Zum Hauptinhalt springen
Vergleichstest

BMW iX3 im Vergleich gegen Polestar, Smart und Nio: Wer gewinnt?

Der Wettbewerb unter den elektrischen Mittelklasse-SUV wird intensiver. Der neue BMW iX3 tritt dieses Mal gegen Nio EL6, Smart #5 und Polestar 4 an und muss auch hier seine Qualitäten in allen Disziplinen unter Beweis stellen.

(1/23)
BMW iX3, Polestar 4, Nio EL6 und Smart #5 fahren nebeneinander auf einer breiten Asphaltstrecke. Ein silberner BMW steht im Vordergrund unter blauem Himmel.
Der neue BMW iX3 hat in diesem Testumfeld nicht nur auf dem Foto die Nase deutlich vorn. Foto: Daniela Loof
BMW iX3, Polestar 4, Nio EL6 und Smart #5 stehen nebeneinander auf einer breiten Asphaltstrecke. Ein silberner BMW steht im Vordergrund unter blauem Himmel.
Alles andere als Einheitsbrei: Angenehm differenzierendes Design bei jedem Modell. Foto: Daniela Loof
Ein silberner BMW iX3 fährt auf einer asphaltierten Strecke. Im Hintergrund liegen Wiesen und Bäume.
In puncto Fahrgefühl, Fahrsicherheit und Fahrdynamik ist der BMW iX3 deutlich überlegen. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit eines BMW iX3 mit orangem Leder
Das Cockpit gibt sich verwirrend neu, ist bei Bedienung und Funktion aber dennoch intuitiv. Foto: Daniela Loof
Die Sitze eines BMW iX3 mit orangem Leder
Den optionalen Multifunktionssitzen fehlt eine ausziehbare Beinauflage. Foto: Daniela Loof
Der Türgriff eines BMW iX3
Die Griffschalen des BMW iX3 aus Hartplastik an den Armlehnen verkratzen schnell. Foto: Daniela Loof
Ein weißer Polestar 4 fährt auf einer asphaltierten Strecke. Im Hintergrund liegen Wiesen und Bäume.
Der Polestar 4 liegt erfrischend verbindlich in der Hand und ist dabei sehr agil. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit eines Polestar 4
Gut ablesbares Info-Display vor dem Fahrer, viel Platz und eine solide Verarbeitung. Foto: Daniela Loof
Die Sportsitze eines Polestar 4
Der Polestar bietet vorn sehr komfortable und zudem gut konturierte Sitze. Foto: Daniela Loof
Der digitale Innenspiegel eines Polestar 4 in der Nahaufnahme
Kamerabild im Spiegel für den Blich nach hinten, da es beim Polestar 4 keine Heckscheibe gibt. Foto: Daniela Loof
Grafiken auf dem Infotainmentdisplay eines Polestar 4
Große Schaltflächen erleichtern beim Polestar die Bedienung des logisch aufgebauten Menüs. Foto: Daniela Loof
Der Kofferraum eines Polestar 4 mit zwei umgelegten Sitzen
Die flache Karosserie schränkt das maximale Ladevolumen des Polestar 4 ein. Foto: Daniela Loof
Ein grauer Smart #5 fährt auf einer asphaltierten Strecke. Im Hintergrund liegen Wiesen und Bäume.
Das Fahrwerk und die Stabilitätssysteme sind mit der Leistung des Smart #5 überfordert. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit eines Smart #5 mit drei Displays
Die verspielte digitale Struktur lenkt zu stark ab. Große Hartplastikoberflächen im Smart #5. Foto: Daniela Loof
Die Sitze eines Smart #5 mit roten Sicherheitsgurten
Die schicken, aber konturlosen Sitze bieten nur kleine Einstellbereiche. Foto: Daniela Loof
Die Rücksitze eines Smart #5 mit einer Person
Im Fond des Smart #5 reist man dank üppiger Bein- und Kopffreiheit fürstlich. Foto: Daniela Loof
Die Fahrmodi eines Smart #5 im Fahrerdisplay
Das Brabus-Set-Up macht aus dem Smart #5 einen aggressiven, elektrischen Dragster. Foto: Daniela Loof
Ein weißer Nio EL6 fährt auf einer asphaltierten Strecke. Im Hintergrund liegen Wiesen und Bäume.
Der Nio gefällt mit seiner sehr neutralen, sicheren und komfortablen Abstimmung. Foto: Daniela Loof
Das Cockpit eines Nio EL6 mit beigem Leder
Sachliche Architektur im Nio mit hochwertigen Materialien im großzügigen Innenraum. Foto: Daniela Loof
Die Sitze eines Nio EL6 mit beigem Leder
Den groß bemessenen Vordersitzen des Nio EL6 fehlt eine Halt gebende Kontur. Foto: Daniela Loof
Das Zentraldisplay eines Nio EL6 mit einem Einstellungsmenü
Die Bedienung des Nio erfordert viel Einarbeitung in die verschlungenen Menüpfade. Foto: Daniela Loof
Der digitale Assistent Nomi mit einer Smiley-Grafik auf dem Armaturenbrett eines Nio EL6
Der mitunter nervige Sprachassistent Nomi lässt sich auch deaktivieren. Foto: Daniela Loof
Das hintere Display an der Mittelkonsole eines Nio EL6 mit Sitzverstellmöglichkeiten
Einstellbarer Beifahrersitz aus dem Fond des Nio für mehr Beinfreiheit und Komfort. Foto: Daniela Loof

