ADAC- & Stiftung-Warentest-Kindersitz-Test (2025): Ergebnisse!

Der ADAC hat zusammen mit der Stiftung Warentest und weiteren europäischen Verbraucherschutz-Organisationen und Verkehrsclubs den zweiten Kindersitz-Test des Jahres 2025 veröffentlicht. 17 Modelle aller Größen wurden getestet und mussten sich strengen Kriterien stellen. Drei Modelle fallen beim Test durch. Alle Ergebnisse!

Aufnahme einer Crashtest-Situation aus dem ADAC-Test mit einem Kindersitz und einem Dummy.
ADAC-Kindersitz-Test 2025 Im aktuellen Kindersitz-Test hat der ADAC in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest sowie weiteren europäischen Verkehrsclubs und Verbraucherorganisationen 17 Sitze auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Foto: ADAC
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Kindersitz-Test von ADAC und Stiftung Warentest: Die Ergebnisse 2025

Beim zweiten ADAC-Kindersitz-Test 2025 in Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Automobilclubs und Verbraucherschutz-Organisationen, darunter die Stiftung Warentest, sind gleich drei von 17 getesteten Modelle durchgefallen. Zwei Sitze leisteten sich Schwächen im Crashtest, eines dieser beiden Modelle zudem eine hohe Belastung durch gesundheitsgefährdende und umweltkritische Schadstoffe. Ein weiterer Kindersitz wurde von den Tester:innen wegen hoher PFAS-Werte ebenfalls mit "mangelhaft" bewertet, obwohl er immerhin eine ausreichende Wertung im Frontal-Crashtest erzielte. Im ersten Kindersitz-Test 2025 war der schlechteste Sitz noch mit "ausreichend" bewertet worden und daher nicht durchgefallen.

Die übrigen 14 getesteten Kindersitze erhielten die Note "gut" oder "befriedigend". Getestet wurden Babyschalen, Sitze für Kleinkinder sowie Sitzerhöhungen für größere Kinder. Und die gute Nachricht: Sichere sowie empfehlenswerte Modelle gibt es in fast allen Größen. Zu empfehlen sind alle "guten" und "befriedigenden" Modelle des Kindersitz-Tests. Diese Kindersitze übertreffen die gesetzlichen Vorschriften laut ADAC zum Teil deutlich.

Babyschale: Bester Kindersitz für Säuglinge ab der Geburt

Eine gute Nachricht zuerst: Die getesteten Kindersitze liegen auf einem erfreulich hohen Niveau. Drei Babyschalen hat der ADAC getestet, eine mit der Note "gut" und zwei mit "befriedigend" bewertet. Zudem wurden alle drei Modelle separat nochmals mit einer zugehörigen Isofix-Basis getestet. Wie bei Babyschalen üblich, sind alle Testmodelle für den rückwärtsgerichteten Einbau auf dem Autositz konzipiert.

Die beste Babyschale im Kindersitz-Test 2025 ist die Joie i-Level Pro (Note 2,3). Diese Bewertung erzielte sie sowohl im Einzeltest als auch im Test mit der Isofix-Basis Joie i-Base Encore. Tatsächlich schneidet die Joie-Babyschale zusammen mit der Isofix-Basis in puncto Sicherheit sogar etwas schlechter ab, als ohne Basis. Diese Beobachtung macht der ADAC auch bei der zweitplatzierten Babyschale Nuna Arra Flex (Note 2,6) sowie der drittplatzierten Kinderkraft i-Lite (Note 2,7). Zusammen mit der Isofix-Basis BaseCurv erzielt die Nuna-Babyschale nur die Note 2,7, der Kinderkraft-Sitz erzielt zusammen mit der Basis Endura Safe FX nur die Note 2,9, ist damit aber immer noch "befriedigend".

Die Tester:innen betonen, dass Isofix-Stationen zwar mitunter die Bedienung vereinfachen und sich Einbaufehler so vermeiden lassen können, die Befestigung mit Isofix aber nicht zwangsläufig zu besseren Crashtest-Ergebnissen führe.

Bester Sitz für Babys und Kleinkinder: Das ADAC-Ergebnis

Der ADAC hat beim Kindersitz-Test 2025 zudem zwei Sitze unter die Lupe genommen, die nicht nur für Babys, sondern auch für Kleinkinder bis 105 cm geeignet sind. Beide schnitten "befriedigend" ab.

