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Geht auch ganz einfach:

i30N Performance/308 GTi/Golf GTI Performance: Test i30 N nimmt Golf Perf. und 308 GTi aufs Korn

Paul Englert
Inhalt
  1. Test: VW Golf GTI Perf., Peugeot 308 GTi und Hyundai i30 N Perf.
  2. Kraftentfaltung des i30 N Performance im Test druckvoll
  3. Im Test sind Golf und i30 besonders ergonomisch
  4. Beste Sicherheitsausstattung bietet der VW optional
  5. Fünf-Jahre Technikgarantie bei Hyundai und Peugeot
  6. Technische Daten
  7. Fazit

Vorbild bei der Entwicklung des Hyundai i30 N war der VW Golf GTI. Deshalb checken wir im Test, was der neue Heißsporn aus Korea im Vergleich zur Legende aus Wolfsburg so drauf hat. Dazu kommt ein Dynamiker par excellence, der Peugeot 308 GTi.

Sie haben ihn mit dem Golf GTI verglichen, immer und immer wieder. Im Alltag, auf der Landstraße, vor allem aber auf der Nordschleife. Eine Kopie des Golf GTI wollte Hyundai natürlich nicht bauen, aber orientieren musste man sich schon an dem, der seit Jahrzehnten das Segment der Kompaktsportler dominiert – mit hoher Alltagstauglichkeit und dynamischem Talent. Die ganz großen Sportfahrergefühle kamen beim GTI allerdings nie so richtig auf. Ob Hyundai mit dem i30 N da eine Lücke gefunden hat, klären wir mit den jeweiligen Performance-Varianten im Vergleichstest. Dazu stößt der recht kompromisslose und hoch dynamische, weil von Peugeot Sport verfeinerte 308 GTi.

Der Peugeot 308 im Video:

 
 

Test: VW Golf GTI Perf., Peugeot 308 GTi und Hyundai i30 N Perf.

"Und, wer war der Schnellste?" Diese Frage stellte quasi jeder, der von diesem Vergleichstest wusste, wobei hier selbstverständlich nicht allein die Rundenzeit, sondern das Gesamtpaket zählt. Doch weil Dynamik bei Kompaktsportlern das dominierende Gesprächsthema ist, steigen wir mit diesem Kapitel ein. Der Schnellste ist übrigens der Peugeot 308 GTi by Peugeot Sport. Mit Abstand. Weil er dank 1315 kg Leergewicht (828 kg auf der Vorderachse) und immer leicht eindrehendem Heck regelrecht nach Kurvenscheitelpunkten schnappt, obwohl die Lenkung etwas zu leichtgängig und die Verbindung zwischen Fahrerhänden und Vorderreifen nicht die beste ist. Weil er trotz enormer Traktionsprobleme am Kurvenausgang am meisten Tempo mit auf die Gerade nimmt. Und weil er die spätesten Bremspunkte zulässt. Allerdings: Der 308 GTi will mit beiden Händen und einem gefühlvollen Gasfuß geführt werden. Der Charakter des i30 N ist ruhiger – schon allein wegen seiner Masse von 1475 kg. Seine elektro-mechanische, lineare Lenkung gibt deutlich mehr Rückmeldung, was nichts daran ändert, dass der Kurveneingang die Achillesferse des Hyundai ist. Hier lasten 921 Kilo auf der Vorderachse, und die kann auch der beste Reifen nicht kaschieren. Am Kurvenausgang hingegen ist der i30 N der König, weil einen das Duo aus Lenkung und mechanischem, elektronisch gesteuertem Sperrdifferenzial bei voll durchgedrücktem Gaspedal wunderbar aus der Kurve führt. Ein Schwachpunkt des Koreaners ist seine Bremse. Nicht bei den Standardmessungen aus 50, 100, 150 und 200 km/h bis zum Stand, sondern unter Dauerbelastung auf dem Rundkurs. Starkes Rubbeln, leichtes Fading und ein schwindendes Pedalgefühl sind das Resultat nach drei Runden am Limit. Der Golf GTI liegt irgendwo zwischen i30 N und 308 GTi, auch in Sachen Rundenzeit. Er fährt runder als seine Rivalen, nimmt die Torturen beim Bremsen, Lenken und Beschleunigen lässiger, ist weniger spitz, aber auch weniger träge am Kurveneingang bei stets konstanter Bremsleistung. Er ist schnell, aber unauffällig. Gut eben.

