Feinstaub: Benziner schmutziger als Diesel Die unterschätze Gefahr der Benzinmotoren

von Max Sonnenburg 17.04.2020

Benziner sind schmutziger als Diesel – zu diesem Ergebnis kam das schweizer Empa-Institut bereits 2017. Wie gefährlich die Feinstaubbelastung für die Gesundheit tatsächlich ist, zeigt nun eine aktuelle Studie im Auftrag der Bundesregierung.

In puncto Feinstaub-Emissionen sind Benziner schmutziger als Diesel, wie das schweizer Empa-Institut bereits 2017 herausgefunden hat. Entgegen der häufigen Meinungen seien Dieselmotoren nicht die Hauptverursacher von Feinstaub. Im Gegenteil: Die schweizer Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Selbstzünder mit Rußpartikelfilter weniger kohlenstoffhaltigen Feinstaub ausstoßen als Benzinmotoren. Benzinmotoren mit Direkteinspritzung stießen so viele Rußpartikel ausstoßen, wie ein 15 Jahre alter Diesel. Der Grund liegt im Verbrennungsprozess der modernen Benzindirekteinspritzer: Um möglichst effizient und spritsparend zu arbeiten, wird bei den aufgeladenen Motoren der Kraftstoff unter einem enormen Druck eingespritzt. Durch die sogenannte Direkteinspritzung mischt sich das Benzin, anders als bei Saugmotoren, nicht bereits im Ansaugkanal mit Luft. Das führt dazu, dass einzelne Benzinpartikel mangels Sauerstoff nicht vollständig verbrennen. Es entstehen Rußablagerungen und zeitgleich kleinste Feinstaubpartikel, der sogenannte Ultra-Feinstaub. Partikelfilter können den Ausstoß dieser kleinen Partikelchen mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern reduzieren. Doch anders als bei neuen Dieselfahrzeugen gibt es für Benziner (noch) keine Partikelfilter-Pflicht. Das könnte sich am 1. September 2019 ändern, wenn alle Neuwagen die strengeren Anforderungen der Emissionsklasse Euro 6d-Temp erfüllen müssen. Doch bis dahin sind hinsichtlich Feinstaub-Emissionen viele Direkteinspritzer-Benziner schmutziger als Diesel. Mehr zum Thema: Alles zum Thema Dieselfahrverbote

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In Punct Feinstaub sind Benziner schmutziger als Diesel

Dass direkteinspritzende Benziner bei Feinstaub schmutziger als Diesel sind, spielt in einer aktuellen Studie von Leopoldina im Auftrag der Bundesregierung eine große Rolle. Diese stellt nämlich fest, dass die Gefahr für die Gesundheit durch Feinstaub wesentlich größer sei als häufig angenommen. Auch das Max-Planck-Institut für Chemie und die Universitätsmedizin Mainz fanden heraus, dass belastete Außenluft mehr Opfer fordere als das Rauchen. Doch nicht nur die gut sichtbaren Rußwolken, die von den Auto emittiert werden, stellten eine Gefahr für die Gesundheit dar: Insbesondere der zuvor erwähnte Ultra-Feinstaub sei besonders gefährlich, weil er nicht in den Atemwegen herausgefiltert wird, sondern direkt in die Blutbahn gelange. Über diese kleinsten Partikel könnten krebserregende Substanzen in die Körper gelangen. Aufgrund der durch Feinstaub belasteten Außenluft könnte die Lebenserwartung der Europäer um circa zwei Jahre sinken.

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