BMW 740d xDrive/Mercedes S 400 d 4Matic: Test

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BMW 740d xDrive/Mercedes S 400 d 4Matic
BMW 740d xDrive/Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Die Konkurrenz kann machen, was sie will: Die S-Klasse scheint nach wie vor ...

Mercedes S 400 d 4Matic
Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

... das Maß aller Dinge zu sein und damit unantastbar. Ändern will das jetzt ...

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

... der BMW 740d xDrive und fordert den Luxus-Schwaben zum Duell.

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Tolle Geräuschdämmung und viel Drehmoment prädestinieren die S-Klasse für Langstrecken.

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Üppig gepolsterte und bequeme Ledersitze gibt es ohne Aufpreis.

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Im Fond der S-Klasse finden die Insassen ein sehr gutes Raumangebot vor.

Mercedes S 400 d 4Matic
Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Serienmäßig: das Widescreen-Cockpit mit hochauflösenden Displays.

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Neues Erkennungszeichen des Stuttgarter Luxusliners: die drei "Lichtfackeln" für das Tagfahrlicht.

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Mercedes S 400 d 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Auch die facegeliftete S-Klasse ist in Sachen Konnektivität auf der Höhe der Zeit. So wird das Comand online-Multimediasystem aufpreisfrei mitgeliefert. Mit 12,3 Zoll ist der Bildschirm etwas größer als der des BMW. Zum Lieferumfang gehören auch hier eine Festplattennavigation mit Satellitenkartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsinformationen (bis zu drei Jahren kostenfrei) sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Über ein Kommunikationsmodul sind drei Jahre lang kostenlose Online-Kartenupdates erhältlich. Zudem besteht die Möglichkeit, Mercedes me connect-Basis-Dienste, etwa eine Pannen- oder Unfallhilfe, zu aktivieren sowie Apps oder einen Concierge-Service zu nutzen.

BMW 740d xDrive
BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Aus dem Vergleich der Luxus-Limousinen mit Reihensechszylinder geht der BMW, wenn auch nur knapp, als ...

BMW 740d xDrive
BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

... Sieger hervor. Die Gründe sind bessere Fahrleistungen, schneller reagierende Automatik und geringerer Verbrauch nebst höherer Reichweite.

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BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Auf Reisen begeistert der 7er-BMW mit Sprintstärke und Effizienz

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BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Die Komfortsitze (2200 Euro) sind vielfältig elektrisch einstellbar.

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Im BMW-Fond geht es etwas enger zu als in dem der Mercedes S-Klasse.

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BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Kennzeichen des Fahrerarbeitsplatzes ist die nahezu selbsterklärende Bedienung.

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BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Das typische LED-Tagfahrlicht ist Serie, das weitreichende Laserlicht kostet 1200 Euro.

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BMW 740d xDrive Foto: Zbigniew Mazar

Serienmäßig fährt der 7er BMW mit dem Navigationspaket ConnectedDrive vor. Es enthält neben einem Navigationssystem mit 10,25 Zoll großem Touchscreen, Sprach- und Gestensteuerung 20 GB Speicherkapazität für Musik. Ein DVD-Laufwerk gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Enthalten ist darüber hinaus eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung für Fahrer und Beifahrer sowie die kabellose Lademöglichkeit für geeignete Smartphones. Nutzbar sind unabhängig davon die ConnectedDrive Services, zu denen beispielsweise das Internetportal BMW Online zählt. Mit dessen Hilfe kann auf E-Mails oder den Wetterbericht zugegriffen werden. Hinzu kommt das Angebot diverser Apps.

Mit dem S-Klasse-Facelift hat sich Mercedes bei den Sechszylindern von den V-Motoren verabschiedet. Was den aufgefrischten Stern-Kreuzer außer dem neuen Reihensechser sonst noch auszeichnet, klärt der Test mit dem 7er BMW.

Die Konkurrenz kann offenbar machen, was sie will: Im Segment der Luxus-Limousinen strahlt der Stern der Mercedes S-Klasse am Zulassungshimmel so hell wie kein zweites Markenlogo. So lief das Flaggschiff der aktuellen Generation seit 2013 bisher über 300.000 Mal vom Band. Damit die S-Klasse auch der meistverkaufte Luxusliner der Welt bleibt, erhielt sie für die zweite Lebenshälfte eine umfangreiche Überarbeitung. Nicht weniger als 6500 Teile sind neu, vermeldet Mercedes stolz. Wie gut der neue Stuttgarter wirklich ist, klärt sich am bestem im Vergleichstest mit der Konkurrenz. Während die Ingolstädter beim A8 derzeit noch mit dem Modellwechsel beschäftigt sind, stellt sich aus München der BMW 740d xDrive dem Duell: Er will dem neuen S 400 d 4Matic auf den Teststrecken Paroli bieten.

