Neuer Brabus Rocket 900 (2020): Testfahrt Die Rakete aus dem Ruhrgebiet

von Thomas Geiger 11.02.2021
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020)
  2. Stärkster, aber nicht schnellster Viertürer der Welt
  3. Erste Testfahrt im neuen Brabus Rocket 900 (2015)
  4. Drei Jahre Garantie auf den Rocket 900

Rakete aus dem Ruhrpott: So macht Brabus den viertürigen AMG GT 63 zum Überflieger. Erste Testfahrt mit dem neuen Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020) und dem 2015er Brabus Rocket 900 auf S-Klasse-Basis!

 

Erste Testfahrt im neuen Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020)

Drei, zwei, eins – Lift-off: Mit dem neuen Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020), den wir zur ersten Testfahrt ausführen dürfen, starten die Bottroper mal wieder eine neue Rakete. Alle paar Jahre krönt der Tuning-Champion aus dem Ruhrpott sein Programm. Diesmal gibts die Extra-Portion Vitamin B für den viertürigen AMG GT. Mit dem imposanten Bodykit aus Karbon stehen die maximal zehn Exemplare der limitierten Kleinserie so breit und bullig da, als könne die Karosserie die Kraft kaum halten. Unter dem üppigen Spoiler auf dem Heckdeckel prangt stolz der Schriftzug "Rocket". Völlig zu Recht, denn unter der Haube pocht ein neuer V8-Motor: 4,5 statt vier Liter Hubraum, zwei eigene Turbolader mit höherem Ladedruck, eine neue Software und zwei neue Kraftstoffpumpen mit größerem Durchsatz – schon klettert die Leistung von 639 im GT 63 S auf jene 900 PS, die Brabus hinter den Namen geschrieben hat. Während dem Original 900 Newtonmeter Drehmoment Beine machen, warten beim neuen Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020) bis zu 1050 Newtonmeter darauf, die 295er-Breitreifen im Bug und die 335ern-Schluffen im Heck in Qualm zu hüllen. In der Theorie könnte der Rocket sogar mit 1250 Newtonmeter punkten, aus Rücksicht auf Material und Fahrer aber ist das Drehmoment des Bottroper Tuningkrachers gedeckelt.

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Stärkster, aber nicht schnellster Viertürer der Welt

Auch so gräbt sich beim Kickdown gefühlt eine Eisenfaust in die Eingeweide, so brachial zündet der neue Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020) sein Triebwerk. Nur 2,8 Sekunden vergehen bis Tempo 100, die 200 km/h sind nach 9,7 Sekunden erreicht und nach 23,9 Sekunden flimmert eine 300 über den Tacho. Da wird es auf der linken Spur der Autobahn plötzlich ziemlich einsam, schließlich gibt es nicht viele Viertürer, die da noch mitgehen. Es ist aber nicht die Endgeschwindigkeit allein, die den Rocket zu einem so spektakulären Erlebnis macht. Mindestens genauso eindrucksvoll ist das Spektakel und die Kompromisslosigkeit: Klar, auch in Bottrop machen sie aus dem Großkaliber kein Präzisionsgerät. In engen Schikanen ist der GT mit seinen mehr als zwei Tonnen Gesamtmasse und fünf Metern Länge einfach eine Nummer zu sperrig. Doch auch ein Dickschiff taugt zum Dampfhammer, wenn nur genügend Druck auf dem Kessel ist. Der neue Brabus Rocket 900 "One of Ten" (2020) will aber gar kein reinrassiger Rennwagen sein, weshalb der Innenraum mit seiner Finesse in Leder, Lack und Ziernähten auf Maybach-Niveau rangiert. Die Rakete will aber auch bezahlt werden: Kostet der Serien-AMG rund 165.000 Euro, geht es bei Brabus erst jenseits von 400.000 Euro los. Eines gibt es aber nicht fürs Geld: den Rekord des schnellsten Viertürers der Welt. Brabus hat schlicht keinen Reifenhersteller gefunden, der die passenden Reifen backt. Und anders als eine echte Rakete kommt der Rocket ohne die nötige Bodenhaftung nicht aus.