Im Vergleichstest: BMW iX3 gegen Polestar 4, Nio EL6 und Smart #5

Mit dem BMW iX3 hat der Münchner Hersteller einen Maßstab gesetzt und zugleich eine klare Antwort auf die langjährige Kritik geliefert, die deutsche Automobilindustrie habe den Anschluss an die Elektro-Mobilität unterschätzt. Gerade jenen Stimmen, die den hiesigen Herstellern mangelnden Fortschritt attestieren, hält der iX3 überzeugende Argumente entgegen. Besonders in seinem Fokus stehen dabei die neuen Wettbewerber aus China, denen nach gängiger Lesart zunehmend die Rolle des Taktgebers zufällt, während deutsche Marken den Anschluss an die Dynamik aus Fernost verloren haben sollen. Aber stimmt das wirklich? Genau dieser Frage gehen wir nach.

Bereits in seinen ersten beiden Vergleichstests konnte sich der iX3 eindrucksvoll behaupten und sowohl Audi Q6 e-tron und Porsche Macan als auch Zeekr 7X und Mercedes GLC EQ in die Schranken weisen. Nun jedoch gruppiert sich die hochgelobte Generation von Herausforderern gegen ihn: Mit den einstigen chinesischen Hoffnungsträgern Nio EL6 sowie Smart #5 und Polestar 4 – die beiden letzteren sind im Kern dem chinesischen Geely-Konzern entsprungen – formiert sich eine starke Konkurrenz, die antritt, ihre vermeintliche Überlegenheit unter Beweis zu stellen. Ob sich der BMW davon beeindrucken lässt, klären wir ausführlich in diesem Vergleichstest.

Video: 500 Kilometer im BMW iX3

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Der Innenraum des BMW wirkt futuristisch, die Bedienung gelingt dennoch mühelos

Wo beginnt man bei einem Vergleich? Am besten bei der Qualität. In zahlreichen kurzweiligen Videos wird sie gern auf eine scheinbar greifbare Ebene reduziert: Fingernägel klopfen auf Oberflächen, Hände gleiten über Materialien und sollen so einen Eindruck von Wertigkeit vermitteln. Doch diese Momentaufnahmen erzählen – wenn überhaupt – nur die halbe Wahrheit. Die Qualität eines Automobils definiert sich eben nicht allein über seine sicht- und fühlbaren Oberflächen. Stimmt die grundlegende Struktur nicht, kann selbst das edelste Aluminium-Zierrat darüber nicht hinwegzutäuschen. Folgt man ausschließlich dem „Fingernageltest“, könnte der Nio hier als klarer Sieger hervorgehen. Doch bereits auf den ersten Metern offenbart sich ein anderes Bild: Die Karosserie zeigt deutliche Verwindungen, die sich in störenden Impulsen innerhalb der Bauteile fortsetzen. Das Ergebnis ist der Eindruck, dass Nios Fokus eher auf optischer Wirkung als auf struktureller Solidität lag.