Die Mercedes S-Klasse im Video:

BMW 740d und Mercedes S 400 d im Test

Von außen ist der Mercedes an seinen drei "Lichtfackeln" in den Frontscheinwerfern zu erkennen, drei schmalen LED-Tagfahrlichtstreifen. Innen bleibt es bei den gewohnt großzügigen Platzverhältnissen. Speziell im Fond wirkt die S-Klasse großzügiger geschnitten als der BMW. Auch die üppige Zuladung von 625 Kilogramm stellt die des Münchner Rivalen in den Schatten. Hinsichtlich der Verarbeitung wirkt die neue S-Klasse zudem deutlich präziser zusammengebaut als Testwagen der Vor-Facelift-Ära und rangiert im Test sogar auf BMW-Niveau, denn der 7er-Testwagen stört im Test mit vereinzelten Knistergeräuschen auf holprigen Strecken. Sicherheit ist traditionell eine Domäne der Stuttgarter. Deshalb fahren sie in der neuen S-Klasse so ziemlich alles auf, was möglich ist. Dazu zählen zahlreiche Assistenzsysteme bis hin zum serienmäßigen Pre-Safe Sound, der bei einem bevorstehenden Aufprall über die Audioanlage ein Rauschsignal aussendet, das zu einer Kontraktion des Stapedius-Muskels im Ohr führt, um es gegen darauffolgende laute Crashgeräusche besser zu schützen. Dass der Mercedes dennoch in der Punktesumme bei der Sicherheitsausstattung hinter dem BMW landet, liegt daran, dass dieser beispielsweise Spurhalte- und -wechselwarner, Fernlichtassistent, Abbiege- oder Kurvenlicht bereits serienmäßig mitbringt, während Mercedes hier Aufpreise verlangt. Für die Bedienung der S-Klasse stehen neuerdings winzige Touchpads im Lenkrad zur Verfügung, mit denen der Fahrer durch die teils verschachtelten Menüs, etwa von Bordcomputer oder Radio, navigieren kann. Auch sonst ist die Bedienung etwas umständlicher als im BMW. So hat dieser die im Analogzeitalter bewährten Speichertasten, etwa für Radiosender, erfolgreich in die Digital-Ära gerettet.

Wohlfühloasen-Fahrkomfort in der S-Klasse

Wer in der neuen S-Klasse unterwegs ist, staunt über den guten Geräuschkomfort. Aussagekräftiger als der im Vergleich zum 740d xDrive geringfügig niedrigere Schalldruckpegel ist der Klangeindruck. Der Motor tönt dezent, Abroll- und Windgeräusche sind bestens gedämmt. Wer dann noch die Energizing Komfortsteuerung (238 Euro) aktiviert, über die sich Klimatisierung, Lichtstimmung, Duft und Musik individuell konfigurieren lassen, wähnt sich vollends in einer Wohlfühloase. Rein akustisch ist dagegen der kehlige Ton des BMW-Diesels deutlich präsenter im Klangbild. Dafür aber sitzen Fahrer und Beifahrer noch eine Spur bequemer, weil die Komfortsitze mit Massagefunktion (2200 Euro) nicht nur über einstellbare Sitzwangen, sondern auch über eine individuell justierbare Schulterabstützung verfügen. Der Test zeigt: Auf schlechten Straßen läuft der Daimler mit seiner serienmäßigen Luftfederung trotz üppiger 19-Zoll-Optionsbereifung zur Höchstform auf. Gibt er sich im leeren Zustand beim Überfahren hervorstehender Kanaldeckel ansatzweise noch etwas steifbeinig – was bereits einer Klage auf sehr hohem Niveau gleicht –, wähnt man sich unter Ausnutzung der vollen Nutzlast von üppigen 625 kg regelrecht auf einem fliegenden Teppich. Egal, was ihr unter die Räder kommt, die S-Klasse filtert es bestens heraus. Speziell mit voller Beladung kann der 7er hier nicht mithalten. Auf kurzen Bodenwellen braucht seine Luftfederung den Federweg vollständig auf und schlägt dann durch.

Motor/Getriebe: 7er und S-Klasse sehr kraftvoll

Der neue 3,0-Liter-Reihensechszylinder ist mit 340 PS der bislang stärkste Pkw-Diesel von Mercedes. Seine 700 Nm Drehmoment ermöglichen ein äußerst entspanntes Fortkommen. Beeindruckender als die Messwerte (null auf 100 km/h in 5,2 Sekunden, 250 km/h Spitze) ist die souveräne Kraftentfaltung, die von einer erstaunlichen Durchzugskraft selbst noch in Temporegionen oberhalb von 200 km/h geprägt ist. Währenddessen sorgt die Neunstufen-Automatik stets für ein niedriges Drehzahlniveau, könnte aber hier und da spontaner reagieren. Auch die Laufkultur der S-Klasse zählt in der Sechszylinder-Selbstzünderliga zweifellos zum Feinsten, was man für Geld kaufen kann. Mit einem Testverbrauch von 8,9 l/100 km zeigt sich der Stuttgarter obendrein beim Verbrauch sehr moderat. Diesen Wert unterbietet der 7er aber noch um 0,4 Liter. Obwohl 20 PS und 20 Nm schwächer, wirkt er etwas lebhafter als der über 100 kg schwerere Mercedes-Testwagen. So knackt der 7er die 100-km/h-Marke bereits nach sportwagenverdächtigen fünf Sekunden. Und seine Achtstufen-Automatik lässt sich subjektiv weniger Zeit mit den Gangwechseln als das Pendant im Mercedes. Der Motor läuft aber einen winzigen Hauch rauer als das Mercedes-Aggregat – aber auch das ist abermals Klagen auf – diesmal – höchstem Niveau.

