Ohne Diesel & Benzin: Liebherr zeigt CO2-freien Verbrenner

Wie ein klimaneutraler Verbrennungsmotor geht, zeigt Baumaschinen-Spezialist Liebherr. Als alternativer Energieträger dient beim Prototypen Ammoniak. Wie realistisch ist das?

Eine Darstellung des Verbrennermotors von Liebherr, der mit Ammoniak funktionieren soll.
Liebherr-Verbrennungsmotor mit Ammoniak Neben Ammoniak arbeitet Liebherr auch an Motoren mit Wasserstoff. Ammoniak soll jedoch für sonnen- und windreiche Länder eine favorisierte Energieträgerform werden. Foto: Liebherr
Auf Pinterest merken

Verbrennungsmotor – das klingt nach Abgas, CO2 und Technik, die (politisch) aufs Altenteil gehört. Doch was, wenn es auch anders geht? Der Baumaschinen-Spezialist Liebherr hat auf der Messe für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte (Bauma 2025) ein Konzept vorgestellt, das überrascht: einen Verbrenner, der ohne Diesel oder Benzin auskommt – und trotzdem keine CO2-Emissionen verursacht. Der Trick? Grünes Ammoniak als Kraftstoff.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Mazda6e (2025) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Liebherr-Prototyp zeigt Verbrenner, der kein CO2 entwickelt

Der Prototyp, der auf der Bauma im April 2025 gezeigt wurde, nutzt Ammoniak als Energiequelle für Dual-Fuel-Verbrennungsmotoren. Grünes Ammoniak fungiert als Träger für Wasserstoff und bietet dabei Vorteile bei Transport und Lagerung, da es geringere Kosten verursacht. Generatoren und potenzielle Antriebslösungen, die mit grünem Ammoniak betrieben werden, können vor Ort eine emissionsarme oder sogar emissionsfreie Ergänzung zur Stromversorgung darstellen. Ein entsprechender Motor soll dabei eine hohe Leistungsdichte liefern, wie sie in der Bergbauindustrie erforderlich ist.

Ein Ammoniak-Verbrennungsmotor wie der von Liebherr könnte theoretisch auch für Pkw interessant werden, vor allem unter dem Aspekt einer CO2-freien Verbrennung. Allerdings gibt es aktuell technische, infrastrukturelle und sicherheitsbezogene Hürden, die ihn für den klassischen Automobilbereich noch unpraktisch machen (CO2-Ausstoß beim Auto: Das sind die aktuellen Grenzwerte).

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

Ammoniak: Aktuell keine Option für Verbrenner?

Ein Motor mit Ammoniak als Kraftstoff ist aktuell für den Einsatz in Autos mit Verbrennungsmotor weniger interessant, weil die Zündwilligkeit von Ammoniak sehr gering ist. Das bedeutet, der Kraftstoff verbrennt schlecht und langsam, was zu geringer Effizienz und Leistungsverlust führt. Außerdem ist die Infrastruktur für die Lagerung und Betankung von Ammoniak nicht vorhanden. Obendrein bestehen Sicherheitsrisiken wegen seiner Toxizität. Auch aus Umweltgründen ist Ammoniak nur dann sinnvoll, wenn es klimaneutral hergestellt wird – was derzeit noch teuer und energieintensiv ist.

Was ist grünes Ammoniak?

Grünes Ammoniak (NH3) wird vollständig aus erneuerbaren Energien hergestellt. Anders als herkömmliches Ammoniak, das meist aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird, nutzt grüner Wasserstoff aus Elektrolyse mit Ökostrom (z. B. Wind- oder Solarenergie) sowie Stickstoff aus der Luft – und produziert im gesamten Herstellprozess kaum oder kein CO2.