Audi A6 gegen BMW 5er: Test Vorerst herrscht Gleichstand zwischen A6 und 5er

von Elmar Siepen 05.10.2018
Inhalt
  1. Audi A6 & BMW 5er im Test
  2. Getriebe: A6 verzichtet auf Schaltgetriebe
  3. Antrieb: Neuer 5er auch mit Hinterradantrieb
  4. Technische Daten neuer A6 und neuer 5er

Der neue Audi A6 begegnet im Test dem BMW 5er. Beide Oberklasse-Limousinen kämpfen um die Gunst in ihrem Segment. Hat schon eins der Vorzeigemodelle jetzt die Nase vorn?

Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren machte sich Audi mit dem Modell 100 auf den Weg in die Oberklasse. Auf dem Genfer Salon feierte die achte Generation des Oberklasse-Audi ihre Premiere, übrigens die fünfte Version, die den Namen A6 trägt. Gewachsen auf eine Länge von 4,939 Metern, ist er gerade mal drei Millimeter größer als sein Konkurrent im Test, der 5er BMW. Dessen Radstand von 2,975 Metern kontert der Audi mit 2,924 Metern. Genug also, um wahrhaft großzügige Platzverhältnisse auch in der zweiten Reihe zu garantieren. Die Fond-Passagiere im aktuellen 5er haben ebenfalls keinen Grund zum Klagen – das bestätigt einmal mehr die Sitzprobe. Im A6 geht es subjektiv aber noch etwas großzügiger zu. Mit einem Ladevolumen von jeweils 530 Litern liegen die zwei Rivalen im Test dagegen exakt auf gleichem Niveau. Business-Mobile wie der Audi A6 und der BMW 5er werden vorzugsweise von Selbstfahrern gesteuert. Beide Kandidaten empfangen Fahrer und Beifahrer nicht nur mit einem vorzüglichen Raumangebot, sondern auch mit gediegenen Materialien und einer ebensolchen Verarbeitung. Sowohl der Audi als auch der BMW informieren ihren Piloten per digital animiertem Cockpit, wobei der neue Ingolstädter dank des aus anderen Audi-Modellen bekannten virtual cockpits verschiedene individuell konfigurierbare Ansichten ermöglicht. Unabhängig davon präsentiert sich das A6-Cockpit mit wenigen Tasten.

Fakten zum Audi A6 im Video:

 
 

Audi A6 & BMW 5er im Test

Wie im A8 gibt es stattdessen zwei Touchscreens in der Mittelkonsole. Im Test positiv aufgefallen, ist die Personalisierbarkeit, denn wie bei einem Smartphone lassen sich wichtige Bedienbuttons an die gewünschte Stelle auf dem Bildschirm platzieren. Außerdem bietet das MMI touch response genannte Bediensystem eine haptische und akustische Rückmeldung. Hier muss sich der BMW mit seinem bewährten iDrive-System aber keineswegs verstecken, denn der griffgünstig platzierte Dreh-Drück-Steller erlaubt die äußerst übersichtliche Bedienung gleichsam aus dem Handgelenk. Selbstredend, dass in der Oberklasse heutzutage nichts mehr ohne Assistenzsysteme geht. Auf diesem Feld bietet der neue A6 ein ähnliches Angebot wie der Luxusliner A8. Neben Klassikern wie Abstandsregeltempomat, Spurhalte- und Spurwechselhelfer oder der Möglichkeit des ferngesteuerten Parkens, womit auch der 5er BMW ausgerüstet werden kann, besitzt der Audi beispielsweise eine Anzugsdrehmoment-Überwachung für die Radmuttern sowie eine Ausstiegswarnung, die die elektrische Türentriegelung verzögert, wenn sich etwa ein Radfahrer im toten Winkel nähert. Für die Zukunft ist der A6 zudem bereits mit der Technik für das autonome Fahren auf Level 3 bestückbar. Damit könnte sich der Fahrer im zähfließenden Verkehr entspannt zurücklehnen, sobald die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind.

