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Audi A4, Seat Leon, Skoda Octavia, VW Golf, VW Passat - Diesel-Kombis im Test

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Fahrdynamik

Die identische technische Basis zumindest bei den Kompaktwagen lässt zunächst vermuten, dass sich die Unterschiede beim Fahren in Grenzen halten. Doch weit gefehlt. Auch hier zeigen sich gänzlich verschiedene Charaktere.

Und wer behauptet, Dieselkombis seien per se langweilig, sollte einige Runden im Seat drehen. So knackig wie er fährt keiner der anderen Familienfrachter. Lenkbefehlen folgt er äußerst spontan, ohne dabei zu nervös zu wirken. Nahezu frei von Seitenneigung umrundet er Kurven und erreicht dabei beachtliche Querbeschleunigungen – nicht zuletzt ein Verdienst der serienmäßigen elektronischen Differenzialsperre XDS, die per Bremseingriff für erhöhte Traktion und Kurvendynamik sorgt. Zudem regelt das ESC (ESP) des Leon punktgenau und feinfühlig.

Mit geringfügig mehr Karosserie-Bewegungen agiert der Golf Variant im Sport-Modus seines adaptiven DCC-Fahrwerks. Auch er verhält sich narrensicher. Jedoch fühlt man sich etwas weniger der Straße verbunden als im Seat. Der Skoda tritt ohne XDS zum Test an und leidet bei schneller Kurvenfahrt entsprechend unter Traktionsmangel. Darüber hinaus zeigt er leichte Wankbewegungen in Wechselkurven, was aber ohne negative Auswirkungen auf die Fahrsicherheit bleibt. Auch hier greift das perfekt abgestimmte ESC nicht zu früh ein. Audi A4 Avant und VW Passat Variant wirken im Handling schwerfälliger. Kein Wunder, liegen doch zwischen ihren Leergewichten und denen der kompakten Konkurrenten bis zu 216 Kilogramm. Spontane Lenkbefehle beantwortet der Audi zunächst mit abrupter, etwas gewöhnungsbedürftiger Seitenneigung, um danach aber unbeeindruckt weiter seine Bahn zu ziehen. An der Reifenhaftgrenze neigt er zum Untersteuern. Der Passat Variant profitiert ebenfalls von seinem DCC-Fahrwerk und fällt weder mit übertriebenen Wankbewegungen noch mit allzu viel Seitenneigung unangenehm auf. Bei starker Verzögerung aus hohen Tempi neigt er jedoch zu leichtem Rühren um die Hochachse. Wie der Audi verlangt auch der Mittelklasse-VW nach etwas höheren Lenkkräften als die kompakten Rivalen.

Beim Bremsen kann sich das älteste Auto des Testquintetts am besten in Szene setzen: Der Audi stempelt aus Tempo 100 bis zum Stand kalt wie warm Werte im 34-Meter-Bereich auf den Asphalt und setzt sich an die Spitze. Die Bremsanlagen der anderen Kombis brauchen höhere Temperaturen, um in diese Regionen vorzustoßen, denn bei der ersten Bremsung benötigen sie zwischen 36,4 (Golf Variant) und 37,8 Metern (Skoda Octavia Combi), um zum Stehen zu kommen.

FahrdynamikMax. PunkteVW Golf Variant 2.0 TDI BMTSeat Leon ST 2.0 TDISkoda Octavia Combi 2.0 TDIVW Passat Variant 2.0 TDI BMTAudi A4 Avant 2.0 TDI
Handling1505054534042
Slalom1006471616455
Lenkung1008484847373
Geradeauslauf504140414343
Bremsdosierung302021211818
Bremsweg kalt15086847384103
Bremsweg warm150104100105100106
Traktion1004546404642
Fahrsicherheit150135136135130128
Wendekreis20121111109
Kapitelbewertung1000641647624608619
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Umwelt & Kosten

Mit einem Grundpreis von 25.570 Euro markiert der Seat das untere Ende der Kombi-Kaufpreise, während der Mittelklasse-Audi seinen Premium-Anspruch auch in der Preisliste verteidigt. Er liegt mit 34.250 Euro am anderen Ende der Skala (Passat 30.150 Euro). Diese Preisspanne dürfte den einen oder anderen ins Grübeln bringen. Besonders dann, wenn Autos wie die se nicht als Dienstwagen laufen, sondern aus dem Familienbudget finanziert werden müssen.

Der hohe Preis des Bayern schlägt sich auch in einem entsprechend deftigen Wertverlust nieder: Binnen vier Jahren und 80.000 Kilometern muss man fast 20.000 Euro abschreiben. Mit einigem Abstand folgt der Passat (17.939 Euro).

Gut Lachen haben in der Wertverlustdiskussion die Skoda-Piloten, die über den genannten Zeitraum lediglich 14.313 Euro kalkulieren müssen. Der Skoda ist es auch, der bei der Bewertung des Preises inklusive der testrelevanten Ausstattungsdetails am besten abschneidet. Was die übrige Ausstattung angeht, muss beim Golf selbst ein CD-Radio extra bezahlt werden( 205 Euro). Dabei gibt es ihn in der getesteten Motorisierung erst ab der höherwertigen Ausstattungslinie „Comfortline“. Der Skoda ist der einzige im Testfeld, für den Leichtmetallräder aufpreispflichtig sind. Im Auto-Alltag spielen aber auch die Betriebskosten eine wichtige Rolle. Wenn es um Wartung und die üblichen Verschleißreparaturen geht, hat der Skoda abermals mit nur 337 Euro pro Jahr die Nase vorn. Obwohl identisch motorisiert, halten die Versicherer unter den Kompaktklasse-Kandidaten den Seat für den Schadensträchtigsten und stufen ihn folglich am schlechtesten ein.

Kosten / umweltMax. PunkteVW Golf Variant 2.0 TDI BMTSeat Leon ST 2.0 TDISkoda Octavia Combi 2.0 TDIVW Passat Variant 2.0 TDI BMTAudi A4 Avant 2.0 TDI
Bewerteter Preis675201223222182170
Wertverlust502222231917
Ausstattung252323191723
Multimedia502323192426
Garantie/Gewährleistung502828282828
Werkstattkosten201617171615
Steuer1088888
Versicherung403534353535
Kraftstoff554545454242
Emissionswerte252222222220
Kapitelbewertung1000423445438393384
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 218 km/h

Preis 29.860,00 €

Seat Leon ST 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 215 km/h

Preis 27.170,00 €

Skoda Octavia Combi 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 216 km/h

Preis 26.465,00 €

VW Passat Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 33.620,00 €

Audi A4 Avant 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.20s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 208 km/h

Preis 36.400,00 €