Der Smart verfolgt einen anderen Ansatz. Hochwertige Materialien sind hier Mangelware, stattdessen dominiert Hartplastik in unterschiedlichsten Ausprägungen den Innenraum. Zwar ist das Knarzen und Knistern im Vergleich zum Nio spürbar geringer, doch ein wirklich souveränes und solides Karosseriegefühl will sich auch hier nicht einstellen. Wie sich echte Substanz anfühlen sollte, demonstrieren hingegen der BMW und der Polestar. Beide vermitteln ein gelungenes verwindungssteifes Gesamtbild. Dass der BMW dennoch knapp hinter dem Polestar zurückbleibt, liegt an der sorgfältigeren Materialauswahl der Schweden: Während Polestar konsequent auf hochwertigere Oberflächen achtet, greift BMW an einigen Stellen häufiger zu sachlichem Hartplastik.

Ebenso uneinheitlich wie die Qualität präsentiert sich die Bedienlogik – etwa bei Nio und Smart. Beim EL6 sind für viele Funktionen mehrere Bedienschritte erforderlich – hinzu kommen wenig intuitive Menüstrukturen, die den Zugriff unnötig verkomplizieren. Der #5 setzt dagegen auf eine verspielt gestaltete Benutzeroberfläche, die allerdings zu Ablenkung neigt. Positiv hervorzuheben sind bei ihm die zahlreichen Schnellzugriffe, die wichtige Funktionen direkt erreichbar machen. Sobald jedoch tiefergehende Einstellungen gefragt sind, verliert man sich schnell in den verschachtelten Menüstrukturen des Touchmonitors.

Der BMW überrascht auf ganz eigene Weise. Die radikal reduzierte Innenraumarchitektur mit dem schmalen Anzeigenband zwischen den A-Säulen wirkt zunächst futuristisch, beinahe gewagt. Doch die anfängliche Skepsis gegenüber möglichen Untermenüs weicht schnell: Nach kurzer Eingewöhnungszeit erschließt sich die Logik, und Bedienhandlungen gehen mühelos von der Hand. Individuell konfigurierbare Anzeigen, eine zuverlässige Sprachsteuerung sowie geschickt implementierte Kurzzugriffe sorgen für eine intuitive Nutzung im Alltag. Auch das neue „Panoramic Vision“-Display überzeugt mit exzellenter Ablesbarkeit und kluger Integration ins Sichtfeld.

„Der BMW zeigt, wie es besser geht: Hier ordnen sich die Assistenzsysteme harmonisch ein und werden als echter Komfortgewinn wahrgenommen.“
Michael Godde

Der Polestar dagegen verfolgt einen eher sachlich reduzierten Ansatz. Die klar strukturierte Anzeige- und Bedienlogik wirkt angenehm überschaubar, während große, leicht erfassbare Bedienelemente die Interaktion spürbar 
erleichtern. Dieses nordisch geprägte Designkonzept erweist sich im Alltag als durchdacht und benutzerfreundlich. Ein weiteres Differenzierungsmerkmal ist die Güte der Assistenzsysteme. In Smart und Nio und teils auch im Polestar agieren diese bisweilen unbeholfen, grob oder gar übergriffig. Statt den Fahrer dezent zu unterstützen, drängen sich die Systeme immer mal wieder unangenehm in den Vordergrund. Der BMW zeigt, wie es besser geht: Hier ordnen sich die Assistenzsysteme harmonisch ein und werden als echter Komfortgewinn wahrgenommen. Sie arbeiten präzise, zurückhaltend und situationsgerecht – genau so, wie man es von moderner Fahrerassistenz erwartet.

