Formel 1: Monaco ignoriert Grid-Girl-Abschaffung (#metoo) Revival der Grid Girls in Monte Carlo

von Alexander Koch 24.05.2018

Abschaffung der Grid Girls? Interessiert beim Formel-1-Lauf in Monaco keinen, die leicht bekleideten Frauen feiern zur Freude der F1-Fahrer ihr Comeback. Ursprünglich sollten vor dem Hintergrund der Sexismus-Debatte "metoo" keine Grid Girls mehr eingesetzt werden.

Die Abschaffung der Grid Girls bei der Formel 1 ignoriert das Fürstentum Monaco und setzt am Rennwochenende in Monte Carlo (27. Mai 2018) wie gewohnt leicht bekleidete Frauen an der Startaufstellung auf. Offiziell werden die Damen aber als "Repräsentantinnen" und nicht als "Nummern-Girls"geführt. Lewis Hamilton freut der Schritt zurück zu den Grid Girls: "Ich habe zwar noch nie mit einer der Damen darüber gesprochen, ob sie sich dabei wohlfühlen – deswegen kann ich es nicht wirklich beurteilen. Aber aus meiner Sicht ist es super, wenn man in die Startaufstellung fährt und dort hübsche Mädels stehen. Frauen sind doch das Schönste überhaupt auf der Welt." Auch Ferrari-Star Sebastian Vettel kann der Grid-Girl-Abschaffung nichts abgewinnen: "Warum wir die Mädels ohne Not abgeschafft haben, habe ich nie verstanden. Ich schätze, das ist ein Zeichen unserer Zeit: viel Lärm um nichts." Außerdem empfände der Heppenheimer das ganze Thema "aufgeblasen". Niemand habe die Grid-Girls zu ihrem Job gezwungen. Alle Frauen, die teilgenommen haben, hätten das freiwillig gemacht. "Und ich bin mir sicher, wenn man sie fragt, ob sie happy sind, werden sie ja sagen."

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Formel 1: Monaco ignoriert Grid-Girl-Abschaffung

Im Januar 2018 hatte sich die Formel 1 für die Abschaffung der Grid-Girls entschlossen. Formel-1-Besitzer Liberty Media begründet die Entscheidung mit einem gesellschaftlichen Wandel, in welchem leicht bekleidete Frauen posierend neben Rennwagen nicht hingehören. Marketing-Chef Formel 1 Sean Bratches erklärt, dass die Formel 1 nicht glaube, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für den Rennsport und seine Fans sei. Nicht nur die Formel 1 hat Grid-Girls – Frauen, meist in äußerst knappen Outfits, die Namensschilder oder Regenschirme halten, für Sponsoren werben und nach dem Rennen für die drei Sieger Spalier stehen. Doch gerade in der Königsklasse des Motorsports sind Hostessen seit Jahren ein fester Bestandteil, trotz der immer wiederkehrenden Sexismus-Vorwürfe und -Debatten. Kritiker sehen darin ein ausgedientes Rollenklischee: Während der Mann den Hochleistungssport betreibt, sei die Frau für das gute Aussehen zuständig. Liberty Media ist zu dem Schluss gekommen, dass es längst an der Zeit für ein Update ist und "diese Praxis irrelevant und nicht mehr zeitgerecht ist." Deswegen wird es ab Saison 2018 keine Grid-Girls mehr in der Formel 1 geben. Zuletzt hatte F1-Geschäftsführer Ross Brawn in einem Iterview mit der BBC bereits angedeutet, die Grid Girls in der Formel 1 abschaffen zu wollen. In dem Wissen, dass es "viele Leute gibt, die die Tradition der Grid Girls schätzen und es Leute gibt, die denken, dass das etwas überholt geworden ist", wollte der Brite das Thema ursprünglich entsprechend vorsichtig angehen.

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"#metoo"-Debatte führt zu Abschaffung der Grid-Girls

In der jüngeren Vergangenheit hatte es in Monaco und Österreich erste Versuche gegeben, Grid Girls durch Kinder oder Grid Boys zu ersetzen – was aber überwiegend negative Kommentare zur Folge hatte. So sagte F1-Pilot Sebastian Vettel damals: "Das Auto zu parken und auf den Hintern von einem George oder Dave zu gucken, hat mir nicht gefallen." Dass der Motorsport tatsächlich ohne Hostessen auskommen kann, stellt derweil die Fia-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) unter Beweis. Die hat sich mit der Begründung, dass dieses Konzept veraltet sei, schon von den Grid-Girls losgesagt. Trotzdem gibt es aus dem Feld der Formel-1-Piloten bereits einige Fahrer, die sich für einen Verbleib aussprechen: "Die Grid Girls müssen bleiben", sagte beispielsweise Red-Bull-Pilot Max Verstappen der Bild-Zeitung. "Wäre wirklich schade, wenn sie den Augenschmuck vom Grid nehmen", kritisiert auch Nico Hülkenberg den Vorstoß von F1-Geschäftsführer Ross Brawn.

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