 

Erste Testfahrt im neuen Brabus Rocket 900 (2015)

Vor uns liegt die erste Testfahrt im neuen Brabus Rocket 900 (2015), aber auch der helle Boden im Neonlicht. Das Operationsbesteck liegt griffbereit in Rollwagen – fehlt eigentlich nur noch die beißende Duftnote "Krankenhaus-Classic. Doch wir stehen nicht im Spital, sondern in "Werk 1" der Motoren-Chirurgie von Brabus, einer gefühlt klinisch reinen Halle mit 36 Hebebühnen. Hier werden vor allem Fahrzeuge veredelt, die von Haus aus bereits in der ersten Power-Liga mitspielen: Modelle von Mercedes-AMG. Wenn es aber ein paar hundert Pferdestärken mehr sein dürfen und auch die Fußräume mit Leder ausgekleidet werden sollen, dann darf man auf der A2 die Ausfahrt Bottrop nicht verpassen. Frisch vom Leistungsprüfstand kommt die neueste Kreation der Motor-Mediziner, der neue Brabus Rocket 900 (2015). Dafür nehme man einen S 65 AMG, zerlege den Motor und verfeinere ihn mit exklusiv angefertigten Zutaten. Ab Werk leistet der Biturbo-V12 bereits 630 PS und stemmt 1000 Newtonmeter Drehmoment. Nicht genug für Brabus-Kunden. In zwei Wochen Handarbeit entsteht das 900 PS starke Hochleistungstriebwerk des neuen Brabus Rocket 900 (2015), dessen maximales Drehmoment elektronisch auf 1200 Newtonmeter begrenzt ist – gigantische 1500 Newtonmeter sind maximal möglich.

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Drei Jahre Garantie auf den Rocket 900

Und wie fährt sich der neue Brabus Rocket 900 (2015) mit 900 PS an der Hinterachse? Zunächst erstaunlich zahm und unspektakulär. Laufen Antrieb und Klappen-Auspuff im Komfortmodus, bewegt sich der Rocket 900 wie jede andere S-Klasse auch – entspannt, lässig und trotz üppiger 21-Zöller sehr komfortabel. Auf den ersten Zentimeter Pedalweg passiert weniger als erwartet, und man muss den Fuß schon kräftig senken, damit die Post abgeht – eine gut gewählte Abstimmung, denn ungewollte Kavalierstarts kann keiner gebrauchen. Die ContiSportContact-5P im Format 255/35 ZR 21 vorn machen aus der S-Klasse zwar keinen Kurvenkünstler, gleichen deren träge Masse jedoch gekonnt aus, sodass der Rocket erstaunlich zackig einlenkt. Autobahn, Blinker links, Vollgas. Der Vorderbau bäumt sich schlagartig auf, und beim nächsten Blick auf den Tacho stehen bereits über 200 km/h an. Weiter Vollgas, die Regelsysteme inklusive des Differenzials mit 40 Prozent Sperrwirkung arbeiten ohne Pause, um die enorme Leistung effizient auf den Asphalt zu bringen. Die versprochene Spitze von über 350 km/h ist übrigens nicht bloß ein vom Computer errechneter Wert, sondern wurde von hauseigenen Testfahrern ermittelt. Um den Hubraum von 5980 auf 6233 Kubikzentimeter zu erhöhen, werden beim neuen Brabus Rocket 900 (2015) Schmiede-Kolben von Mahle verbaut, die Zylinderbohrungen vergrößert und auch Kurbelwelle sowie Pleuel gegen Hochleistungs-Teile getauscht. Darüber hinaus implantiert Brabus zwei größere Lader und vier neue Ladeluftkühler unter die lange Fronthaube, modifizierte Krümmer dürfen natürlich auch nicht fehlen. Außerdem sind ein neu konstruierter Luftansaugtrakt und eine auf niedrigen Staudruck ausgelegte Abgasanlage mit Klappensteuerung nötig, damit der Zwölfzylinder seine Leistung erreicht. Wer übrigens an der Haltbarkeit dieses PS-Hammers zweifelt, wird von Brabus mit drei Jahren Garantie auf Motor und Antriebsstrang beruhigt.

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