Als gelungen kann man auch die Raumökonomie des Bayern bezeichnen. Er bietet dank großer Einstellbereiche viel Raum und eine gute Ergonomie für den Piloten, geizt nicht mit Bewegungsfreiheit im Fond und hält auch noch ein reisetaugliches Gepäckabteil für die ganze Familie bereit. Der Polestar gefällt vorn ebenfalls mit einem guten Raumangebot und vernünftigen Einstellbereichen, ist aber aufgrund seiner flacheren Karosserie insgesamt knapper geschnitten.

Der lange Nio macht vorn wie hinten keine Kompromisse, Platz gibt es in Hülle und Fülle. Beim Smart sollte man hingegen zuerst den Fond sprichwörtlich begehen. Hier herrschen in Reihe zwei Platzverhältnisse wie in der Business-Class. Auch in puncto Ladeabteil ist er derjenige, der neben dem reinen Fassungsvermögen am meisten anbietet. Er kann mit seinem smarten Campingmodus den Innenraum in eine komfortable Schlafoase verwandeln. Dazu lassen sich über das Infotainment-Display die Sitze automatisch in bis zu drei verschiedenen Bett-Modi einstellen, wobei eine recht bequeme Liegefläche von maximal 2,70 Meter Länge entsteht. Vorn dagegen fällt der Einstellbereich deutlich geringer aus als bei der Konkurrenz, weshalb Fahrer und Beifahrer in eine Sitzposition mit stark angewinkelten Beinen ohne Auflage gezwungen werden – das ist extrem ermüdend auf längeren Strecken.

Fahrkomfort: Die hervorragend konturierten Sitze des Polestar 4 setzen hier den Maßstab

Keine Frage: Der neue BMW bleibt der markentypischen Fahrwerksphilosophie treu. Und diese lautet seit jeher, Komfort aus einer eher sportlichen und straff abgestimmten Perspektive zu interpretieren. Entsprechend überrascht es nicht, dass der iX3 derzeit ausschließlich mit konventionellen Stahlfedern und Dämpfern ohne adaptive Regelung angeboten wird. Das Fahrwerk arbeitet jedoch ausgesprochen souverän. Insbesondere die Vorderachse absorbiert Fahrbahnanregungen sehr sensibel und hält den Aufbau weitgehend von Störeinflüssen frei, sodass der Münchner unmittelbar wieder zu bemerkenswerter Ruhe zurückkehrt. Dass BMW an der Hinterachse mit nur einer Dämpferkennlinie etwas größere Kompromisse eingeht, zeigt sich zumindest ohne volle Beladung. Über Kanten und Fugen wirkt das Heck etwas weniger geschmeidig als die top abgestimmte Vorderachse. Dennoch präsentiert sich der iX3 als exzellenter Langstreckenbegleiter, der mit unangestrengter Leichtfüßigkeit und ausgewogenem Federungskomfort überzeugt.

Der Nio verfolgt mit seinem Luftfederfahrwerk einen anderen Ansatz und gibt sich dabei eher gelassen. Um die Längsachse zeigt er leichte Schaukelbewegungen, rollt zugleich jedoch sanft ab und verfügt über ein durchaus passendes Feingefühl. Vor allem auf der Autobahn spielt er seine Stärken aus und fühlt sich dort besonders wohl.

Einen ähnlich komfortorientierten Weg versucht der Smart einzuschlagen. Allerdings gelingt es ihm nicht, Kanten und Unebenheiten sauber auszutarieren. Trotz Luftfederung und adaptiver Dämpfer wirkt das Fahrwerk häufig hölzern und mitunter etwas unkontrolliert. Hinzu kommt, dass sein Innenraum akustisch deutlich schlechter gegen Störimpulse von Fahrwerk und Rädern abgeschirmt ist als die Pendants seiner Wettbewerber.

