Neuer Kia Stinger (2017): Erste Testfahrt Ein Kia, der süchtig macht

von Andreas Rogotzki 29.05.2018
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Kia Stinger (2017)
  2. Kia Stinger (2017) mit zahlreichen Assistenzsystemen
  3. Kia setzt auch beim Preis den Stachel

Mit dem neuen Kia Stinger (2017) auf Testfahrt. Kia wer? Stinger! Und als kleine Merkhilfe: Der neue und bis 370 PS starke GT aus Südkorea darf getrost als ernsthafter Gegner für Audi S5 Sportback und BMW 440i Gran Coupé abgespeichert werden. 

Du kannst nicht einfach ein Auto auf den Markt bringen, mit dem man auf der Rennstrecke quer durch Kurven tänzelt, das auf 270 Sachen stürmt wie ein wütender Gorilla und so aussieht, als hätte ein verliebter Italiener die Suppe gehörig nachgesalzen - im hart umkämpften D-Segment und mit Hinterradantrieb. Doch! Offensichtlich muss es möglich sein. Denn auf dem Vorplatz einer kleinen Rennpiste in Mallorca steht er wirklich, der neue Kia Stinger. Hat er in Genf 2011 noch als GT-Concept für Medienrummel gesorgt, ist der gestreckte GT jetzt "ready to fight the" Mitbewerber. Das Topmodell mit seinem doppelt aufgeladenen 3,3-Liter-V6, 370 PS und 510 schallenden Newtonmetern, stürmt im Sport-Plus-Modus unbändig nach vorne und frisst Kurven als wäre es gezuckertes Popcorn. Kia hat der Performance-Version des Stinger Allradantrieb als Serienausstattung mitgegeben. Der ist allerdings so schlau, dass er bei Bedarf volle 100 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterräder loslässt. Ein Kia mit Wumms-Motor in dem der ambitionierte Sportfahrer mit feindosierten Lenkbefehlen um die Kurve driften kann und der süchtig macht? Halleluja!

Neuer Kia Stinger (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Kia Stinger (2017)

Launch-Control, fünf unterschiedlich abgestimmte Fahrmodi, Brembo-Bremse und eine elektrische Lenkung, die den gewünschten Radwinkel ohne mit der Wimper zu zucken umsetzt und unmittelbar Feedback gibt. Ex-BMW-Mann Albert Biermann hat den Kia Stinger auf der Nordschleife zum Sport-GT entwickelt und dabei die so wichtige Verbindlichkeit auch für ungeübte Fahrer nicht außer Acht gelassen. Trotz seiner Masse von immerhin 1,9 Tonnen schiebt sich der Stinger in 4,9 Sekunden auf 100 km/h, bleibt bei stürmischer Fahrt ruhig und hält den Allradantrieb als Backup-Lösung vor, sicher ist sicher. Alternativ stehen für den Korea-GT ein 2,0-Liter-Benziner mit Turboaufladung und 255 PS (353 Newtonmeter) und eine Dieselvariante parat. Letztere verfeuert den Treibstoff auf 2,2-Liter Hubraum und geht mit glatten 200 PS respektive 440 Newtonmeter zu Werke. Beide Aggregate fühlen sich mit dem Stinger zu keinem Zeitpunkt überfordert und sorgen auch bei dynamischem Antritt für ausreichend Fahrspaß. Den kleineren Benziner gibt es übrigens ausschließlich mit Hinterradantrieb, beim Spardiesel weist die Sonderausstattungsliste die Möglichkeit auf Allrad aus.

Neuheiten Kia Stinger (2017)
Kia Stinger (2017): Preis, Motor & Crashtest  

Fünf Sterne beim Stinger-Crashtest

 

Kia Stinger (2017) mit zahlreichen Assistenzsystemen

Optisch fügt sich der neue Kia Stinger nahtlos in die vorwiegend von Understatement geprägte Designsprache seiner Kontrahenten aus Ingolstadt und München ein. Design-Profi Peter Schreyer, vor rund zehn Jahren noch für Audi tätig, zeichnete dem Stinger ein flache Dachlinie, die selbst groß gewachsenen Fondpassagieren ausreichend Kopffreiheit bietet. Dazu eine breite Front, Be- und Entlüftungskiemen an logischen Stellen und eine lange Haube. Auf die Bauart der Motorklappe ist man bei Kia besonders stolz, fügt sich der Deckel doch, ohne Kotflügel und Frontschürze einzubeziehen, in sogenannter Island-Bauweise ins Gesamtbild ein. Teuer zu produzieren und somit ein ausgewiesenes Qualitätsmerkmal. Fahrer und Beifahrer nehmen eine tiefliegende Sitzposition ein, die neben dem sportlichen Fahreindruck vor allem auch Sicherheit suggeriert: Der Stinger nimmt nicht nur seine Gegner in die Zange, sondern hält auch schützend ein Auge auf seine Insassen. In puncto Sicherheit fährt im stärksten Kia aller Zeiten alles an Assistenzsystemen mit, was im Technologiezentrum Namyang im Regal lag. Erwähnenswert ist in jedem Fall der Spurhalteassistent, der mit sensiblen Eingriffen die Breite des Fahrstreifens auslotet ohne dabei den Fahrer zu verschrecken. Es wäre schade um jedes negative Erlebnis im Stinger, denn Kia lies es sich nicht nehmen, ausschließlich feines Nappaleder und hochwertige Kunststoffe zu verarbeiten. Der Innenraum des 4,83 Meter langen Gran Turismo überzeugt optisch wie haptisch. Sitzheizung, Sitzkühlung, Lenkradheizung und ein echtes Head-up-Display runden das Angebot "leichtes Leben" im Stinger ab.

 

Kia setzt auch beim Preis den Stachel

Bei aller Lobhudelei auf den neuen Fünftürer, sollte sich nicht doch mindestens ein Haar in der Suppe finden lassen? Kurzum, der Einstiegspreis von 43.990 Euro ist es jedenfalls nicht. Und auch die 54.900 Euro für den Top-Stinger sind eine preisliche Kampfansage an die Platzhirsche. Bleibt einzig das Motorknurren, das im Comfort-Modus gänzlich geschluckt, unter Sport und Sport+ das Temperament des Biturbo-V6 aber zu sehr im Hintergrund hält. Mut zur großen Klappe hätte an dieser Stelle absolut nicht geschadet.

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