Motoren, die uns bewegten: Ferrari-V8 im Lancia Thema 8.32 Thema-Wechsel

21.11.2012

Motoren, die uns bewegten: Dank Ferrari-V8 entstand Mitte der 80er-Jahre ein Lancia von besonders sportlichem Geblüt: der Thema 8.32

Wer an Lancia denkt, verbindet die italienische Marke auch mit Ferrari – nicht nur, weil Juan-Manuel Fangio 1956 in einem Lancia-Ferrari D50 Formel 1-Weltmeister wurde. Die wohl unauffälligste Art, einen Ferrari- Motor zu fahren, bietet ab September 1984 der Lancia Thema 8.32. Auf Betreiben des damaligen Fiat-Vorstandsvorsitzenden Vittorio Ghidella erhält die italienische Limousine das 90-Grad-V8-Triebwerk des nominell 177 kW (240 PS) starken Ferrari 308 GTBi/GTSi Quattrovalvole, das entsprechend überarbeitet wird.

 

Lancia mit Ferrari-V8: Änderungen für den Limousinen-Einsatz

Als reinrassiger Sportmotor verfügt das als Vollaluminium-Konstruktion ausgeführte Aggregat mit Nickel-Silizium-beschichteten Zylinderlaufbahnen nicht nur über ein überquadratisches Bohrung-Hub-Verhältnis von 81 zu 71 Millimeter, vier Ventile pro Zylinder, kurze Ansaugwege, scharfe Steuerzeiten und viel Ventilhub, sondern auch über eine fünffach gelagerte Kurbelwelle, deren Hubzapfenversatz 180 Grad beträgt. Das ergibt zwar ein gleichmäßiges, abwechselndes Zünden der Zylinder beider Zylinderbänke sowie eine ideale Abstimmung von Ansaug- und Auspufftrakt – aber auch kernige Schwingungen, die der im Verhältnis 10,5 zu eins verdichtete V8 produziert. Und das geht in einer Limousine gar nicht, befinden die Ingenieure.

Also verpassen sie dem bildschönen, mit zwei obenliegenden, via Zahnriemen angetriebenen Nockenwellen pro Zylinderreihe ausgerüsteten Ferrari V8-Triebwerk eine neue Kurbelwelle mit 90-Grad-Versatz der Hubzapfen, was sich im Lancia Thema 8.32 in einer deutlich verbesserten Laufkultur niederschlägt.

Den Ansprüchen an den Einsatz in einer Limousine tragen eine homogenere Leistungsentfaltung und gesteigerte Durchzugskraft Rechnung. Hierfür zeichnen längere Ansaugwege für die Bosch KE3-Jetronic ebenso verantwortlich wie moderatere Steuerzeiten und ein verringerter Ventilhub. Neben einem um 25 Nm gestiegenen maximalen Drehmoment von 285 Nm bei 4500/min und entsprechend kraftvollerem Durchzug resultiert daraus eine um 25 PS reduzierte Spitzenleistung des 2927 Kubikzentimeter großen Motors, der nun nur noch 215 PS (158 kW) bei 6750/min an die Vorderräder schickt. Damit rennt der Thema 8.32 immerhin 240 km/h schnell und katapultiert seine Besatzung in nur 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Es sind Sportwagenwerte, welche die ehedem brave Limousine trotz ihres zuweilen überfordert wirkenden Frontantriebs nun realisiert.

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1988 zwingen die immer schärfer werdenden Emissions-Auflagen Lancia dazu, dem bis dahin frei und beherzt atmenden Ferrari-Triebwerk des Thema 8.32 eine Abgasreinigung mittels geregeltem Katalysator zu verpassen. Diese unumgängliche Maßnahme kostet den quer eingebauten V8 nicht nur 10 PS Höchstleistung (205 PS/151 kW bei 6750/min), sondern auch deutlich Drehmoment, das nun auf 263 Nm bei 5070/min sinkt. Am sportlichen Charakter des Thema 8.32 ändert das nur wenig.
Jürgen Gassebner

AUTO ZEITUNG

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