Und der Polestar? Wie der BMW verzichtet er auf eine Luftfederung und präsentiert sich erfreulich ausgewogen. Dabei verliert er sich nicht in übertriebener Sanftheit, sondern begegnet selbst gröberen Fahrbahnunebenheiten mit einem straffen, jedoch keineswegs harten Set-up bemerkenswert gelassen. Lediglich die vereinzelt an der Vorderachse auftretenden akustischen Störimpulse trüben das ansonsten sehr positive Gesamtbild. Hinzu kommt ein Sitzkomfort auf höchstem Niveau. Die hervorragend konturierten und angenehm anliegenden Sitze des in China produzierten und unter schwedischer Flagge fahrenden Stromers setzen hier den Maßstab. Weder die BMW-Sitze mit ihren etwas zu kurzen Sitzflächen noch die weichen, konturarmen Sessel des Nio oder die vergleichsweise klein geratenen Sitze im Smart können in dieser Disziplin mithalten.

„Der sanft abrollende Nio fühlt sich auf der Autobahn besonders wohl.“
Michael Godde

Motor/Getriebe: Neben dem BMW setzt nur der Polestar mit 566 Kilometer Reichweite ein deutliches Ausrufezeichen

Die Abstimmung der Antriebe markiert den zentralen Unterschied innerhalb dieses Elektro-Quartetts. Würde die Entscheidung ausschließlich über die Explosivität beim Sprint aus dem Stand auf 100 km/h fallen, wäre der Smart die erste Wahl für jedes Drag Race. In nur 3,6 Sekunden katapultiert er seine Insassen auf Landstraßentempo. Weitere 6,8 Sekunden später durchbricht er bereits die 200-km/h-Marke und präsentiert sich damit fast auf Supersportwagen-Niveau. Die Konkurrenz folgt zwar ebenfalls mit Nachdruck, hält jedoch respektvollen Abstand. Die beeindruckende Performance des Smart wird lediglich durch zwei Eigenschaften etwas relativiert: Zum einen reagiert er beim Wechsel zwischen Leistungsabruf und Rekuperation mitunter etwas ruckartig, zum anderen spricht das Fahrpedal zu progressiv an.

Deutlich feinfühliger gelingt dem BMW die Abstimmung dieser Übergänge. Er reagiert harmonisch auf Lastanforderungen und wechselt bei Bedarf nahezu unmerklich in die Rekuperation. Ein ähnlich hohes Niveau erreicht der Polestar, dessen Antrieb sich ebenfalls exzellent dosieren lässt und mit guter Präzision überzeugt. Der Nio bleibt auch in diesem Kapitel etwas diffuser, ohne dabei negativ aufzufallen. Vielmehr passen die sanften und leicht verzögerten Übergänge gut zum insgesamt komfortorientierten Charakter des EL6.

Neben der Abstimmung bildet die Effizienz die zweite Ebene, auf der sich die Unterschiede zwischen unseren Stromern herauskristallisieren. Hier legt insbesondere der BMW die Messlatte hoch. Sein genügsamer Umgang mit Energie trifft auf einen großzügigen Energiespeicher von 108,7 kWh. Diese Kombination ermöglicht ihm im Test eine Reichweite von maximal 601 Kilometern – eine Ansage, der die Konkurrenz wenig entgegenzusetzen hat.

Lediglich der Polestar setzt mit bis zu 566 Kilometern ebenfalls ein deutliches Ausrufezeichen. Nio und Smart müssen hingegen spürbar früher an die Ladesäule fahren. Beim Smart fällt dieser Nachteil allerdings kaum ins Gewicht, denn ähnlich wie der BMW kann er seinen Akku dank Ladeleistungen von bis zu 400 kW in kürzester Zeit wieder mit Energie versorgen. Aufgrund des kleineren Akkus absolviert der Smart den Standard-Ladehub von zehn auf 80 Prozent sogar schon in 18 Minuten, während der BMW dafür 21 Minuten benötigt.

Auch der Polestar beweist in diesem Testumfeld, dass schnelles Laden nicht zwingend eine 800-Volt-Architektur voraussetzt. Trotz seiner 400-Volt-Technik erzielt er einen hohen Ladeleistungsdurchschnitt und bringt innerhalb von 30 Minuten zügig neue Reiseenergie in den Akku. Ähnliches gilt für den Nio, der ebenfalls mit einer ordentlichen durchschnittlichen Ladeleistung im Test aufwartet.

