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417 km/h auf Autobahn: Kommentar (Pro/Contra) Mit 417 km/h über die A2 – Recht oder Unrecht? Ein Streitgespräch

AUTO ZEITUNG 26.01.2022
417 km/h auf Autobahn: Kommentar (Pro/Contra)
Foto: Bugatti/Montage AUTO ZEITUNG

Ein tschechischer Multimillionär ist mit seinem Bugatti Chiron mit 417 km/h über eine deutsche Autobahn gerast – und hat ein Video davon ins Internet gestellt. Die Politik ist erbost, die Polizei ermittelt und die Redaktion der AUTO ZEITUNG diskutiert. In einem Kommentar nähern wir uns der Frage nach Recht und Unrecht oder Sinn und Unsinn an.

Tim Neumann (Online-Redakteur): "Natürlich wäre es sicherer gewesen, den Bugatti Chiron auf abgesperrter Strecke auszufahren – auch wenn man die dafür geeigneten Orte an einer Hand abzählen kann. Doch, was der Tscheche getan hat, ist in meinen Augen keinesfalls ein Vergehen. Die Straßenverkehrsordnung besagt, dass Fahrer:innen "nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug unter Kontrolle ist." Und ein Bugatti ist nicht irgendeine Bastelbude, sondern ein Hypersportwagen, dessen Reifen, Aerodynamik und auch Bremsen genau für diese Bedingungen entwickelt und gefertigt wurden. Wenn der:die Fahrer:in fit, konzentriert sowie sich der Verantwortung bewusst ist und die Strecke weitgehend frei, so steht Geschwindigkeiten oberhalb der Richtgeschwindigkeit nichts im Wege. Das gilt übrigens genauso für 200 oder 300 km/h schnelle Fahrzeuge." Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Video Bugatti Chiron
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Der Bugatti Chiron im Video:

 
 

Kommentar zur 417-km/h-Fahrt auf der Autobahn: Pro & Contra

Alexander Koch (Chefredakteur Digital): "32 Sattelzüge! Das ist die Antwort auf die Frage, ob 417 km/h auf öffentlichen Straßen ernsthaft zu verantworten sind. Bei dieser Geschwindigkeit legt der Supersportwagen pro Sekunde 116 Meter zurück – das ist der Abstand von mehr als zwei Leitpfosten auf der Autobahn – und muss laut "Halber-Tacho-Regel" 208,5 Meter Sicherheitsabstand einhalten – das sind zwei komplette Fußballfelder. Darüber hinaus benötigt er bis zum Stillstand über 600 Meter, eine einsekündige Reaktionszeit eingerechnet. Das sind 32 Lkws hintereinander! Wer glaubt, diese physikalischen Kräfte auf einer dafür nicht ausgelegten Strecke mit anderen, darauf nicht vorbereiteten Verkehrsteilnehmer:innen beherrschen zu können, muss an maßloser Selbstüberschätzung leiden oder aber besser sein als der siebenmalige Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher. Dass tatsächlich nichts passiert ist, ist nicht der Beweis des Machbaren, sondern vielmehr der des unverschämtes Glücks: Glück, dass Mitmenschen auf der Autobahn die Geschwindigkeit des 400-km/h-Geschosses nicht falsch eingeschätzt haben und ihm beispielsweise vor die Füße gefahren sind. Glück, dass nicht ein Reifen geplatzt, ein Tier auf die Straße geraten oder eine andere Unwägbarkeit eingetreten ist. Es ist bezeichnend, dass der tschechische Multimillionär Gott "für die Sicherheit und die guten Umstände" dankt. Mehr zum Thema: Das ist der Bugatti Chiron 

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