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Kraftentfaltung des i30 N Performance im Test druckvoll

Bei keinem anderen Kompaktsportler flutschen die Gänge so flüssig und präzise durch die Schaltkulisse wie beim i30 N Performance, und beim Herunterschalten gibt der Motor automatisch Zwischengas (Rev Match). Ansprechverhalten und Elastizität des 275 PS starken Zweiliter-Benziners mit Twinscroll-Lader sind hervorragend, die Kraftentfaltung ist druckvoll sowie linear. Über ein breites Drehzahlband von 1450 bis 4700 Touren entwickelt das Aggregat 353 Newtonmeter Drehmoment – mit Overboost sogar 378 Newtonmeter. Laut Papierform 30 PS schwächer ist der Golf GTI, wobei der kultivierte Antrieb des Klassenprimus satte 370 Nm stemmt. Auch sein Schaltgetriebe funktioniert top, allerdings nicht ganz so flüssig, wie das des Hyundai. Dabei fährt der Golf stets mit den niedrigsten Drehzahlen (3300 /min bei 160 km/h im sechsten Gang; i30: 3550 /min; 308: 4050 /min) und positioniert sich beim Verbrauch (8,9 l/100 km)erneut zwischen 308 (8,3 l) und i30 (9,1 l). Dass der 308 GTi by Peugeot Sport ein Fitnessprogramm in der Motorsport- Abteilung hinter sich hat, spürt man auch am Getriebe. Die Schalthebelführung ist zwar nicht so klar definiert wie die der Rivalen, allerdings kann man die Gänge hier ebenfalls ohne große Aufmerksamkeit und Widerstände reinpfeffern und durchreißen. Schalten muss man im 308 öfter, weil die Übersetzung kürzer ist. Doch das erhöht die Fahrfreude auf dem Rundkurs nur noch mehr – eigentlich will man mit dem GTi gleich ein Rennen fahren. Der Kultivierteste ist der Turbobenziner mit 1,6 Liter Hubraum nicht, dafür der Sparsamste. Bleiben noch Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit – hier unterscheiden sich die drei Testkandidaten nicht großartig: 250 km/h rennen alle, aus dem Stand auf Tempo 100 geht’s in 6,1 (i30 und 308) respektive 6,2 Sekunden (Golf), wobei nur der Hyundai von einer Launch Control unterstützt wird.

 

 

Im Test sind Golf und i30 besonders ergonomisch

Kompaktsportler sind nicht bloß Vollgaskünstler, sondern müssen auch im Alltag funktionieren. Fangen wir bei den Sitzen an: Der Golf bietet mit seinen manuell einstellbaren Standard-Stoffsitzen den besten Kompromiss aus Langstreckenkomfort und Sport. Im Hyundai gibt es minimal weniger Kontur für die Oberschenkel, dafür ist die Kopfstütze auch in der Längsrichtung einstellbar. Die 308-Sitze sind wulstig, und man sitzt weniger gut integriert. Hinten ist der Unterschied noch größer: Die VW-Rückbank ist so angewinkelt, dass man die Beinauflage sehr gut nutzen kann, zudem gibt es ansatzweise so etwas wie Kontur. Besonders ergonomisch sind Golf und i30, der 308 hat weniger Ablagen und verdeckt – je nach Fahrerstatur – mit seinem kleinen Lenkrad teilweise die hoch im Armaturenträger angeordneten Instrumente. Vorteil i30 N: sehr gut ablesbare Analoguhren und viele Ablagemöglichkeiten. Seine Nachteile: eine hohe Ladekante und die einen Tick zu hohe Sitzposition. Säße man etwas niedriger und damit integrierter, läge auch der Schaltknauf noch besser zur Hand. Am besten gedämmt ist der Golf, die reichhaltigste Klimaausstattung bringt der i30 N mit Zwei- Zonen-Klimaautomatik, Heizung für Sitze und Lenkrad ab Werk mit. Beim Federungskomfort macht abermals der GTI den besten Eindruck, weil seine Karosserie etwas effizienter vom Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (Option) entkoppelt wirkt. Auch der i30 N hat serienmäßig auf Knopfdruck einstellbare, jedoch per se straffer ausgelegte Dämpfer, die die Spitzen nicht so gekonnt filtern wie die des Golf. Mit kompromissloser auf Dynamik abgestimmtem Fahrwerk und nicht einstellbaren Dämpfern ist der 308 ausgestattet. Selbst bei vermeintlich topfebener Fahrbahn ist der Peugeot-Aufbau immer leicht in Bewegung.

 

Beste Sicherheitsausstattung bietet der VW optional

Ein paar Zentimeter mehr über dem Kopf, zur Tür und für die Beine sorgen im Golf für das beste Raumgefühl – vorn wie hinten. Allerdings tritt der GTI hier als Dreitürer an (i30 N und 308 GTi gibt es nur als Fünftürer), deshalb ziehen wir ihm für den umständlicheren Einstieg ein paar Punkte ab. Das ändert aber nichts daran, dass man die Karosserie vom Fahrersitz aus am besten überblicken kann und der VW mit seinem variablen Innenraum dank asymmetrisch umklappbarer Fondlehne, Durchlademöglichkeit und doppeltem Kofferraumboden – sein Punktekonto weiter anreichert. Den 308 kostet die Stufe im Ladeboden bei umgeklappter Rücksitzlehne Punkte, dem i30 fehlt an dieser Stelle eine Durchreiche. Das größte Standardladevolumen bietet der Peugeot, die Zuladung liegt bei allen drei Kompakten auf einem Level, und für i30 N sowie Golf gibt es sogar eine Anhängerkupplung – das bringt Extrazähler. Die beste Sicherheitsausstattung wiederum bietet VW mit Seitenairbags hinten und prädiktiver Crashsensorik, Toter-Winkel- Warner, Abstands-Regler oder Ausparkassistenten (alles optional).