BMW iX3, Polestar 4, Nio EL6 und Smart #5 stehen nebeneinander auf einer breiten Asphaltstrecke. Ein silberner BMW steht im Vordergrund unter blauem Himmel.
Foto: Daniela Loof

Fahrdynamik: Der Smart wirkt in kritischen Manövern unausgereift

Bei Mittelklasse-SUV, egal mit welchem Antrieb, beschreibt die Fahrdynamik nicht in erster Linie den Fahrspaß, sondern vielmehr die verfügbare Fahrsicherheit. Angenehm vertrauensvoll und narrensicher liegt der Nio in den Händen seines Fahrers. Die Schwächen, die der Kombi ET5 mit seiner hakeligen Lenkung und der diffusen Assistenzeingriffslogik zeigte, hat der chinesische Hersteller beim EL6 abgestellt. Zwar fehlt der Lenkung nach wie vor eine klare Linie, aber Lenkbefehlen folgt der chinesische Elektriker willig und erfreulich spurstabil. Das gemütliche Wiegen durch die Kurven ohne Fehltritte fühlt sich verlässlich an. Bremswirkung und -dosierbarkeit hingegen bieten Raum für Verbesserungen. Auch der Polestar missfällt mit einer – hier sogar inakzeptabel – geringen maximalen Bremswirkung. Lenkung, Fahrsicherheit und Fahrdynamik huldigen allerdings ganz klar dem Fahrspaß. Der Polestar liegt sportlich locker auf der Straße, gefällt mit leicht kontrollierbarem Übersteuern und einer gelungenen Assistenzlogik im Grenzbereich.

Der Smart wiederum wirkt in kritischen Manövern unausgereift, pendelt zwischen Unter- und Übersteuern undefiniert hin und her und landet ohne klare Linie im ESP. Das resultiert hier und da auch daraus, dass der #5 seine Leistung sehr ruppig zwischen wenig Temperament und brachialen Kraftausbrüchen auslebt, womit er die Kombination aus Fahrwerk, Rädern und Regelgüte seiner Fahrdynamikregelung sprunghaft überfordert.

Wie rund man alle Systeme aufeinander für das Fahrerlebnis abstimmen kann, demonstriert der BMW. Der Bayer liefert hier die klarsten Rückmeldungen, bleibt selbst bei hohem Tempo stoisch stabil und baut mit seiner straffen Grundabstimmung großes Vertrauen auf. Auch wenn seine Lenkung im Sportmodus noch immer etwas leichtfüßig wirkt, gelingt es ihr, dem Fahrer das Gefühl der absoluten Kontrolle zu vermitteln und dessen Befehle ohne Zeitverlust an die Räder zu übertragen, die den iX3 anschließend hochpräzise durch den Radius führen. Dabei bleibt der Münchner stets berechenbar und narrensicher kontrollierbar – bis hinein in den Grenzbereich, den keiner der Rivalen auch nur annähernd erreicht. Von seiner Souveränität ganz zu schweigen. Und die Bremsen? Die stellen hier hinsichtlich ihrer Wirkung und ihrer feinen Dosierbarkeit schlicht einen Klassenunterschied dar.

Umwelt/Kosten: Im Vergleich zu Nio und Polestar zeigt der BMW ein ähnliches Preisniveau

Man könnte davon ausgehen, dass der BMW deutlich teurer auf Kundenfang geht als Nio, Polestar und Smart. Doch lediglich die aggressive Preisgestaltung des #5 stützt diese These. Im Vergleich zu Nio und Polestar zeigt der Bayer nämlich ein annähernd gleiches Preisniveau. In der Basis ist er sogar deutlich günstiger als der Nio.Erst die testrelevanten Extras schieben seinen Tarif dann ganz klar nach oben, doch unterm Strich ist er auch dann nur gut 2000 Euro teurer als der EL6 und kostet lediglich nur noch 160 Euro mehr als der Polestar.Bei der serienmäßigen Ausstattung gibt es bei BMW, Nio und Polestar eigentlich ebenfalls keinen Anlass zur Klage. Allerdings ist auch hier der komplett ausgestattete Smart nicht zu schlagen.