Der Avova Sperber X (Note 2,8) kostet 530 Euro und schwächelt etwas bei der Sicherheit, daher fällt die Beurteilung "befriedigend" aus. Beim Modell Osann One360 SL Mini (Note 3,5) für 199 Euro gibt es Schwächen bei Sicherheit und Bedienung, während es bei Ergonomie und den Schadstoffüberprüfungen Pluspunkte sammeln kann.

Im Test vertreten war auch ein Sitz für Kleinkinder mit einer Körpergröße von 61 bis 125 cm, der Besafe Beyond 360 mit der Beyond Base für die Nutzung mit Isofix. Trotz Schwächen in den Testfeldern Bedienung und Ergonomie reichte es für die Note 2,4. In den Sicherheitstests konnte der Besafe-Kindersitz "gut" abschneiden, bei den Schadstoffüberprüfungen bescheinigten die Tester:innen dem Kleinkinder-Sitz sogar das Testurteil "sehr gut".

Kindersitz im Test: Die besten Modelle für Kleinkinder und größere Kinder

Kindersitze, die zulässig sind für Körpergrößen von 76 oder 100 bis 150 cm, schnitten im ADAC-Kindersitz-Test allesamt "gut" bis "befriedigend" ab. Unter den fünf getesteten Modellen erlaubte sich keines eklatante Schwächen.

Der einzige mitwachsende Kindersitz im Test, der von den Tester:innen der Automobilclubs und Verbraucherschutz-Organisationen eine Empfehlung bekommt, ist der Renolux Olymp Pro (Note 3,3). Der Sitz für Kleinkinder und Kinder mit einer Körpergröße von 76 bis 150 cm zeigte Schwächen bei Sicherheit und Bedienung, erhielt aber hier jeweils eine "befriedigende" Wertung. Die Ergonomie sowie unauffällige Schadstoffwerte sind dagegen laut den Kindersitz-Tester:innen die Stärken des getesteten Renolux-Kindersitzes.

Der Britax Römer Kidfix Pro (Note 1,8) für Kinder mit einer Körpergröße von 100 bis 150 cm holt sich nicht nur die Bestwertung unter den Sitzen für Kinder ab vier Jahren, sondern auch insgesamt den Testsieg beim zweiten ADAC-Kindersitz-Test im Jahr 2025. Schwächen erlaubt sich der Sitz in keiner Testkategorie, bei Sicherheit, Bedienung und Ergonomie reicht es dennoch nur für ein "gut". In der Schadstoffprüfung sowie beim Punkt Umweltschadstoffe bescheinigt der ADAC dem Britax Römer Kidfix Pro die Wertung "sehr gut". Eine ähnliche Wertung in den einzelnen Kategorien erzielt auch der Axkid Up (Note 2,0), der mit 500 Euro aber mehr als doppelt so teuer ist, wie der Britax-Römer-Kindersitz (220 Euro).

Der Avionaut MaxSpace Smart (Note 2,6) für 250 Euro schnitt in fast allen Kategorien mit einem guten bis sehr guten Ergebnis ab. Einzig die Sicherheit wurde mit befriedigend gewertet. Der Maxi-Cosi Tanza i-Size (Note 3,2) für 100 Euro kann da nicht mithalten, da er bei der Sicherheit sowie der Bedienung nur mit der Wertung "befriedigend" beurteilt wurde.

Dreimal "mangelhaft": Diese Sitze fallen im Test durch

Gleich drei Sitze konnten die Tester:innen des ADAC beim zweiten Testdurchlauf 2025 nicht überzeugen – darunter die beiden mitwachsenden Modelle, die ab Geburt bis zum zwölften Lebensjahr benutzt werden können. Sowohl der Reecle 360 (ZA10 i-Size) als auch der Chipolino Olympus i-Size erzielten im Crashtest nur die Note "mangelhaft" und schnitten auch bei der Bedienung nur mit der Wertung "ausreichend" ab – hier besteht laut ADAC bei beiden Sitzen erhöhtes Verletzungsrisiko für Kinder. Beim Chipolino-Kindersitz bemängelten die Tester:innen zudem die stark erhöhte Belastung mit gesundheitsgefährdenden sowie umweltkritischen Schadstoffen. Und auch die Ergonomie fiel beim immerhin 239 Euro (Stand: Oktober 2025) teuren Sitz nur "befriedigend" aus. Somit landet der Chipolino insgesamt auf dem letzten Platz.