Mehr Fahrspaßpotenzial im BMW 7er

Dank optionaler Integralaktiv-Lenkung (1450 Euro), bei der auch die Hinterräder mitlenken, einer aktiven Wankstabilisierung (2950 Euro) sowie der um fast 100 Kilogramm niedrigeren Vorderachslast kann der 7er im Handling seine Vorteile gegenüber der S-Klasse deutlich spürbar auszuspielen. So folgt er Lenkbefehlen spontaner und durcheilt Wechselkurven auf der Testfahrt flinker als sein Stuttgarter Konkurrent. Und auch wenn die Bremswege des Schwaben geringfügig kürzer ausfallen, so gefällt die Bremsanlage des Münchners mit dem besseren Pedalgefühl. Der Mercedes lässt sich zwar präzise lenken, doch vermittelt die BMW-Lenkung den besseren Fahrbahnkontakt. An der Reifenhaftgrenze benimmt sich der 7er neutral, während die schwerfälligere S-Klasse eher zum Untersteuern neigt. So bietet der BMW insgesamt mehr Fahrspaßpotenzial. Die Entscheidung für den Allradantrieb ist bei diesen Motoren und deren hohen Drehmomenten sinnvoll, damit die Antriebskraft nicht in Rauch aufgeht. Hier ist das xDrive-System des BMW mit seiner vollvariablen Verteilung der Antriebsmomente gegenüber dem 4Matic-Antrieb von Mercedes etwas im Vorteil, der die Kraft im Verhältnis von 45 zu 44 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

Umwelt/Kosten: S-Klasse günstiger als der 7er

Geld sollte kein Problem, sondern vorhanden sein, wenn Fahrzeuge dieses Kalibers zum Kauf anstehen. Dies gilt nicht nur für die Grundpreise, bei denen der Mercedes überraschenderweise fast 5100 Euro günstiger ist als der BMW, sondern auch für die Wertminderung, die beim 7er laut DAT mit über 60.000 Euro zu Buche schlägt (bei vierjähriger Haltedauer und 80.000 km). Selbstredend fallen für beide horrende Versicherungskosten an. Gut: Beim BMW sind die Inspektionen für die ersten fünf Jahre mit dem Kauf abgegolten. Das hilft ihm dennoch nicht, denn der Mercedes gewinnt das Kostenkapitel nicht zuletzt wegen seiner 30 Jahre währenden Garantie auf Durchrostung und Mobilität.

Technische DatenBMW 740d xDriveMercedes S 400 d 4Matic
MotorR6, BiturbodieselR6, Biturbodiesel
Hubraum2993 ccm2925 ccm
Leistung320 PS340 PS
Maximales Drehmoment680 Nm700 Nm
Getriebe8-Stufen-Automatik9-Stufen-Automatik
AntriebAllrad, permanentAllrad, permanent
0-100 km/h5,0 s5,2 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Leergewicht1860 kg1985 kg
Kofferraum515 l510 l
L/B/H in mm5098/1902/14785125/1899/1493
Testverbrauch8,5l D/100 km8,9l D/100 km
Grundpreis98.300 Euro93.027 Euro
Testwagenpreis106.890 Euro95.587 Euro
Platzierung12

Fazit

Zweifelsohne hat die Mercedes S-Klasse mit dem Facelift erheblich zugelegt. Mit dem neuen Reihensechszylinder-Biturbodiesel ist den Schwaben ein sehr kultiviertes Stück Maschinenbau gelungen. Auch beim Federungskomfort setzt der Schwabe Maßstäbe und übertrumpft sogar den in dieser Disziplin exzellenten 7er BMW. Ungewöhnlich ist, dass der Mercedes zudem bei den Kosten besser abschneidet als sein Konkurrent. Dennoch geht der BMW, wenn auch nur knapp, als Sieger hervor. Die Gründe liegen mit besseren Fahrleistungen, schneller reagierender Automatik und geringerem Verbrauch nebst höherer Reichweite nicht nur im Antriebskapitel. Zusätzlich punktet er im Test fahrdynamisch mit leichtfüßigerem Handling und einer gefühlvolleren Lenkung.