Fazit

Der BMW iX3 gewinnt verdient dank der besten Gesamtbalance aus Qualität, Bedienung, Komfort, Fahrdynamik, Effizienz und Reichweite. Auf Platz zwei folgt der Smart #5 Brabus mit viel Raum, starker Antriebs-Performance, hoher Ladegeschwindigkeit und üppiger Ausstattung, aber Schwächen bei Materialanmutung und Fahrverhalten. Der Nio EL6 wird Dritter und punktet mit Platzangebot und Komfort, zeigt aber Defizite bei Karosseriequalität, Bedienung sowie Effizienz. Auf dem vierten Rang landet der Polestar 4, der bei Verarbeitung, Sitzkomfort und Bedienung überzeugt, jedoch in puncto Bremsleistung Federn lässt.

Messwerte

AUTO ZEITUNG 19/2026

BMW

iX3 50 xDrive

Nio


EL6 Long Range AWD

Polestar

4 Long Range Dual Motor

Smart


#5 Brabus

Technik

Motoren

v.: Asynchronmaschine; h. fremderregte Synchronmaschine

v.: Asynchronmaschine; h. fremderregte Synchronmaschine

rundum: 
permanenterregte Synchronmaschinen

rundum: 
permanenterregte Synchronmaschinen

Systemleistung

345 kW / 469 PS

360 kW / 490 PS

400 kW / 544 PS

475 kW / 646 PS

Systemdrehmoment

645 Nm

700 Nm

686 Nm

710 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität netto

698,9 V / 108,7 kWh
(k. A.)

400 V / 90,0 kWh
(100 kWh)

400 V / 94,0 kWh 
(100 kWh)

800 V / 94,0 kWh
(100 kWh)

Max. Ladeleistung AC / DC

11 (opt.22) kW /
400 kW

11 kW /
180 kW

11 (opt.22) kW /
200 kW

11 und 22 kW /
400 kW

Kraftübertragung

Getriebe

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Konstantübersetzung

Antrieb

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Fahrwerk

Radaufhängung

vorn: McPherson- Federbeine, Querlenker, Stabi.: 
hinten: Fünflenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; 
DSC (ESP)

rundum: 
Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, 
Stabilisator; 
Luftfederung;
ESC (ESP)

vorn: McPherson-
Federbeine, 
Querlenker, Stabi.: 
hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi; 
ESC (ESP)

v.: McPherson-
Federbeine, Querlenker, Stabi.: h.: Mehrfachlenkerachse, Federn, adapt. Dämpfer, Stabi; Luftfederung;
ESC (ESP)

Lenkung

Zahnstange; Servo, elektromechanisch

Zahnstange; Servo, elektromechanisch

Zahnstange; Servo, elektromechanisch

Zahnstange; Servo, elektromechanisch

Bremsen

rundum: 
innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: 
innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: 
innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: 
innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