Doch auch der Maxi-Cosi Nomad Plus, ein Reisekindersitz für Kinder zwischen 76 und 105 cm Körpergröße, fiel im Test mit einem erhöhten PFAS-Wert negativ auf. Die Chemikalie wird nicht nur sehr langsam abgebaut, so der ADAC, sondern könne sich auch im menschlichen Körper ablagern, wenn es in die Nahrungskette gelangt. Der festgestellte Wert überstieg im Kindersitz-Test sogar die gesetzlichen Grenzwerte. Jedoch, so der ADAC, habe Maxi-Cosi auf Nachfrage des Automobilclubs mitgeteilt, dass die Bezugsstoffe inzwischen frei von Umweltschadstoffen sein sollen. Im Test reicht es – auch wegen nur einer "ausreichenden" Wertung beim Frontal-Crashtest – am Ende nur für die Note 4,6.

Alle Kindersitz-Testergebnisse von ADAC und Stiftung Warentest 2025 (Tabelle)

ModellADAC-UrteilPreisAltersspanne
Britax Römer Kidfix Pro1,8220 €Kind (100 – 150 cm)
Axkid Up2,0500 €Kind (100 – 150 cm)
Joie i-Level Pro2,3199 €Baby (40 – 87 cm)
Joie i-Level Pro + i-Base Encore2,3398 €Baby (40 – 87 cm)
Besafe Beyond 360 + Beyond Base2,4828 €Kleinkind & Kind (61 – 125 cm)
Avionaut MaxSpace Smart2,6250 €Kind (100 – 150 cm)
Nuna Arra Flex2,6280 €Baby (40 – 87 cm)
Kinderkraft i-Lite2,7129 €Baby (40 – 87 cm)
Nuna Arra Flex + BaseCurv2,7540 €Baby (40 – 87 cm)
Avova Sperber X2,8530 €Baby & Kleinkind (40 – 105 cm)
Kinderkraft i-Lite + Endura Safe FX2,9199 €Baby (40 – 87 cm)
Maxi-Cosi Tanza i-Size3,2100 €Kind (100 – 150 cm)
Renolux Olymp Pro3,3369 €Kleinkind & Kind (76 – 150 cm)
Osann One360 SL Mini3,5199 €Baby & Kleinkind (40 – 105 cm)
Maxi-Cosi Nomad Plus4,6150 €Kleinkind (76 – 105 cm)
Reecle 360 (ZA10 i-Size)5,0164 €Baby, Kleinkind & Kind (40 – 150 cm)
Chipolino Olympus i-Size5,5239 €Baby, Kleinkind & Kind (40 – 150 cm)

So testen ADAC und Stiftung Warentest Kindersitze

Zweimal jährlich testet der ADAC gemeinsam mit den europäischen Automobilclubs und Verbraucherschutz-Organisationen, darunter die Stiftung Warentest oder der österreichische ÖAMTC, neue Kindersitze. Es werden Modelle gewählt, die neu auf den Markt gekommen sind, eine große Marktbedeutung haben oder seit dem letzten ADAC-Kindersitz-Test überarbeitet wurden. Der Einkauf der Testmodelle erfolgt anonym im Einzel- oder Versandhandel. Beim Frontal- und Seitenaufprall-Crash wird die Sicherheit jedes einzelnen Kindersitzes überprüft. Dies hat einen Anteil von 50 Prozent an der Gesamtbewertung. 40 Prozent gehen auf die Bedienung, denn nur ein korrekt eingebauter Sitz kann das Kind bei einem Unfall gut schützen. 

Ebenso wichtig ist die Ergonomie, die im ADAC-Urteil einen Anteil von zehn Prozent hat. Eine Abwertung im Gesamturteil kann es geben, wenn Schadstoffe in textilen Teilen des Kindersitzes entdeckt werden. Deshalb werden Proben genommen und auf den Gehalt von chemischen Stoffen wie PAKs, Phthalaten, Flammschutzmitteln, Weichmachern, phenolischen Verbindungen, Organozinn, Formaldehyd, Schwermetallen und Chlorparaffinen untersucht.