 

Fünf-Jahre Technikgarantie bei Hyundai und Peugeot

32.200 Euro für den 275 PS starken, ab Werk sehr gut ausgestatteten Hyundai i30 N sind ein Top-Angebot, 26 Prozent Neuwagen-Rabatt zudem realistisch. Auch die Preisliste des Peugeot 308 GTi ist kurz, er ist für 35.350 Euro fast komplett ausgestattet – vor allem in Sachen Multimedia. Ein besonders gutes Argument für Hyundai und Peugeot: die fünfjährige Technik- Garantie. Volkswagen bietet hier nur zwei Jahre und positioniert den GTI Performance mit 32.950 Euro preislich zwischen i30 N und 308 GTi. Wer zudem Fondtüren haben möchte, muss weitere 900 Euro zahlen.

 

Technische Daten

Technische DatenHyundai i30N PerformancePeugeot 308 GTi by Peugeot Sport
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo4/4; Turbo
Partikelfilter/SCR-Kat– / –– / –
Hubraum1998 cm³1598 cm³
Leistung bei202 kW/275 PS,6000 /min200 kW/272 PS,6000 /min
Max. Drehmoment bei353 Nm, 1450 – 4700 /min330 Nm, 1900 /min
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad;mech. Differenzialsperre6-Gang, manuell/Vorderrad;mech. Differenzialsperre
Serienbereifungrundum: 235/35 R 19rundum: 235/35 R 19
Testbereifungrundum: 235/35 ZR 19 Yrundum:235/35 R 19 Y
Leergewicht Werk/Testwert1429/1475 kg1205/1315 kg
Beschleunigung  
0 - 100 km/h6,1 s6,1 s
0 - 200 km/h21,7 s20,9 s
80 - 120 km/h (6. Gang)6,7 s6,3 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Handling1 : 48,0 min1 : 45,0 min
Slalom Pylonenabst. 18 m69,6 km/h70,8 km/h
Bremsweg aus 100/200 km/h warm33,7/145,2 m34,9/142,1 m
Verbrauch: Test/EU9,1/7,1 l S/100 km8,3/6,0 l S/100 km
Verbrauch: CO2 (lt. Test / EU)216/163 g/km197/139 g/km
Grundpreis32.200 €35.350 €
Testwagenpreis32.380 €35.350 €
Gesamtwertung (max. 5000 Pkt.)3088 Punkte2976 Punkte
Platzierung23
Technische DatenVW Golf GTI Performance
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo
Partikelfilter/SCR-Kat– / –
Hubraum1984 cm³
Leistung bei180 kW/245 PS,5000 – 6200 /min
Max. Drehmoment bei370 Nm, 1600 – 4300 /min
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad;mech. Differenzialsperre
Serienbereifungrundum: 225/45 R 17
Testbereifungrundum: 225/40 R 18 Y
Leergewicht Werk/Testwert1312/1392 kg
Beschleunigung 
0 - 100 km/h6,2 s
0 - 200 km/h22,5 s
80 - 120 km/h (6. Gang)7,6 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Handling1 : 47,2 min
Slalom Pylonenabst. 18 m70,1 km/h
Bremsweg aus 100/200 km/h warm33,4 / 140,1 m
Verbrauch: Test/EU8,9/6,5 l S/100 km
Verbrauch: CO2 (lt. Test / EU)211/148 g/km
Grundpreis32.950 €
Testwagenpreis34.650 €
Gesamtwertung (max. 5000 Pkt.)3145 Punkte
Platzierung1

 

 
Paul Englert Paul Englert
Unser Fazit

Es hat nicht gereicht, um den VW Golf GTI Performance vom Thron der Kompaktsportler zu stoßen, dafür ist der Wolfsburger ein zu gutes Rundum-Sorglos-Paket ohne Ecken und Kanten. In Sachen Emotionalität aber fährt der Hyundai i30 N Performance ganz vorn – mit sportlicher Optik, tollem Klang und sehr gutem Motor-Getriebe-Ensemble. Wenn er nur etwas leichter wäre … Ganz oben auf dem Dynamik-Tableau, aber insgesamt nur auf Rang drei, steht die Fahrmaschine Peugeot 308 GTi by Peugeot Sport. Der Franzose macht auf der Strecke enorm viel Spaß, fällt im Alltag aber nur mit seinem sparsamen Antrieb positiv auf.

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