereinfacht ausgedrückt: Mehr Anpressdruck an der Hinterachse. Hinzu kommt ein neu gestalteter Unterboden, der ebenfalls sein Schärflein zur verbesserten Aerodynamik beiträgt. Am Steuer des neuen Lamborghini Huracan Evo (2019) wird das alles durch eine schier unerschütterlich scheinende Hochgeschwindigkeitsstabilität fühlbar. Der Italo-Sportler liegt denn auch oberhalb von 250 km/h wie das sprichwörtliche Brett. Die aerodynamische Stabilität soll übrigens fünfmal höher sein als beim bisher gebauten Standard-Huracan. In Kurven kommt die neue Allradlenkung zum Tragen, die dem Italo-Sportler ein deutliches Plus an Agilität im Vergleich zum Vorgängermodell beschert, fühlbar durch deutlich spontaneres Einlenkverhalten. Bei hohem Tempo bürgt das System übrigens für einen besseren Geradeauslauf. In schnelle Kurven ist die erzielbare Querbeschleunigung über jeden Zweifel erhaben. Sie liegt weit oberhalb der Magenwohlfühlgrenze von Otto-Normalfahrer. Was die Lenkung angeht, gibt es keinen Zweifel an der Zielgenauigkeit. Manchem Zeitgenossen dürfte hier und da vielleicht eine Prise zuviel Servounterstützung im Spiel sein. Das dürfte jedoch letztendlich vom individuellen Geschmack abhängen.

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Hohes Fahrsicherheits- und Geschwindigkeitsniveau

Das große Plus des neuen Lamborghini Huracan Evo (2019) ist das in der Gesamtheit fühlbar hohe Fahrsicherheitsniveau, das durch einen sich sanft ankündigenden Grenzbereich gekennzeichnet ist. Dies sollte aber nicht über das Geschwindigkeitsniveau hinwegtäuschen, auf dem man sich bewegt. Denn hier lässt sich Nichts ins Unendliche schrauben. Wie beim Schrauben im Hobbykeller gilt: Nach fest kommt ab! Deshalb gehört das Auskosten des vollen Fahrdynamik-Potenzials auf die Rennstrecke mit entsprechend großen Auslaufzonen. Dass dies denn auch ohne Komplikationen abläuft, haben die Techniker das LDVI-System installiert, was für  Lamborghini Dinamica Veicolo Integrata steht. Dazu zählt einerseits die bereits erwähnte Allrad-Lenkung. Andererseits – und das ist der Clou des Systems – hat der Huracan nun einen siebten Sinn. So werden zahlreiche Fahrdynamik-Parameter, welche die Sensoren an die zentrale Rechnereinheit melden erfasst und analysiert. Anhanddessen trifft das System eine Vorhersage was als nächstes passiert und stellt den neuen Lamborghini Huracan Evo (2019) darauf ein. Wenn zum Beispiel die Antriebschlupf-Sensoren eine feuchte Fahrbahn vermuten, gibt es eine Meldung an die Drosselklappen, wie weit diese beim nächsten Gasgeben maximal geöffnet werden dürfen um Schlimmes, wie die Kaltverformung des 219.000 Euro teuren Edel-Italieners, zu verhindern.

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