Erfolgreiche VW-Modelle, die keiner kennt Volkswagens große Unbekannte

von Tim Neumann 18.05.2020

Erfolgreiche VW-Modelle, die keiner kennt: Sie werden in sechsstelligen Stückzahlen gebaut und doch wirken sie auf dem ersten Blick wie aus einem Paralleluniversum. Die AUTO ZEITUNG stellt Volkswagens große Unbekannten vor!

Lavida, Sagitar, Virtus – unser Volk kennt diese VW-Modelle nicht. Und doch gehören sie zu den meistverkauften Volkswagen der Welt. Neben Europa hat sich VW über die Jahrzehnte auch in weiteren Märkten und Kontinenten breit aufgestellt. Und weil die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, braucht es manchmal auch andere Autos – oder zumindest Autos mit anderen Namen. VW Virtus, das kommt aus dem Latein und bedeutet so viel wie "Mut" oder "Tapferkeit". Damit hat die Limousine auf den ersten Blick nicht ganz so viel gemein. Im Grunde ein Polo mit Passat-artigem Stufenheck, ist das Modell eine Art Neuinterpretation des VW Derby aus den späten 70er-Jahren und ein Hit in Südamerika. Zusammengerechnet mit dem Polo kommt der VW Virtus im Jahr 2019 auf 706.000 produzierte Einheiten, davon dürfte eine sechsstellige Summe auf das Stufenheck-Modell fallen. Zum Vergleich: Vom Allzeit-Bestseller Golf produzierte VW 2019 679.000 Exemplare. Doch nicht nur in Südamerika erfreuen sich Stufenheck-Modelle größter Beliebtheit, sondern auch in China. Der Asien-Pazifik-Markt ist neben Europa der wichtigste für die Wolfsburger, dementsprechend breit gefächert ist die Palette an VW-Modellen. Neben den immer stärker nachgefragten SUV vertreibt VW sechs verschiedene kompakte Stufenheckmodelle. Mehr zum Thema: Das ist die neue VW-Billigmarke für China

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Erfolgreiche VW-Modelle, die keiner kennt

Eines der erfolgreichsten VW-Modelle, die keiner kennt, heißt VW Lavida und ist das meistverkaufte Auto aller Hersteller in China. 2019 rollten 491.000 Exemplare von den Bändern. Beim Modell handelt es sich mittlerweile um die dritte Generation, außerdem baut der Lavida auf dem modularen Querbaukasten (MQB) auf. Dem ein oder anderen dürften auch die Namen Santana und Bora bekanntvorkommen. Hierzulande schon vor Jahren eingestellt, haben die Modellbezeichnungen in Fernost eine zweite Chance erhalten – und gehören nun zu den Platzhirschen. Den ersten chinesischen VW Santana fertigte das Joint Venture Shanghai Volkswagen bereits 1983, als die Stufenhecklimousine auf Basis des Passat noch in den Showrooms der deutschen Händler stand. Seinem Konzept ist der VW Santana bis heute treu geblieben, der 2013 modernisierte Nachfolger entstand 2019 in einer Stückzahl von 245.000. Der VW Bora dagegen – bis 2005 noch ein Golf mit Stufenheck – ist über seinen ehemals großen Bruder Santana hinweggewachsen. 18 Zentimeter länger, zehn Zentimeter breiter, das MQB-Modell punktet mit guten Platzverhältnissen. Das schätzen die Chinesen besonders und bauen daher 323.000 Stück im Jahr 2019. Damit ist auch der Santana eines der erfolgreichsten VW-Modelle, die keiner kennt.

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Mehr als sieben Millionen VW Gol gebaut

Ebenfalls auf der MQB-Plattform bauen VW Lamando und VW Sagitar auf. Das viertürige Stufenheck-Coupé Lamando dient als kleiner Bruder des Arteon und ist deshalb bewusst etwas stylischer getrimmt. Ihn gibt es sogar als GTS mit 220 PS. Insgesamt verkaufte Volkswagen in China 2019 gut 100.000 VW Lamando. Der VW Sagitar lässt sich mit dem amerikanischen VW Jetta vergleichen. Apropos "Jetta": Jetta ist in China mittlerweile eine VW-Tochter, die eine ganze Modellpalette anbietet. Mehr als 310.000 Sagitar produzierte VW 2019 in China. Doch es sind nicht nur Stufenheckmodelle, die auf den interkontinentalen Märkten funktionieren, wie der VW Gol beweist. Der nicht nur im Namen abgespeckte Golf aus Brasilien kann auf eine 40 Jahre lange Tradition zurückblicken, 2012 knackte die Produktion die Sieben-Millionen-Marke, 2019 verzeichnete Volkswagen immerhin 151.000 hergestellte Einheiten. Ein klarer Fall von einem erfolgreichen VW-Modell, das keiner kennt!

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