 

Getriebe: A6 verzichtet auf Schaltgetriebe

Was die Fahrwerke im Test angeht, stehen für beide Business-Mobile unter anderem adaptive Dämpfer bereit. Allerdings hat der BMW dem Audi eine optionale Wankstabilisierung voraus. Zur Markteinführung im Juni gibt es den A6 mit zwei Motoren: einem 3.0-Liter-V6-TFSI mit 340 PS und 500 Nm Drehmoment (A6 55 TFSI) sowie einem hubraumgleichen V6 TDI mit 286 PS und 620 Nm im A6 50 TDI. Der starke Diesel wird wegen des hohen Drehmoments mit einer Achtstufen-Wandlerautomatik gekoppelt – sein Pendant bei BMW ist übrigens der famose Reihensechszylinder-Turbo mit ebenfalls 3,0 Liter Hubraum im 530d, der allerdings „nur“ 265 PS leistet. Dass die Leistung des Benziners im 540i mit 340 PS identisch mit der des V6 TFSI im Audi ist, kommt sicher nicht von ungefähr. Statt mit einer Achtstufen-Automatik (tiptronic) wie der BMW ist der A6 mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S-tronic) bestückt. Später schiebt Audi noch eine schwächere Version des 3.0 TDI mit 231 PS (tiptronic) sowie ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Aggregat mit 204 PS (S tronic) nach. Damit ist klar: Das klassische Schaltgetriebe hat im A6 ausgedient, während BMWs Alternative zum „kleinen“ Audi- Diesel, der 520d mit 190-PS-Vierzylinder, auch ab Werk mit Sechsgang-Schaltgetriebe kommt und für 2250 Euro mit einer Achtstufen-Wandler-Automatik zu haben ist. Mit der 231-PS-Version des 3.0 TDI zielt Audi auf den gleich starken 525d, bietet aber zwei Zylinder mehr.

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Antrieb: Neuer 5er auch mit Hinterradantrieb

Alle Audi-Aggregate haben serienmäßig Mild-Hybrid-Technologie (48-Volt-Netz bei V6-Motoren und 12-Volt-Netz bei den Vierzylindern) an Bord. Das heißt: Ein Riemen-Starter-Generator kooperiert mit einer Lithium-Ionen-Batterie und ermöglicht, dass die Start-Stopp-Funktion bis zu 22 km/h einsetzt. Beide Limousinen lassen sich mit Allradantrieb ordern, wobei der A6 dem 5er je nach Motorisierung die Option auf ein Sportdifferenzial mit aktiver Antriebsmomentverteilung an der Hinterachse voraus hat. Alle Dreiliter-Versionen sind im Audi serienmäßig mit quattro-Allradantrieb ausgerüstet, während BMW-Kunden je nach Motorisierung auch reine Hinterradantriebe erhalten. Die Modelle mit Wandler-Automatik (tiptronic) haben ein selbstsperrendes Mittendifferenzial (Torsen), während die S tronic-Versionen mit automatisch zuschaltendem Allradantrieb agieren. Die Preise zeigen Interessantes: Zur Markteinführung kostet der A6 55 TFSI quattro S tronic 59.850 Euro – er unterbietet damit einen vergleichbaren BMW 540i xDrive (63.800 Euro) um 3950 Euro. Den A6 50 TDI quattro tiptronic mit 286-PS-Dreiliter-Diesel gibt es für 58.050 Euro – er ist damit um 2350 Euro billiger als ein vergleichbarer BMW 530d xDrive (265 PS, 60.400 Euro). Gewöhnen muss man sich an Audis neue Typennomenklatur, die keine direkten Rückschlüsse mehr auf Leistung und Hubraum zulässt und die Kundschaft behutsam auf das Elektrozeitalter vorbereiten soll.

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Technische Daten neuer A6 und neuer 5er

 AUDI A6 55 TFSI quattro S tronicBMW 540i xDrive
Zylinder/Ventile pro Zylin.V6/4, BiturboR6/4, Turbo
Hubraum2995 ccm2998 ccm
Leistung340 PS340 PS
Max. Gesamtdrehmoment500 Newtonmeter450 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb7-Gang, Doppelkupplung/Allradantrieb8-Stufen-Automatik /Allrad
Beschleunigung  
0 - 100 km/h5,1 s4,8 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Leergewicht (Werk)1760 kg1660 kg
Verbrauch (Werk)6,7 l S/100 km6,9 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Werk)151 g/km159 g/km
Grundpreis59.850 Euro63.800 Euro
 

von Elmar Siepen von Elmar Siepen
Unser Fazit

Mit dem neuen Audi A6 bringen die Ingolstädter ein absolutes Hightech-Produkt, auch in den Test. Mehr Platz als beim Vorgänger, eine hohe Qualitätsanmutung und die Preisgestaltung sind eine klare Kampfansage an die Konkurrenz. Aber auch der BMW 5er ist auf diesen Feldern alles andere als schlecht aufgestellt. Wir sind gespannt auf die ersten Vergleichsfahrten.

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