The Grand Tour: Kommentar (Pro/Contra) Das Pro & Contra zur Auto-Show

von AUTO ZEITUNG 25.01.2019

Kult oder Klamauk? Zur dritten Auflage von "The Grand Tour" von Amazon Prime streiten sich die beiden AUTO ZEITUNG-Redakteure Sven Kötter und Alexander Koch über die Bedeutung der wohl bekanntesten Autoshow weltweit. Pro & Contra im Kommentar!

 

Sven Kötter über "The Grand Tour": "Perfekt in Szene gesetzte Fahrzeuge"

"The Grand Tour" ist eine der letzten Auto-Sendungen, die mich erreicht. Perfekt in Szene gesetzte Fahrzeuge und wilde Kamerafahrten lassen in jeder Sekunde erahnen, wie viel Geld Amazon das Spektakel wert ist. Makel wie sich duellierende Promis, die in Deutschland kaum einer kennt, wurden mit Staffel 3 eliminiert. Danke dafür! Stattdessen setzt man mehr denn je auf bildgewaltige Produktionen und die spektakulärsten Autos, die derzeit ihre Runden drehen. Detroit bekommt ein PS-starkes Denkmal gesetzt, bevor die Stadt komplett "ergrünt" (Staffel 3; Folge 1). So gestrig die Ansichten mancher Protagonisten auch sein mögen, so zeitgemäß ist die Umsetzung. Der Wandel der Autowelt ist ohnehin in vollem Gange, das werden auch die drei Herren von der Insel wissen. Umso großartiger, dass die drei die Vergangenheit feiern und bis zum Exzess zelebrieren. Der erste Höhepunkt ist die Fabelrunde des McLaren Senna auf dem Eboladrome (ebenfalls Staffel 3; Folge 1). Ohne Elektro-Doping brennt der benzinfressende Extremist eine Rekordzeit in den Asphalt und zaubert jedem Autofan beim Zusehen ein Lächeln ins Gesicht. Abnutzungserscheinungen nach den vielen Jahren Bildschirmpräsenz? Maximal in den Gesichtern der drei alternden Autonarren.

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Alexander Koch: Clarkson, May & Hammond nutzen sich ab

Meine bittere Erkenntnis: Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond nutzen sich ab. Wer wie sie seit 2003 ununterbrochen teils spektakuläre Magazinbeiträge erst für "Top Gear" und seit 2016 für "The Grand Tour" dreht, überschreitet wohl zwangsläufig irgendwann seinen Zenit. Das aber liegt weder an ihrem selbstironischen wie bissigen Humor, noch an ihrer auch weiterhin ansteckenden Begeisterung für Autos. Nur, unterhaltsame Reisegeschichten wie das Patagonien-Spezial zu Top-Gear-Zeiten lassen sich einfach nicht beliebig oft wiederholen. Sketches nutzen sich ab, Spannungskurven genauso. Und während die BBC mit zuletzt immer geringerem Top-Gear-Budget Clarkson, May und Hammond zu Kreativität geradezu zwang – als Beispiel sei der Rentner-optimierte Multipla genannt –, überschüttet Amazon "The Grand Tour" mit Geld und verwandelt es schrittweise in einen Kinostreifen. Und die Basis jedes Films? Genau, Fiktion. US-amerikanisch dominierte und für Europäer entsprechend unlustige Fiktion, die in teils hanebüchenen Ideen wie "Celebrity Brain Crash" münden, qualitative Beiträge verdrängen oder James May alias Captain Slow in einen Comedian verwandeln, der Pointen runterrasselt, anstatt wundervolle Geschichten wie die des Ford GT40 (Staffel 1; Folge 6) zu erläutern. Eben jener Beitrag, in dem May – untermalt von historischem Filmmaterial – den Werdegang des US-amerikanischen Sportwagens rekonstruiert, ihn mit seinem damaligen Gegner Ferrari P3 vergleicht und den GT-Mythos greifbar macht, offenbart das wahre Potential, das im Moderatoren-Trio in Verbindung mit dem großen Geldbeutel Amazons steckt. Aber nicht, dass wir uns falsch verstehen: Auch weiterhin werde ich The Grand Tour verfolgen. Der stille Zweifel aber schaut mit!

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