Analyse

Formel 1: So wirkt sich die Hybrid-Technik im Rennen aus

Die Formel 1 ist längst nicht mehr nur ein Motorsport um pure Geschwindigkeit. Im Kern bestehen die Rennwagen aus einem Hybridantrieb, der Benzin- und Elektromotor kombiniert. Aber was genau steckt dahinter und was änderte sich 2026?

Mercedes-F1-Motor von 2014
Foto: Mercedes
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Hybridmotor im Formel 1 kurz erklärt

Eingeführt wurden die Hybridmotoren beziehungsweise die „F1-Hybrid-Power-Unit“ in der Formel 1 schon im Jahr 2014 und besteht aus einem Turbo-aufgeladenem Verbrennungsmotor (V-Motor mit 6 Zylindern), dem Energierückgewinnungssystem ERS und einer Batterie.  

Bis Ende 2025 bestand das ERS aus zwei Elektromotoren:  

  1. Motor-Generator-Einheit Kinetisch (MGU-K): Speichert kinetische Energie bei Bremsvorgängen in der Batterie, um beim anschließenden Beschleunigen einen Boost zu erhalten  

  1. Motor-Generator-Einheit Hitze (MGU-H): Speichert Wärme aus dem Abgasstrom als Energie, die verwendet wird, um den Turbo anzutreiben und somit ein Turboloch zu verhindern.  

Zusätzlich zur Leistung des Verbrenners von circa 840 PS (618 kW) gesellten sich dank des ERS bis zu 118 kW (160 PS) dazu, was eine Systemleistung von rund 1000 PS ergab (735 kW). Mit Hinblick auf das Mindestgewicht von 800 kg inklusive Fahrer:in, aber ohne Sprit, kamen die Autos somit auf ein beeindruckendes Leistungsgewicht.  

Änderungen 2026: Stärkerer E-Motor, aber kein MGU-H mehr

2026 bekam die Formel 1 einen frischen Anstrich unter der Motorhaube. Am Verbrennungsmotor änderte sich dabei nichts: Es handelt sich weiterhin um einen leistungsstarken Sechszylinder-Motor, doch seine Leistung wurde auf rund 544 PS (400 kW) reduziert. Um dem entgegenzuwirken, springt der neue Elektromotor ein: Die sogenannte MGU-K sorgt mit 350 kW (476 PS) nun für beinahe die Hälfte der Systemleistung. Insgesamt bringen die Autos nämlich nach wie vor rund 1000 PS (735 kW) auf die Straße.  

Eine weitere Änderung betrifft das Energiemanagement. Bisher wurde auch durch die Abgaswärme (mithilfe der MGU-H) beschleunigt, doch dieses Bauteil fällt nun weg. Der Vorteil: Es erleichtert den Aufbau des Elektromotors um einiges und ist somit auch kostengünstiger.  

Allerdings ist der Batteriespeicher wegen des erstarkten E-Motors so schnell leergesaugt, dass die Person am Steuer nur einen kurzen Moment lang über die volle Leistung verfügt. Deshalb reicht es nicht mehr aus, einfach nur aufs Gaspedal zu treten. Wer an die Spitze will, muss genau wissen: Wie setze ich meine Energie optimal ein? Cleveres Energiemanagement entscheidet also über Sieg oder Niederlage. 

Regelanpassungen betreffen auch Sprit, Aerodynamik und Gewicht

Auch beim Kraftstoff gab es für 2026 Änderungen: Anstelle von herkömmlichem Sprit setzt man auf nachhaltigeren CO2 -neutralen Treibstoff; synthetische E-Fuels oder Kraftstoffe aus Bio-Abfällen, die kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre abgeben.  

Schließlich gab es auch Veränderungen bei Aerodynamik und Gewicht: Das bisherige DRS-System verschwand zugunsten neuer beweglicher Flügel an Front und Heck des Wagens. Und dadurch, dass der Radstand von 3,6 auf 3,4 m und die Breite von 2,0 auf 1,9 m reduziert wurde, sind die Autos seit 2026 etwa 30 kg leichter. Auf den kurvigen Strecken von Monaco oder Singapur werden sich diese Änderungen besonders bemerkbar machen und für spannendere Rennen sorgen. 

Fazit

Die Formel 1 entwickelt sich weiter: Sie verbindet den klassischen Benzinmotor mit Elektropower und recycelt Energie, die sonst verloren ginge. Die F1-Saison 2026 spricht dem Elektroantrieb mehr Bedeutung zu, orientiert sich weniger an komplexen Bauteilen und befürwortet ein taktischeres Rennen, in dem Energie bedacht eingesetzt werden muss. Das geht zwar zulasten des reinen Speeds, dafür sehen wir aber mehr Überholmanöver und Duelle als in der vorherigen Saison.