Window Projection: Continental macht Autoscheiben zur Leinwand

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Seitenscheibe eines Autos mit projizierten Informationen
Continental Window Projection Foto: Continental

Das System Window Projection von Continental nutzt beim Parken die hinteren Seitenscheiben, um Informationen zu projizieren, die bei Annäherung mit dem Fahrzeugschlüssel von außen lesbar sind.

Autofahrer beim Annähern an sein Auto mit Seitenscheiben als Projektionsfläche für Informationen
Continental Window Projection Foto: Continental

Die Anzeige lässt sich weitgehend auf die eigenen Bedürfnisse zuschneidern oder wird von einer künstlichen Intelligenz mit Daten gefüttert.

Autobesitzer mit dem Logo seines Lieblingsclubs, das auf die Seitenscheibe seines Autos projiziert wird
Continental Window Projection Foto: Continental

Dabei kann es sich um nützliche Informationen handeln oder aber auch um eher Triviales, etwa das Logo des bevorzugten Sportclubs.

Peugeot 208 von Share Now mit Werbung auf hinterer Seitenscheibe
Continental Window Projection Foto: banbutsu

Wenn Carsharing-Plattformen auf den hinteren Seitenscheiben ihrer Flottenfahrzeuge kommunizieren, sieht das mit Aufklebern bislang sehr statisch aus. Das System von Continental könnte diese Projektionsfläche dynamisieren und relevante Information interaktiv anzeigen.

Wer schon immer neidisch auf werbefolierte Taxis oder Lieferwagen geguckt hat, darf aufatmen: Das System Window Projection von Continental ermöglicht es, das eigene Auto als Projektionsfläche für Informationen zu nutzen.

Ein alter Tuning-Trend aus Japan und Amerika kommt in abgewandelter Form zurück: In Übersee wurde die effektvolle, aber sinnfreie Beleuchtung des Unterbodens einst erfunden und eingeführt, in Europa zunächst verboten. Bis die Hersteller entdeckt haben, dass die Projektion des eigenen Logos auf die Straße beim Ein- und Aussteigen nicht nur Licht ins Dunkel, sondern auch bindungsfördernde Markentreue bringt (und mit den zumeist optionalen Lichtspendern noch Umsatz generiert). Jetzt werden sogar die hinteren Seitenscheiben zur Projektionsfläche. Continental hat auf der CES 2025 in Las Vegas ein Window Projection genanntes System präsentiert, das Autos per Videoprojektion zu rollenden Litfaßsäulen oder Anschlagbrettern mutieren lässt.  
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Das Continental-System funktioniert ähnlich wie ein Head-up-Display

Ähnlich wie ein Head-up-Display (günstige Head-up-Displays zum Nachrüsten gibt es hier), das die Innenseite der Windschutzscheibe als Projektionsfläche nutzt, wirft dabei ein Miniatur-Projektor im Dachhimmel des Autos beim Parken von innen Licht auf die stark abgedunkelten hinteren Seitenscheiben. Allerdings werden die Informationen innen seitenverkehrt und somit nur für Außenstehende korrekt entzifferbar angezeigt. Continental zufolge lassen sich die Inhalte praktisch frei wählen, reichen vom Ladestand der Batterie über Routenempfehlungen bis hin zur eigenen Fußballclub-Präferenz. Der benötigte Bauraum für den Window Projection ist laut Continental sehr gering.

Window Projection könnte auch zur Werbefläche werden

Softwareseitig arbeitet der Zulieferer mit der Plattform banbutsu zusammen, die mit dem eTravel.companion eine Programmkomponente beisteuert, die automatisch stets relevante Inhalte aus dem Internet saugen und anzeigen soll. Der elektronische Reisegefährte nutzt dabei personalisierte Daten und gibt KI-gestützte Empfehlungen. Es wäre aber auch denkbar, dass die Seitenscheiben als zusätzlicher Marketingkanal und somit als Werbefläche genutzt werden. Auch Carsharing-Anbieter könnten so auf ihren Flottenfahrzeugen relevante, interaktive und aktualisierte Informationen anzeigen, etwa über Preise und Verfügbarkeit des jeweiligen Autos. Wann das Window Projection System auf den Markt kommen soll und wie viel es kosten wird, hat Continental noch nicht kommuniziert.