rundum: 
255/45 R 20

rundum: 
255/50 R 20

rundum: 
255/55 R 20

rundum:
 255/40 R 21

Testbereifung

vorn: 255/45 R 21;
hinten: 275/40 R 21

rundum: 
265/45 R 21

rundum: 
255/45 R 21

rundum: 
255/40 R 21

Reifen

Michelin 
Pilot Sport EV I*

Pirelli 
P Zero Elect

Michelin 
Pilot Sport EV POL

Continental 
EcoContact 7 EV

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4782/1895/1635 mm

4854/1987/1703 mm

4840/2008/1534 mm

4695/1920/1705 mm

Radstand

2897 mm

2915 mm

2999 mm

2900 mm

Kofferraumvolumen

520-1750 l

579-1430 l

526-1536 l

630-1530 l

Leergewicht Werk / Test

2285 / 2345 kg

2248 / 2389 kg

2280 / 2378 kg

2303 / 2401 kg

Zul. Gesamtgewicht*

2825 kg

2843 kg

2810 kg

2880 kg

Effektive Zuladung

480 kg

454 kg

432 kg

479 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

2000 / 750 kg

1200 / 750 kg

2000 / 750 kg

1600 / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

75 / 80 kg

75 / 100 kg

75 / 100 kg

75 / 100 kg

Wendekreis links / rechts

12,0 / 12,0 m

12,8 / 12,9 m

12,3 / 12,3 m

11,9 / 11,9 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

2,2 s

2,0 s

2,0 s

1,8 s

0 – 100 km/h

4,8 s

4,4 s

4,2 s

3,6 s

0 – 160 km/h

10,4 s

10,8 s

9,2 s

6,0 s

0 – 200 km/h

16,4 s

19,5 s

15,6 s

10,4 s

Höchstgeschwindigkeit*

210 km/h

200 km/h

200 km/h

210 km/h

Handlingkurs

1 : 42,3 min

1 : 44,5 min

1: 43,5 min

1 : 49,0 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

62,9 km/h

60,3 km/h

61,9 km/h

61,3 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

34,5 / 33,2 m

37,6 / 36,8 m

39,1 / 38,7 m

36,3 / 35,7 m

aus 50 / 150 km/h kalt

8,9 / 75,7 m

9,6 / 85,1 m

9,4 / 85,4 m

9,1 / 82,2 m

Innengeräusche

Standgeräusch

-

-

-

-

bei 50 km/h

60 dB(A)

54 dB(A)

60 dB(A)

59 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

65 / 69 dB(A)

63 / 68 dB(A)

65 / 69 dB(A)

65 / 69 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch / min

20,1 kWh / 18,1 / 100 km

25,2 / 19,3 kWh / 100 km

21,7 / 16,6 kWh / 100 km

25,0 / 19,1 kWh / 100 km

WLTP-Verbrauch*

15,1 kWh / 100 km

20,4 kWh / 100 km

19,0 kWh / 100 km

19,9 kWh / 100 km

CO2 Test** / WLTP

73 / 0 g/km

91 / 0 g/km

79 / 0 g/km

91 / 0 g/km

Reichweite gesamt

541 km

357 km

433 km

376 km

Reichweite Test / max. / WLTP

541 / 601 / 
805 km

357 / 466/ 
529 km

433 / 566 / 
590 km

376 / 492 / 
709 km

*Werksangaben

**Äquivalent gemäß deutschem Strommix (CO2: 420 g/kWh)

Ausstattung/Preise

BMW

iX3 50 xDrive

Nio


EL6 Long Range AWD

Polestar

4 Long Range Dual Motor

Smart
#5 Brabus

Grundpreis

70.900 €

74.500 €

69.900 €

60.900 €

Testwagen-Optionen

Antrieb

Bremsen

3800 €

Fahrwerk

Lenkung

Reifen

2200 €

1000 €

1800 €

Sitze

860 €

5900 €

Aufpreis

6860 €

1000 €

7700 €

0 €

Bewerteter Preis

77.760 €

75.500 €

77.600 €

60.900 €

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

540 €

k. A.

360 €

650 €

Rabatt**

k. A.

k. A.

k. A.

k. A.

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

53,7 % / 38.073 €

61,7 % / 45.967 €

58,5 % / 40.892 €

52,9 % / 32.216 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

19 / 27 / 22

21 / 29 / 23

19 / 29 / 25

20 / 27 / 23

HP / VK / TK Kosten

763 / 1312 / 165 €

830 / 1902 / 182 €

763 / 1902 / 267 €

793 / 1315 / 182 €

Abgasnorm / Steuer

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

Elektro / befreit

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

BMW

iX3 50 xDrive

Nio


EL6 Long Range AWD

Polestar

4 Long Range Dual Motor

Smart
#5 Brabus

Karosserie

1000

716

688

658

701

Fahrkomfort

1000

745

748

731

735

Motor / Getriebe

1000

825

767

791

788

Fahrdynamik

1000

772

645

647

647

Eigenschaftswertung

4000

3058

2848

2827

2871

Kosten / Umwelt

1000

276

270

264

294

Gesamtwertung

5000

3334

3118

3091

3165

Platzierung

1

3

4

2