Mini Vision Urbanaut (2020): Van-Studie Mini, neu gedacht

von Thomas Geiger 17.11.2020

Mit dem Mini Vision Urbanaut (2020) zaubern die Engländer eine Van-Studie aus dem digitalen Hut, die in der Zukunft als Serienmodell den Verkehr im urbanen Raum revolutionären könnte.

Die Bilder des Mini Vision Urbanaut (2020) mögen auf den ersten Blick irritieren, denn bisher stand die Marke für andere Werte. Mit quietschenden Reifen um die Ecken, im Slalom durch den Stau und im Parkhaus auch in die kleinste Lücke – so hat sich der Mini ursprünglich den Ruf als Gokart unter den Kleinwagen erarbeitet. Doch geht es nach Mini-Chef Bernd Körber und seinem obersten Designer Oliver Heilmer, könnte es damit bald vorbei sein. Denn mit Blick auf immer vollere Städte, immer engere Wohnungen und immer kürzere Fahrten widmen sich die beiden bei ihrem neuesten Projekt vor allem der Standzeit eines Fahrzeugs. Gestalt geben sie dieser Idee mit der Studie Vision Urbanaut, die allerdings so abgefahren ist, dass es sie erst einmal nur als digitale Fingerübung gibt. Um möglichst viel Raum auf möglichst kleiner Fläche zu schaffen, haben sie sich beim Mini Vision Urbanaut (2020) für die wahrscheinlich einzige Karosserievariante entschieden, die es in über 60 Jahren Mini noch nicht gegeben hat: einen Van.

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Digitale Premiere des Mini Vision Urbanaut (2020)

Der Mini Vision Urbanaut (2020), der freilich auch auf die Weiterentwicklung der Designsprache einstimmen will, ist mit 4,46 Metern nicht nur der bislang längste Mini in der Geschichte, sondern der erste mit einer Schiebetür. Und weil es den beiden Verantwortlichen nicht nur um "Kokooning" geht, sondern auch um "Community", kann man sich darin nicht nur einigeln, sondern auch seine Frontscheibe aufstellen. All das arrangiert man über sogenannte "Moments", die in der Mini-Vision die bisherigen Fahrprofile ersetzen. Über den bekannten "Token" anstelle des Schlüssels eingespielt und von den an die Seitenwand gewanderten Rundinstrumenten umgesetzt, wandelt sich der Urbanaut vom luxuriösen Rückzugsraum zum Ruhen oder Arbeiten im Moment "Chill" zur Partyzone für "Vibe"-Momente. Und wer "Wanderlust" aktiviert, der stellt fest, dass dieser Mini tatsächlich auch noch fahren kann. Natürlich teilweise autonom und selbstredend vollelektrisch – auch wenn sich Körber mit solchen Nebensächlichkeiten bei der Vorstellung des Mini Vision Urbanaut (2020) nicht lange aufhält.

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Mini Vision Urbanaut (2020) als Serienmodell denkbar

Stattdessen schwärmt sein Team lieber vom wandelbaren Innenraum des Mini Vision Urbanaut (2020). Davon, wie aus dem Fahrerbereich eine gemütliche Sitzecke wird zum Beispiel: Das Dashboard senkt sich ab und wird zum "Daybed". Die Frontscheibe öffnet auf Wunsch nach oben. So entsteht der "Street Balcony", der Interaktion mit der Umwelt und ein noch großzügigeres Raumgefühl ermöglicht. Oder die "Cosy Corner" im Fond, wo sich ein mit Stricktextil bezogener Bogen ("Loop") über die Sitzbank spannt und dank der LED-Hinterleuchtung bespielt werden kann. Zwischen "Daybed" und "Cosy Corner" ist sogar noch Platz für einen Tisch samt Topfpflanze. Körber weiß, dass der Urbanaut auf den ersten Blick so gar nicht zur Marke passen will und freut sich beinahe an den irritierten Reaktionen. Denn wenn man genauer hinschaue, stehe Mini eben gerade für solche Überraschungen und Tabubrüche. Deshalb ist der Mini Vision Urbanaut (2020) für ihn und sein Team auch mehr als eine Fingerübung. "Das ist keine bunte Phantasie, sondern eine ernsthafte Überlegung", sagt Körber.

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